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24. Juli 2009

Andamanen/Indien: Gerichtsentscheid gegen indigenes Volk

Das Tourismusresort von Barefoot India kann in der Pufferzone an der Reservatsgrenze des bedrohten Volkes der Jarawa gebaut werden.

Jarawa, Samir Acharya, Society for Andaman Nicobar Ecology

Laut Aktivisten setzt ein Gerichtsentscheid in Indien das indigene Volk der Jarawas, einem erhöhten Risiko aus, an der Schweinegrippe zu erkranken. Das Gericht der Andamanen, eine Inselgruppe Indiens, erklärte eine Pufferzone, die zum Schutz des Volkes der Jarawa rund um ihr Reservat errichtet wurde, für ungültig. Diese Entscheidung gibt einem Tourismusresort von Barefoot India, das sich innerhalb dieser Pufferzone an der Reservatsgrenze befindet, grünes Licht.

Die Jarawa, die um die 320 Personen zählen, haben erst seit 1998 friedlichen Kontakt zur Außenwelt. Es wird angenommen, dass sie daher nur wenig immun gegenüber Infektionen von außen sind. Dieses Gerichtsurteil erlaubt es möglicherweise auch anderen Touristikunternehmen, weitere Hotelanlagen in der Nähe des Reservats zu eröffnen. Es gibt dort bereits einige Kleingeschäfte.

Survival ist der Meinung, dass das Barefoot-Resort eine ernstzunehmende Gefahr für die Gesundheit der Jarawa darstellt, da die Resortgäste Überträger von potentiell tödlichen Infektionen sein können.

Mehrere Studien haben bewiesen, dass selbst indigene Völker, die bereits seit längerer Zeit im Kontakt mit der Außenwelt stehen, einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, an der Schweinegrippe zu erkranken. Insbesondere auf Grund ihrer langen Isolation gelten die Jarawa, die bereits von einer Masernepidemie betroffen waren, als besonders gefährdet.

Demnächst werden bereits die ersten Gäste des Barefoot-Resorts mit Langstreckenflugzeugen auf die Andamanen kommen. Untersuchungen zeigen, dass um die 20 Prozent aller Flugpassagiere innerhalb weniger Tage nach ihrem Flug an einer Erkältung oder anderer Virusinfektion erkranken.

Als Antwort auf die Kampagne von Survival beschuldigte der Direktor von Barefoot seinerseits Survival der Verleumdung, des Rassismus, und der Veröffentlichung von „sich nahe an der Grenze zu Pornographie befindenden“ Materials, das "Pädophilie fördert". Barefoot dementiert, dass das Resort irgendeine Gefahr für die Jarawa darstellt.

Der Direktor von Survival, Stephen Corry, sagte: "Dieses Gerichtsurteil ist für die Jarawa katastrophal. Durch die Infragestellung eines Plans für eine Pufferzone, die das Land der Jarawa schützt, hat Barefoot dem Tourismus am Rande des Reservats die Tür geöffnet. Dieses Volk hat erst seit zehn Jahren friedlichen Kontakt mit der Außenwelt. Ein Grippeausbruch kann durchaus verheerende Folgen haben und viele Kunden von Barefoot werden aus allen Ecken und Enden der Welt einfliegen. Die Pläne von Barefoot das Resort auszubauen und dabei die Sicherheitszone anzufechten sind in höchstem Maße unverantwortlich."

Lesen Sie mehr zum Thema: "Resortanlage bedroht Indigene auf den Andamanen"
Survivals Bericht „Fortschritt kann töten“ beschreibt die katastrophalen Konsequenzen, die der Kontakt zur Außenwelt auf isoliert lebende indigene Gruppen haben kann. Zum Bericht: Fortschritt kann töten

Weitere Informationen: Survival International, Berlin survival-international.de, Tel.: +49 (0)30 72 29 31 08

AutorIn: Raphael Göpel, Survival International, Berlin, Pressemitteilung

Kategorie: Brennpunkt Tourismus, Indien, Indigene Völker, Unternehmen


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Letzte Aktualisierung: 17.05.2012