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24. Februar 2010

Casilda Cusi - Recycling-Unternehmerin

Früher war das Sammeln von Abfällen für Casilda Cusi aus La Paz eine Notlösung. Dank dem Recycling-Projekt von Swisscontact verdient sie als Wertstoffhändlerin bereits doppelt soviel. Das sei erst der Anfang, ist sie überzeugt.

Casilda Cusi war eine der vielen Frauen, die in den Strassen der bolivianischen Hauptstadt La Paz Abfälle nach Verwertbarem durchsuchten. Plastik, Glas, Papier, Metall – was sie fand, verkaufte sie an Zwischenhändler, die ihr dafür ein paar Bolivares in die Hand drückten. Zum Glück hatte ihr Mann einen Job bei einer kleinen Müllabfuhr am Stadtrand. Zusammen brachten sie genug Geld zusammen, um acht Kinder aufzuziehen. "Das Geld reichte, um Strom- und Wasserrechnungen zu bezahlen, jedoch oft nicht für die Miete", erinnert sie sich an die Zeit als "wilde" Sammlerin.

Später fand sie eine Anstellung bei einem Recycling-Händler. Das Einkommen der Familie Cusi wurde regelmässiger, es reichte aber noch immer nur für das Allernötigste. Wichtiger war, dass Casilda Cusi lernte, wie das Geschäft der Wiederverwertung funktionierte. Die entscheidende Lektion: "Man muss direkt an grössere Recycling-Firmen verkaufen. Dort erhält man einen besseren Preis als bei den Zwischenhändlern."

Von der Sammlerin zur Händlerin

Anfang 2009 startete Swisscontact zusammen mit Quartierverwaltungen das Projekt "Eco-Vecindarios"*. Von den neuen Recycling-Gemeinschaften profitiert auch Casilda Cusi, jedoch nicht als Sammlerin, sondern als Wertstoffhändlerin. Zwei Quartiere in La Paz verkaufen ihr, was ihre Mitarbeitenden eingeholt haben. Kleinunternehmerin Cusi verkauft es an verschiedene Recycling-Firmen weiter. "Ich verdiene doppelt soviel wie vorher und habe trotzdem mehr Zeit für meine Familie. Eines meiner Kinder konnte eine höhere Ausbildung beginnen. Ich will auch in mein Geschäft investieren, zum Beispiel in eine bessere Waage. Das erhöht das Vertrauen der Verkäufer. Mit einer Pressmaschine könnte ich das Volumen der Abfälle verringern und so die Transportkosten senken." Ein halbes Jahr nach der Firmengründung reichen Casilda Cusis Einnahmen dafür noch nicht. "Aber wenn das Geschäft einmal richtig anläuft, dann kommt sicher mehr Geld rein. Ich habe ja eben erst begonnen", sagt sie und lacht verschmitzt.

*Mehr Informationen zum Projekt der Recycling-Gemeinschaften "Eco Vecindarios" finden Sie auf S. 5 der swisscontact news vom November 2009, denen auch dieser Beitrag entnommen ist. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. 

AutorIn: Stefan Michel, Swisscontact, Zürich

Kategorie: Armut & Milleniumsziele, Bolivien, Brennpunkt Tourismus, Entwicklungspolitik , Frauen, Umwelt & Lebensgrundlagen, Unternehmen


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Letzte Aktualisierung: 17.05.2012