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26. Juni 2008

Einkaufen mit Köpfchen: Zu Hause wie in den Ferien

Basel, 26.06.2007, akte/ Eine gute Paella mit Meeresfrüchten, ein delikater Meerfisch mit frischen Kräutern – und schon kommt auch zu Hause Ferienstimmung auf. Immer mehr SchweizerInnen verwöhnen sich immer öfter mit einem Fischmenu: Gemäss WWF(World Wide Fund for Nature) hat der Konsum in der Schweiz in den letzten Jahren um einen Fünftel auf 56 Millionen Kilogramm zugenommen – also rund 7,6 Kilogramm pro Person. Doch welchen Fisch kaufen? Drei Viertel der weltweiten Bestände sind überfischt oder von Überfischung bedroht, und auch Zuchtfischerei, bei denen Zuchtfische mit Fischmehl und – öl gefüttert werden, tragen zur Leerfischung der Meere bei.

Lange sind wir ratlos vor der Fischtheke gestanden und wussten nicht so recht, was drin liegt für Leute, die den Ozean und sein Leben lieben. Das hat nun ein Ende: Der neue WWF-Einkaufsratgeber Fische und Meeresfrüchte verteilt verschiedenfarbige Punkte für Fische und Meeresfrüchte, die sie bedenkenlos kaufen können, andere, die sie besser nur dann kaufen, wenn sie mit einem Bio- oder zumindest mit einem MSC-Label versehen sind und solche, bei denen es schlicht heisst: Hände weg!

Ein feiner Schal aus Shatoosh-Wolle, Armreifen aus Schildpatt, Schnitzereien aus Elfenbein, das ultimative Handtäschchen aus Kroko, Stoffe aus Wildseide oder Räucherstäbchen aus Sandelholz – nur eines dieser Reiseandenken ist zum Kauf empfohlen. Raten Sie, welches!
Dutzende von Souvenirs werden jährlich an Schweizer Grenzen beschlagnahmt. Das ist ärgerlich für die TouristInnen. Weit dramatischer sind aber die Folgen im Herkunftsland der Souvenirs: Ob Korallen, Reptilleder oder Walknochen – der Kauf von Souvenirs kann zum Aussterben von Tier- und Pflanzenarten führen. Im Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) verpflichten sich 169 Länder weltweit zur strengen Handelskontrolle mit dem Ziel einer nachhaltigen Nutzung und des Schutzes vor Übernutzung von über 30'000 Tier- und Pflanzenarten und Produkten daraus.

Mit einem übersichtlichen kleinen Reiseratgeber helfen der WWF und das Bundesamt für Verterinärwesen (BVET) den Reisenden, das richtige Andenken zu wählen. Auch hier verschaffen Punkte den Überblick: Rot heisst: Finger weg – das Produkt stammt von Arten, die vom Aussterben bedroht sind und deren Handel strafbar ist, zum Beispiel die Shatoosh-Wolle, Schildpatt oder Elfenbein. Orange markiert sind Produkte, die eine Einfuhrbewilligung benötigen, etwa Wildkatzenfelle, Pelze und Häute oder auch Räucherstäbchen aus Adler-, Sandel- und Rosenholz. Grün bedeutet empfehlenswert – im Rätsel eingangs also der Stoff aus Wildseide, weiter Handwerk aus Draht und Blech, Flechtarbeiten, Töpferwaren oder Schmuck aus Glas, Steinen oder Kokosnussschalen. Beim Kauf von Souvenirs können TouristInnen nicht nur die Natur im Gastland erhalten helfen, sondern auch den lokalen Markt unterstützen.

Den kostenlosen Einkaufsführer „Fische & Meeresfrüchte“ finden sie auf www.wwf.ch unter Tipps für den Alltag/Essen&Trinken/Fisch und Meeresfrüchte/Fischführer

Den kostenlosen Ratgeber „Augen auf bei Souvenirs“ und weitere Informationen zum Artenschutzabkommen CITES finden Sie auf den Webseiten des WWF www.wwf.ch/souvenir und des BVET www.cites.ch

AutorIn: Nina Sahdeva und Christine Plüss, arbeitskreis tourismus & entwicklung, Basel

Kategorie: Artenvielfalt/Biodiversität, Brennpunkt Tourismus, Jung & Fair, Umwelt & Lebensgrundlagen


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Letzte Aktualisierung: 17.05.2012