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Galapagos: TouristInnen schleppen Resistenzen ein
Invasion gefährlicher Bakterien auf Leguanen und Schildkröten
Der Touristenboom beschert der Naturparadies-Insel Galapagos im Pazifik nicht nur Einnahmen. Mücken und Haustiere, jedoch auch gefährliche Bakterienstämme reisen mit den Besuchern als blinde Passagiere mit und gedeihen in den urzeitlichen Tieren des Archipels. Die ersten Antibiotika-Resistenzen von Bakterien in Riesenschildkröten und Leguanen haben nun Forscher der University of Illinois gefunden.
Tourismus bringt Nebenwirkungen
Der entlegenen Lage und dem langen Fernbleiben des Menschen verdankt die Inselgruppe Galapagos ihren ausserordentlichen Reichtum von Arten. 95 Prozent des ursprünglichen Bestandes überlebten bis heute. Erst in den vergangenen Jahren wurde das Archipel zum Touristenmagnet und liefert somit dem Mutterland Ecuador eine lukrative Einnahmequelle. 150'000 Touristen kommen jährlich, rund 25'000 Menschen wohnen hier.
Mit dem Mensch kamen jedoch auch Probleme, wie etwa der Schiffs- und Flugverkehr, Müll oder die Einschleppung von Haustieren durch die arbeitende Bevölkerung. Sogar die Festland-Moskitos, die auf den Touristenschiffen mitreisen, bringen Vögel, Schildkröten und Leguane in Gefahr.
Gefährliche Menschennähe
Eine weitere Form des menschlichen Einwirkens beschreiben die US-Forscher nun im "Journal of Wildlife Diseases". Land- und Meeresiguanas sowie Riesenschildkröten, die nahe bei menschlichen Siedlungen oder Touristenorten von Galapagos wohnen, wurden zur Wohnstätte von Escherichia-coli-Bakterien, die auf gängige Antibiotika wie etwa Ampicillin, Doxycyclin, Tetracycline und Trimethoprin/Sulfamethoxazole resistent sind. Je näher die Tiere beim Menschen leben, desto eher tragen sie die Erreger, zeigt die Analyse von Ausscheidungen der Tiere an verschiedenen Stellen der Inseln.
"Ozeanische Inselsysteme wie etwa das Galapagos-Archipel sind ideal, um die Muster und Prozesse der Ökologie und Evolution zu erkunden. Das gilt auch für die Erforschung der Antibotika-Resistenz", erklärt Studienleiter Roderick Mackie. Wie die Übertragung stattfindet oder welche Auswirkungen die Bakterien für die Tiere haben, wurde allerdings bisher nicht erforscht.
Quellen: Patterns of antibiotic-resistant bacteria seen in Galápagos reptiles, University of Illinoys, 23.01.0212; news.illinois.edu; Emily Wheeler, Pei-Ying Hong, Lenin Cruz Bedon and Roderick I. Mackie: Carriage of antibiotic-resistant enteric bacteria varies among sites in galápagos reptiles, Journal of Wildlife Diseases, Januar 2012 <cite>48:77-86</cite>
Dieser Beitrag erschien am 24.01.2012 unter pressetext.com. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Pressetext veröffentlichte schon früher Beiträge zu dieser Problematik unter dem Titel: Moskitos bedrohen Fauna der Galapagos-Inseln (02.06.2012) und Kreuzfahrtschiffe gefährden Naturparadies (13.01.2006).
Lesen Sie auch:
- Ecuador will den Touristenstrom nach Galapagos besser steuern (05.01.2012)
- Notmassnahmen zum Erhalt der Galapagos-Inseln: Tourismus einschränken (06.09.2007)
Kategorie: Artenvielfalt/Biodiversität, Brennpunkt Tourismus, Ecuador, Jung & Fair, Parks – Schutzgebiete, Umwelt & Lebensgrundlagen, Wasser, „Ökotourismus“







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