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08. April 2009

Indigene: Neue Attacke auf San

Bild: WikiMedia Commons, Jan Beatty

Die Gier nach Diamanten stürzt die San im Central Kalhari Game Reserve in Botswana in neue Existenznöte: Erste Vortrupps des Minen -und Diamantenkonzerns De Beers schicken sich an, im Gebiet der Buschleutegemeinschaft von Metsamenong die Edelsteine zu fördern. Dies meldet die britische Menschenrechtsorganisation Survival International. Das neue Schürf-Programm der De Beers-Gruppe drohe die Zukunft des indigenen Volkes wie auch die Ökologie des Reservats zu zerstören. Für die San wiederholt sich ein Albtraum. Denn früher schon versuchte De Beers im Wildreservat, das zur Heimat der San gehört, an die begehrten Diamanten zu kommen. Der Plan scheiterte jedoch am heftigen Widerstand der San und von Suvival International (SI). Damals rief die Organisation dazu auf, De Beers zu boykottieren. MenschenrechtlerInnen protestierten vor den Luxusgeschäften De Beers in London und New York. Zudem konnten die Supermodels Iman und Lily Cole überzeugt werden, nicht mehr für den Diamantengiganten zu arbeiten. Die Kampagne endete, als das Unternehmen sein 2,2 Milliarden US-Dollar-Depot für 34 Millionen US-Dollar an Gem Diamonds verkaufte. 

Zur neusten Entwicklung im Kalahari Wildreservat erklärt der SI-Vorsitzende Stephen Corry: "Wir sind bestürzt darüber, dass De Beers glaubt, jetzt in das Reservat zurückkehren zu können, solange die Situation mit den Buschleuten noch ungeklärt ist."

Vor zwei Jahren gewannen die Buschleute einen wegweisenden Gerichtsprozess. In einem Grundsatzentscheid wurde ihnen das Recht zugesprochen, im Reservat weiterleben zu dürfen. Botswanas Regierung hatte sie vorab im Interesse der Minen- und Tourismusindustrie daraus vertrieben. Das Gericht bestätigte schliesslich, dass die San das Recht hätten, dort zu leben, zu jagen und zu sammeln.

Allerdings befinden sich heute immer noch Hunderte von San in Umsiedlungslagern ausserhalb des Reservates. Stephen Corry: "Für sie ist es unmöglich, nach Hause zurückzukehren, da die Regierung ihnen verbietet, zu jagen oder ihre Wasserlöcher zu nutzen." Survival International werde alles tun, um den Buschleuten zu helfen. "Dies beinhaltet den Versuch, Menschen zu überzeugen, De Beers zu boykottieren, bis die Buschleute Zugang zu ihrem Land und Wasser haben. Es ist nicht vorstellbar, dass die Buschleute ihre freie Einwilligung zum Diamantenabbau geben, wenn die meisten von ihnen noch nicht einmal in ihre Heimat zurückkehren können", folgert Corry.

Quelle: Habari 4/08; www.survival-international.de;

AutorIn: Ruedi Suter, Habari, Basel

Kategorie: Botswana, Brennpunkt Tourismus, Indigene Völker, Menschenrechte, Parks – Schutzgebiete, Umwelt & Lebensgrundlagen


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Letzte Aktualisierung: 17.05.2012