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02. Februar 2012

Kenia: Deutscher Reiseverband verurteilt Vertreibung der Samburu

Der Deutsche ReiseVerband (DRV) hat Kenias Regierung aufgefordert, eine Lösung zur Lage des Samburu-Volkes zu finden. Die gewaltsame Vertreibung des indigenen Volkes könnte dem Tourismus in Kenia schaden. Derzeit geben die Deutschen im Ausland mehr Geld aus als jede andere Nation.

In einem Brief an Präsident Mwai Kibaki äusserte Jürgen Büchy, Chef des DRV, seine "grosse Besorgnis" über die Situation in Kenias Laikipia Distrikt. "Tourismusentwicklung auf Kosten der Menschenrechte und der lokalen Gemeinden… wird von der deutschen Reisebranche nicht unterstützt", so Büchy.

Kurz nachdem das Land der Samburu an zwei Naturschutzorganisationen – The Nature Conservancy (TNC) und African Wildlife Foundation (AWF) – verkauft wurde, begann eine Serie gewaltsamer Vertreibungen durch Kenias Polizei. Tausende Samburu wurden von ihrem traditionellen Land im Eland Downs-Gebiet ausgewiesen. Häuser wurden niedergebrannt, Menschen überfallen und Vieh gestohlen.

Die Naturschutzorganisationen werben dafür, dass die 171 km grosse Fläche eine Chance für Kenia sei, seinen "neusten Nationalpark" zu schaffen, um so "den Tourismus zu stimulieren".

Büchy sagte, dass die DRV-Mitglieder Kenia als ein "bedeutendes Reiseziel" betrachten, dass es aber entscheidend sei, dort einen nachhaltigen Tourismus zu betreiben. Er forderte Kenias Regierung auf, den "Samburu die Rückkehr nach Eland Downs zu erlauben und ihnen eine Rolle in Laikipias Naturschutz zu geben".

Der DRV vertritt 80 Prozent der deutschen Reiseveranstalter und Reiseagenturen. 2010 gaben deutsche TouristInnen über 60 Milliarden Euro im Ausland aus.

Der Deutsche ReiseVerband hat von Kenias Regierung noch keine Antwort erhalten.

Lesen Sie Büchys Brief an Kenias Präsidenten (pdf, 442 KB).

Lesen Sie den ursprünglichen Beitrag über die Vertreibung der Samburu: 
Kenia: Nach Ausweisung folgt Gewalt an indigenem Volk 

AutorIn: Survival International, Berlin

Kategorie: Brennpunkt Tourismus, Deutschland, Indigene Völker, Jung & Fair, Kenia, Menschenrechte, Parks – Schutzgebiete, Unternehmen, Unternehmen


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Letzte Aktualisierung: 17.05.2012