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Warnung vor GMC: Ein unseriöser Ferienanbieter betrügt Reiselustige mit Behinderung
Ferien sind für Menschen in unseren Breitengraden die Zeit der Erholung vom Arbeitsstress und der Abwechslung vom Alltag. Das Angebot ist in den letzten Jahrzehnten immer vielfältiger geworden: vom Strandurlaub über Wanderferien in den Bergen bis hin zu Kreuzfahrten gibt es bald für jedes Bedürfnis das Richtige. Menschen mit Behinderung haben die Ferienangebote ebenfalls für sich entdeckt und möchten sie immer öfters nutzen. Dabei spielt in den meisten Fällen die Zugänglichkeit der Infrastruktur eine zentrale Rolle. Je nach Bedürfnis des Gastes sind ebenfalls Assistenzleistungen in der Bewältigung von einfachen Handgriffen bis zur anspruchsvollen Pflege gewünscht.
Ferienangebote mit Betreuung oder auch Pflege sind immer gefragter. Diverse Anbieter haben sich dieser Bedürfnisse angenommen und bieten sowohl Individual- wie auch Gruppenreisen an. Wichtig ist, dass die Informationen zu den Reisen und Aufenthalten wahrheitsgetreu und richtig sind und die angebotenen Dienstleistungen im Assistenzbereich von kompetenten MitarbeiterInnen ausgeführt werden. Denn Abweichungen von den Versprechungen bedeuten im Extremfall Abbruch der Ferien und Antritt der Rückreise. Ein solcher Fall wurde im August 2006 publik, als der Berner Ferienanbieter Guest Medical Control (GMC) Erholungsferien für Menschen mit Behinderung an der Costa Brava versprach. Die im Prospekt aufgeführte "Pflege nach ärztlicher Weisung" entpuppte sich als unwahr, denn vor Ort waren lediglich FerienbegleiterInnen ohne pflegerische Ausbildung, die ebenfalls auf die versprochenen Fachpersonen warteten, damit sie deren Anweisungen folgen könnten. Auch waren die Platzverhältnisse in den Ferienwohnungen sehr beengt und genügten den Bedürfnissen der Gäste in keinster Weise. Der Verantwortliche bei GMC war telefonisch weder für die FerienbegleiterInnen noch für die Gäste und deren Angehörige oder BetreuerInnen erreichbar. Der Urlaub musste abgebrochen werden und die Betroffenen wurden auf Initiative von Dritten nach Hause geholt. Der Skandal setzt sich fort. Wer sich jetzt denkt, dass GMC seine Geschäftstätigkeiten einstellen musste, täuscht sich. Im Jahre 2009 tauchten abermals Prospekte mit ähnlichen Angeboten auf. Mobility International Schweiz (MIS), die Reisefachstelle für Menschen mit Behinderung und für die Tourismusbranche, gab in der Folge über die Presse und ihre Webseite Warnungen heraus. Die Schweizer Behörden sehen sich bei der Kontrolle von Behindertenferien im Ausland anscheinend machtlos. Letztes Jahr (2011) nun hörten wir (MIS) erneut von Unregelmässigkeiten bei GMC. Ferien konnten nicht angetreten werden, weil der Verantwortliche nach der Buchung und Bezahlung der Dienstleistungen nicht mehr erreichbar war. Ein weiteres Mal wurden Menschen mit Behinderung getäuscht und geschädigt. Wir hoffen nun, dass die Betroffenen Anzeige erstatten, um GMC endlich das Handwerk zu legen. MIS kann lediglich eindringlich vor diesem Veranstalter warnen.
Über den GMC-Betrugsfall berichtete auch Espresso auf Radio DRS
Betrug an Behinderten: Ein "Altbekannter" zockt wieder ab
Vor dem unseriösen Ferienanbieter warnt auch Pro Infirmis: www.proinfirmis.ch/de/medien/aktuelles/detail/artikel/2011/nov/warnung-vor-unserioesem-ferienanbieter.html
MIS zeichnet seriöse Anbieter mit einem Label aus. Lesen Sie dazu den Bericht Mobility International Schweiz lanciert das Qualitätslabel "Ferien für alle"
Kategorie: Brennpunkt Tourismus, Jung & Fair, Menschenrechte, Unternehmen, Unternehmen





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