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Liebe Leserin, Lieber Leser

In diesen Tagen wird in Bali heiss darüber diskutiert, welche Massnahmen ergriffen werden sollen, um das Ausmass der Klimaerwärmung zu mindern und sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Dabei fällt auch immer wieder das Wort Klimakompensation. Genau das Wort, welches in der Schweiz eben zum Unwort des Jahres gekürt wurde. Gemäss Jury zeige der Begriff nur die Hilflosigkeit der Argumentation bei der brisanten Klimathematik: „Die »Klimakompensation« präsentiert sich als Winwin-Situation und suggeriert einen Lösungsansatz, der in Wahrheit eine Mogelpackung ist. Der Konsument muss sein Verhalten nicht ändern und hat sein Gewissen erleichtert, die Wirtschaft erfährt keine Einbussen und die Politik erweckt nicht den Eindruck der Untätigkeit. Das Einsehen hat das Klima.“ Und, möchten wir hinzufügen, die Bevölkerung vorab in den Ländern des Südens, die heute schon schwer unter den hauptsächlich vom Norden verursachten Klimaveränderungen leidet.

Es ist keine Zeit mehr für Hinhaltetaktiken, es braucht grundsätzliche Weichenstellungen. Zum Auftakt der Klimakonferenz haben 100 prominente Persönlichkeiten an die Entscheidungsträger in Bali appelliert, die globalen Spielregeln der Wirtschaft grundlegend zu ändern, um effektiv eine ökologische, aber auch sozial gerechte Entwicklung zu erreichen. Das gehe nicht ohne Einschränkung des Konsums auf ein nachhaltiges Niveau bei gleichzeitiger Verbesserung des Lebensstandards der Armen. Deshalb müsse die Balikonferenz einen Arbeitsplan einschliessen, der neue Spielregeln, Anreize und Institutionen schafft. Entwicklung müsse neu und anders definiert werden.

Die Stimmen aus der Zivilbevölkerung sind deutlich. Und werden weiterhin übergangen. Zum Beispiel beim Abschluss bilateraler Freihandelsverträge, die den Spielraum für die Investoren noch weiter öffnen und jenen für eine nachhaltige, selbst bestimmte soziale Entwicklung einengen. Das muss sich ändern. Ein erster Schritt dazu ist der konsequente Einbezug der Zivilbevölkerung in alle relevanten Entscheide. „Die Grundbedürfnisse als Menschenrechte mit entsprechenden Pflichten und Verantwortlichkeiten zu verstehen, ist die Grundlage für den neuen Menschenrechtsansatz in der Entwicklungszusammenarbeit“, schreibt die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA). Ein solcher Ansatz hat aber nur Chancen, wenn er von allen politischen Verantwortlichen gemeinsam und kohärent umgesetzt wird.

Es ist erfreulich, dass die Tourismusbranche sich aktiv an der Klimadiskussion beteiligt und Lösungen für einen Tourismus mit Zukunft sucht. Nach den viel versprechenden Absichtserklärungen braucht es jetzt aber griffige Massnahmen für deren Umsetzung.

Zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember erinnern wir an die erste in diesem Jahrtausend von den Vereinten Nationen verabschiedete Menschenrechtskonvention: Die Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung. Sie verlangt im Artikel 13 den barrierefreien Zugang zu touristischen Angeboten. Davon ist die Branche bislang noch weit entfernt.

In diesem Menschenrechtsmonat wollen wir aber auch Burma wieder ins Blickfeld rücken: Es braucht den Einsatz der Weltgemeinschaft, um die Menschen in Burma vor weiterer willkürlicher Repression zu schützen. Engagieren Sie sich jetzt mit der Unterzeichnung der Petition von Amnesty International!

Wir wünschen Euch schöne Festtage und einen guten Einstieg ins internationale Jahr des Planeten Erde.

Ihr Redaktionsteam
Christine Plüss und Nina Sahdeva

 

Burma: Schon vergessen?

Vor gut zwei Monaten wurde die friedliche Protestbewegung der safranroten Mönche von den burmesischen Militärmachthabern gewaltsam niedergeschlagen. Heute ist Burma aus den Schlagzeilen verschwunden. Doch die Menschen in Burma leben weiter in Angst vor täglich neuer Repression, willkürlicher Verhaftung und Folter. Gemeinsam mit Amnesty International Schweiz sorgt der arbeitskreis tourismus & entwicklung im Menschenrechtsmonat Dezember dafür, dass Burma nicht in Vergessenheit gerät.

Handeln Sie jetzt in Solidarität mit der unterdrückten Bevölkerung in Burma: Unterzeichnen Sie die Petition von Amnesty International zur Freilassung aller politischen Gefangenen und für freie Meinungsäusserung in Burma! [weiterlesen]

Zum 10. Dezember: Urlaub ist ein Menschenrecht - auch für Behinderte

Die Schweiz soll die UN-Behindertenkonvention unterzeichnen [weiterlesen]

Die Welttourismusorganisation räumt dem Klimawandel höchste Priorität ein

Erstmals wird die Mitverantwortung des Tourismus am Klimawandel eingeräumt [weiterlesen] 

SRV und arbeitskreis tourismus & entwicklung arbeiten zusammen

SRV empfiehlt seinen Mitgliedern das Reiseportal fairunterwegs.org [weiterlesen] 

„Tourismus mit Zukunft“ ersetzt „Erklärung von Kreta“

Die Branche baut soziale Kriterien in ihre Nachhaltigkeitsverpflichtung ein  [weiterlesen]

Ein Fünfsternehotel für Malé?

Ein Expertenteam rät dringend davon ab [weiterlesen]

Kritik an bilateralen Freihandelsverträgen: Industrieländer profitieren ungleich mehr

Europäische Nichtregierungsorganisationen fordern ein Moratorium  [weiterlesen]

 
 

Der "fairunterwegs"-Koffer ist enttäuscht

Reisende mit Behinderung finden in den Ferienkatalogen keine Angebote

Reisen mit einer Behinderung – wie geht das, und worauf muss man acht geben? wollte der fairunterwegs-Koffer wissen. Er machte sich mit Stefan Principe, einem Tetraplegiker, auf den Weg, um sich kundig zu machen. Die Frage ist von Belang: Immerhin leben in der Schweiz etwa 500'000 Menschen mit Behinderung, von denen viele gerne reisen würden – so sie ein geeignetes Angebot fänden. [weiterlesen]

 

Lesereise: fair unterwegs mit Ruedi Küng, Afrika-Korrespondent

Radio DRS-Korrespondent Ruedi Küng reist von Berufs wegen viel, und dies auf nicht besonders umweltverträgliche Weise. Am besten schont er das Klima, wenn er mit dem Schriftsteller Abdulrazak Gurnah aus Sansibar auf Lesereise unterwegs ist [weiterlesen]

 
 

Bücher

 

Erklärung von Bern (Hg.): Machthungrige Strippenzieher. Das Konzernlobbying rund um die WTO

In ihrer Broschüre zeigt Marianne Hochuli auf, wie sämtliche WTO Abkommen durch intensives Lobbying von Konzernen in Industrieländern zustande gekommen sind, wobei die Interessen der Bevölkerung im Norden wie im Süden übergangen wurden [weiterlesen]

 

Chimamanda Ngozi Adichie: Die Hälfte der Sonne

Eine halbe, aufgehende Sonne auf rot, schwarz und grün gestreiftem Hintergrund – unter dieser Flagge erklärte der mehrheitlich von Igbo bevölkerte südöstliche Teil von Nigeria sich 1967 zur unabhängigen Nation Biafra. Drei Jahre und einen verheerenden Krieg später war die Sonne gesunken, hatte die nigerianische Regierung wieder Oberhand über die erdölreiche Region [weiterlesen]

 

Barbara Strebel: "Der Weg ins Paradies ist keine Asphaltstrasse"

Eindrücke aus Äthiopien: Es ist das ärmste und zugleich das reichste Land der Welt. Das zweiteilige Werk spannt den Bogen von den persönlichen Erfahrungen der Autorin Barbara Strebel, die sie in Feldprojekte der Caritas gemacht hat, hin zu den historischen Hintergründen und Zusammenhängen des Landes [weiterlesen]

 

Ondjaki: Bom dia camaradas

Aus der Perspektive eines Kindes erzählt der selbst noch jugendliche Autor eine subtil humorvolle Geschichte aus Angola, die so gar nicht zu den Vorstellungen über das vom Krieg gebeutelte Land passen will. Anlässlich eines Radiointerviews macht der zwölfjährige Ndalu eigene Erfahrungen mit dem Propagandaapparat der Regierung [weiterlesen]

 

Veranstaltungen

Ausstellung IHRE FERIEN - UNSERE HEIMAT

Die Bilder von jungen Fotografen aus dem südindischen Kerala sind an der Ferienmesse Bern zu sehen, 17. – 20. Januar 2008, Foyer 200, BEA Bern Expo, Do/Fr 13-21 Uhr, Sa/So 10-18 Uhr

Wer die eindrückliche Fotoausstellung IHRE FERIEN – UNSERE HEIMAT im November 2007 in Bern verpasst hat, erhält auf der Ferienmesse Bern 2008 eine zweite Chance: Für einmal offenbart sich Kerala, die Feriendestination an der Südspitze Indiens, nicht im Hochglanz der Reisewerbung. Für einmal sind auch nicht die TouristInnen am Knipsen, sondern einheimische junge Fotografen zeigen [weiterlesen]

 

Urlaub ohne Wasser? Unmöglich!

Fachveranstaltung im Rahmen des Reisepavillons am Samstag, 19. Januar 2008 von 13:30-17:30 Uhr; Neue Messe Stuttgart, Halle 2, Raum C 5.2

Welche Ansätze braucht es für eine gerechte Nutzung der Ressource Wasser zwischen Tourismus und den Bedürfnissen der Lokalbevölkerung? Christine Plüss vom arbeitskreis tourismus & entwicklung, Basel, beleuchtet dabei die Situation in Kerala/Südindien [weiterlesen]

 

Auf den Punkt - "Fair unterwegs in einen Urlaub mit Zukunft"

Sonntag, 20.1.2008, Punkt 12:00 Uhr, Neue Messe Stuttgart, Eingang Ost/Atrium, Forum der Kirchen

Hintergrundgespräch zu fairem Handel(n) im Tourismus, im Rahmen des Reisepavillons in Stuttgart. Angestossen wird dabei auch auf die neue Broschüre: "Fair unterwegs in Kerala/Indien". Gesprächspartner sind u.a. Christine Plüss, Angela Giraldo, Mechtild Maurer, Heinz Fuchs [weiterlesen]

 

Fotoausstellung: Indien zu Zeiten Gandhis

Vom 24.11.2007-30.3.2008 im Museo delle Culture in Lugano

Im Museum der Kulturen in Castagnola bei Lugano laden Fotografien von Walter Bosshard zu einer Reise ins Indien der 30er-Jahre ein.
Walter Bosshard war ein Pionier des Fotojournalismus und seinerzeit bekannt wegen seiner Reportagen aus dem Orient. 1930 erhielt er eine Einladung der Agentur Dephot in Indien, um die Situation des Aufruhrs gegen die britische Präsenz und die aufkommende Unabhängigkeitsbewegung zu dokumentieren. Seine Bilder haben die öffentliche Meinung weltweit beeinflusst [weiterlesen]

 

Winterfreuden. Tourismusplakate und private Fotografien

Basler Plakatsammlung, eine Institution der Schule für Gestaltung Basel, Ausstellungsräume auf der Lyss, Basel. Vernissage am 14.12.2007, 18:00 Uhr, Ausstellung vom 15.12.2007-20.1.2008

Die Basler Plakatsammlung hat in ihren Archiven gekramt und die schönsten, interessantesten Plakate für den Wintertourismus zu einer Ausstellung zusammengestellt. Ergänzt werden sie durch eine Anzahl von privaten Fotoalben, die eine teils ähnliche, teils völlig andere Sicht auf die Bergwelt und ihre temporären Gäste zeigen. Die Konfrontation regt zum Vergleichen und zum genaueren Hinschauen an. [weiterlesen]

 

Letzte Aktualisierung: 02.12 2008