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Liebe Leserin, Lieber Leser

Noch 16 Tage bis zum Anpfiff. Die Euro 08 hat hier in Basel, einer der acht Host Cities der Fussballspiele, schon einiges an Aufruhr verursacht: Da werden plötzlich Sperrzonen errichtet, wir lernen, dass wir das Basler „Unser Bier“ nicht in den Fanzonen kaufen dürfen, uns dort sogar Sponsoren gerecht kleiden müssen. Die Organisatoren der Uefa entscheiden gemeinsam mit den Regierungen der Gastgeberstädte über Dinge, welche das Leben der AnwohnerInnen, des lokalen Gewerbes oder unsere Steuergelder betreffen, ohne dass wir dazu befragt werden. Die Zugeständnisse für die Investoren wie Steuerbefreiung, Sicherheitsleistungen, Infrastrukturen erinnern uns an die vielen touristischen Megaprojekte überall in der Welt. Zum Beispiel in Vietnam, wo Bevölkerung und Regenwald einem von einer Schweizer Gesellschaft finanzierten „Ökotourismus“- Projekt Platz machen müssen. Sowohl im Tourismus wie im Sport wird behauptet, das diene der „Entwicklung“ und der „Völkerverständigung“.

"Fußball vereinigt die Völker und kann mit seiner positiven Energie einen großen Beitrag in einer bösartigen und verrückten Welt leisten", äusserte Sepp Blatter, Präsident der Fédération Internationale de Football Association (FIFA) an der Münchner Konferenz über Visionen zum Fussball vor drei Jahren. Dass Sport der Völkerverständigung dient, ist eine gerne bemühte Ideologie. So üben wir uns heute in der Freundlichkeit gegenüber den Euro08-Gästen und staunen gleichzeitig über die Sicherheitsmassnahmen, die ergriffen werden, damit die Exponenten der Völker verstehenden Fanschaft nicht übereinander herfallen. Oder wir entsetzen uns über die Chinesische Regierung, welche für die Anlagen der olympischen Spiele und das Lifting von Peking zwei Millionen Menschen zwangsumsiedelt.

Dessen ungeachtet fasziniert die Idee, über den Sport gesellschaftliche, kulturelle und gedankliche Barrieren zu überwinden, weiterhin viele. Auch wir glauben an dieses Potential des Sports. Damit Sport aber zu einem Instrument einer „integrativen Gesellschaft“ werden kann, wie sie von den Vereinten Nationen im Zusammenhang mit der Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung postuliert wird, müsste er die gleichen Eckpunkte der Fairness einhalten wie der sozial- und umweltverantwortliche Tourismus: Partizipation, Einhaltung der Menschenrechte, gerechte Arbeitsbedingungen, gerechte Preise und gerechte Nutzung der natürlichen Ressourcen, Einbindung in die lokalen wirtschaftlichen Kreisläufe, langfristige Beziehungen.

Vom kühlen Bier beim Fussballabend lassen wir uns nicht den Blick auf die Situation von Opfern des Frauenhandels in der Schweiz, Oppositionellen in China, der Lokalbevölkerung in Vietnam oder den Opfern der Zyklone in Burma vernebeln. Aber wir freuen uns auf spannende Spiele und eine gute Stimmung rund um die Euro 08.

Ihr Redaktionsteam

Nina Sahdeva, Christine Plüss und Katja Erny

 

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Rekordjahr des Artenschwunds

Niemals zuvor verbuchte die Rote Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) mehr Arten als gefährdet [weiterlesen]

 
 

Der fairunterwegs-Koffer ist unzufrieden:

Die Reiseveranstalter machen mit der Olympiade das grosse Geschäft, zieren sich aber bei Hinweisen auf die Menschenrechtssituation
Das gewaltige Erdbeben in China hat die Welt erschüttert – der engagierte Einsatz der Regierung und vieler Zivilpersonen zur Rettung der Überlebenden und Bergung der Opfer hat auch den fairunterwegs-Koffer beeindruckt. Über den Bildern des weinenden Premierministers Wen Jiabao  hat der fairunterwegs-Koffer beinahe vergessen, dass er und seine Regierung verantwortlich sind für die Repression der Minderheiten in China [weiterlesen]

 

Lesereise: Fair unterwegs mit Permi Jhooti, unter anderem Profifussballerin und Strahlenphysikerin

Permi Jhooti war die erste professionelle asiatische Fussballspielerin für England. Und die Vorlage für den Kinoschlager "Bend it like Beckham". Seither wird sie gerne auf die Rolle der Fussballerin oder der Seconda festgelegt. Dass hinter der Strahlenphysikerin am Basler Kantonsspital mehr steckt, wird sie in ihrer Biographie zum Ausdruck bringe, die sie bis August fertig geschrieben haben will. [weiterlesen]

 
 

Bücher

 

Josef Alkatout: Samla

Palästina im Mai 1948: Während Ben Gurion die Staatsgründung Israels ausrief, wird der kleine Nasser, der im kommenden Herbst mit seiner Freundin Amina endlich hätte die Schule beginnen können, und seine ganze Familie, welche die Dorfbäckerei betrieb, gewaltsam aus Samla vertrieben. [weiterlesen]

 

Tom Segev: Es war einmal Palästina

Seit Jahren tobt der blutige Konflikt zwischen Arabern und Juden um die Herrschaft im sogenannten „Heiligen Land“ und bestimmt die Weltpolitik. Der international renommierte israelische Historiker und Journalist Tom Segev zeigt in seinem Standardwerk auf, wie es zu diesem Krisenherd kam [weiterlesen]

 

Katharina Morello: Sie tragen die Welt auf dem Kopf

Leicht und lebendig kommen die Kurzgeschichten aus Simbabwe daher, über die geschickte Hühnerzüchterin, die Schwester Theresa des Musiso-Spitals, die nach England ausgewanderte Emily, das gelungene Seifenfabrikprojekt der Frauen [weiterlesen]

 

Aminata Traore: L’Afrique humiliée

Aminata Traore ist eine «Grande Dame» der westafrikanischen Intelligenzia, militante Sozialwissenschafterin und einstige Ministerin von Mali, die sich mit ihrem Angriff auf die Politik der Bretton Woods Institute (IWF usw.) einen Namen machte. Das zentrale Thema ihres neuesten – bisher nur in Französisch erhältlichen – Buches ist die illegalisierte Emigration der westafrikanischen Jugend nach Europa [weiterlesen]

 

Meja Mwangi: Das Buschbaby

Wenn nachts im Buschkrankenhaus der Generator ausfällt, kommt auf der Entbindungsstation schon mal etwas durcheinander. Wunderten sich in Mwangis Roman «Happy Valley» die schwarzen Eltern nicht wenig über die Hautfarbe ihres weissen Babys, so erzählt nun «Das Buschbaby», wo das schwarze Kind geblieben ist. [weiterlesen]

 

Marco Schwartz: Das Karibische Testament

Die Leseperle von Andreas Simmen, dem solidarischen Verleger - Dieses Buch ist eine karibische Bibel – und dieser Autor eine neue und unüberhörbare Stimme der lateinamerikanischen Literatur. [weiterlesen]

 

Veranstaltungen

Der kolumbianische Autor Marco Schwartz in der Schweiz

Lesung am am Mittwoch, 28.05.2008, 20.00 Uhr  im Literaturhaus Zürich, Limmatquai 62, Zürich und am 29.05.2008,  19.30 Uhr in der Libromania, Länggass-Strasse 12 in Bern

Die neue unüberhörbare Stimme Lateinamerikas liest aus seinem Roman Das Karibische Testament: Eine originelle Geschichte zum Thema der Landfrage in Kolumbien  [weiterlesen]

 

Churubamba - Frauen am Ball

GEO-Reportage auf SF1, am Samstag, 31.05.2008, 11.35-12.25 Uhr

Der Frauenalltag im kleinen Dorf Churubamba in den peruanischen Anden ist hart: Das Einzige was diesen etwas vergessen lässt ist Fussballspielen! Eine Dokumentation über die kickenden Bäuerinnen, welche weite Fussmärsche nicht scheuen, um gegen andere Teams anzutreten [weiterlesen]

 

Verantwortlich handeln, statt saubere Sprüche klopfen!

Wie Corporate Social Responsibility von kleineren Reiseanbietern im Alltag erprobt wird. Eine Diskussionsveranstaltung des arbeitskreises tourismus & entwicklung am 04.06.2008, 17.00 Uhr, in Basel

Bäumchen pflanzen reicht nicht. Rolf Pfeifer, Geschäftsführer des „forums anders reisen“, und Angela Giraldo von der Kontaktstelle für Umwelt & Entwicklung in Suttgart geben Inputs für die Diskussion, was es für ein effektiv faires, verantwortliches Handeln von Unternehmen im Tourismus braucht [weiterlesen]

 

„Sport und soziale Integration“

Symposium am 18. Juni 2008 im Zentrum Paul Klee, Bern

Sport vermag Menschen auf der ganzen Welt zu fesseln, wie die Euro08 zeigt. Kann er auch als Mittel zur sozialen Integration angesehen werden? [weiterlesen]


 

Feuer in den Alpen

Höhenfeuer der Alpen-Initiative auf dem Simplonpass am 9. August 2008.

Das Mahnfeuer der Alpeninitative auf dem Simplonpass erinnert an Gefahren des zunehmenden Gütertransitverkehrs. Es regt sich Widerstand gegen die "rollenden Bomben"  [weiterlesen]

 

Letzte Aktualisierung: 02.12 2008