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Liebe Leserin, Lieber Leser

In Amerika weht ein Wind des Wechsels. Nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern auch im Süden. Gleich zwei internationale Treffen fanden kürzlich in Brasilien statt: In Rio trafen sich im Oktober Fachleute aus aller Welt, um gemeinsam über weitere Schritte im Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung Minderjähriger zu beraten. Denn es ist unerträglich, dass mehrere Millionen Kinder und Jugendliche von Touristen sexuell ausgebeutet werden – mit zunehmendem Tourismus immer mehr und immer jüngere. Und in Belem im Amazonasgebiet trafen sich diesen Januar Nichtregierungsorganisationen und soziale Bewegungen aus allen Kontinenten, um über die Finanzkrise und die Klimakatastrophe und über gerechtere und nachhaltigere Wirtschaftsmodelle nachzudenken – auch im Tourismus: Denn es geht nicht länger an, dass Spekulanten auf unberührtem Küstengebiet, unterstützt von der öffentlichen Hand, Megaresorts bauen dürfen – auf Kosten von Einheimischen und Indigenen, die es bisher nutzten.

„Ein anderer Tourismus ist möglich – und dringend notwendig!“ So lautet der Titel der Resolution, die am Weltsozialforum in Belem/Brasilien zum Tourismus gefasst wurde. Möglich ist er dank den unzähligen Initiativen für gerechten und umweltschonenden Tourismus in vielen Ländern. Und dank den Bemühungen einiger Reiseveranstalter, ihre Sozial- und Umweltverantwortung ernst zu nehmen, zumindest in Sachen Kinderschutz. Dringend notwendig ist er nicht nur, weil die Zerstörung von Kindheiten und von Lebensgrundlagen unmoralisch ist, sondern weil sie langfristig auch zu teuer zu stehen kommt: Im Ferienparadies Malediven überlegt sich der frisch gewählte Präsident, wie er die Bevölkerung seiner sinkenden Inseln vor den Fluten retten könnte – eine Folge der Mensch gemachten Klimaerwärmung. Noch teurer ist nur Krieg. Im Nahen Osten beliefen sich die Kosten für die kriegerischen Auseinandersetzungen der letzten zwanzig Jahre auf zwölf Billionen Dollar. Eine Zahl, welche die Verantwortlichen zum Umkehren bewegen sollte, hoffen die Autoren der Berechnung.

Doch es ist ein ungelüftetes Geheimnis, was uns genügend stark berührt, damit wir unser Verhalten wirklich ändern - hin zu einer besseren Nachhaltigkeit und zu mehr sozialer Gerechtigkeit. Vielleicht sind es einfache Geschichten von Menschen, die Opfer eines ungerechten Systems geworden sind – wie die von der palästinensischen Grossmutter Khadeja Al-Najar, oder vom tibetischen Vater und seiner Tochter, die der Winterthurer Fotograf Manuel Bauer auf ihrer Flucht begleitet hat. Oder von Frauen, die sich unter widrigsten Umständen für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen – wie sie uns Ruth-Gaby Vermot-Mangold in ihrer Lesereise erzählt.

Ein anderer Tourismus ist möglich – wir zählen dabei auch auf Sie!

Ihr Redaktionsteam
Nina Sahdeva, Christine Plüss, Katja Erny

 

Am Pakt von Rio wird noch gefeilt

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Das Meldeformular zur sexuellen Ausbeutung Minderjähriger in Feriendestinationen findet Anklang [weiterlesen]

Fragebogen: "Sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus"

Die Umfrage soll die Qualität der Prävention von Kindersextourismus verbessern [weiterlesen]

Weltsozialforum 2009: Erklärung von Belem des Global Tourism Intervention Forums

Die Zerstörung durch spekulative touristische Megaprojekte hat erschreckende Ausmasse erreicht [weiterlesen]

Stochern im -Ismus des 21. Jahrhunderts

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Malediven: Ein Paradies auf Stelzen

Das beliebte Ferienparadies versinkt vielleicht schon bald im Meer [weiterlesen]

Studie belegt: Zwanzig Jahre Konflikt kosteten den Nahen Osten 12 Billionen Dollar

Botschafter Thomas Greminger drängt auf ein stärkeres internationales Engagement [weiterlesen]

"Wären wir doch nicht geflüchtet"

Khadeja Al-Najar, heute Einwohnerin im Gazastreifen, erinnert sich an 1948 [weiterlesen]

Flucht aus Tibet

Fotograf Manuel Bauer hat einen Vater und dessen Tochter auf der Flucht begleitet [weiterlesen]

 
 

Der fairunterwegs-Koffer ist verhalten optimistisch, aber auch etwas besorgt

Der fairunterwegs-Koffer sorgt sich, ob wohl für manche der Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen im Tourismus in Zeiten der Krise plötzlich keine Priorität mehr hat. Umso mehr Hoffnung setzt er auf die Zusammenarbeit im Schweizerischen Reisebüroverband, der den Code letztes Jahr während der Branchenfachmesse TTW unterzeichnet hat [weiterlesen]

 

Lesereise: Fair unterwegs mit Ruth-Gaby Vermot-Mangold, Reisende für den Frieden

Auch nach ihrer politischen Karriere im Stadtrat, Grossrat, Nationalrat und Europarat trägt Ruth-Gaby noch viele Hüte: Sie ist Präsidentin der FriedensFrauen weltweit, Präsidentin der Gesellschaft für bedrohte Völker Schweiz und neu auch  Präsidentin der Schweizerischen Beobachtungsstelle für Asyl- und Ausländerrecht.  Rund um das Buch „1000 PeaceWomen Across the Globe“ hat sie viele Reisen unternommen – auf die sie die fairunterwegs-LeserInnen mitnehmen möchte [weiterlesen]

 
 

Bücher

 

Marco Leuenberger, Loretta Seglias (Hrsg.): Versorgt und vergessen. Ehemalige Verdingkinder erzählen

Hoch schlagen heute die Wellen der Empörung, wenn aus fernen Ländern skandalöse Fälle von Kinderarbeit und -handel vermeldet werden. Es ist aber noch gar nicht so lange her, da waren auch in der Schweiz zahlreiche Kinder schutzlos der ausbeuterischen Arbeit preisgegeben [weiterlesen]

 

Jones Lloyd: Mister Pip

Matilda ist 13 Jahre alt und lebt abgelegen auf einer zu Papua-Neuguinea gehörenden Insel, wo ein Bürgerkrieg tobt. Die Weissen, welche die Kupferminen ausbeuteten, sind geflohen. Nur Mr. Watts ist zurückgeblieben. Er beginnt Matilda und den andern Kindern aus Charles Dickens’ Roman «Grosse Erwartungen» vorzulesen. Sie entwickeln eine innige Verbundenheit mit der Romanfigur des Waisenjungen Pip [weiterlesen]

 

Amalia van Gent: Leben auf Bruchlinien – die Türkei auf der Suche nach sich selbst

Die Türkei ist Mitglied der Nato, sucht den Anschluss an Europa und unterhält gute Beziehungen zu Israel. Gleichzeitig hat sie eine islamische Regierung und gewisse Kreise träumen manchmal von einer Vereinigung mit den turksprachigen Republiken der ehemaligen Sowjetunion [weiterlesen]

 

Sahar Khalifa: Heisser Frühling

Das Buch der renommierten palästinensischen Autorin Sahar Khalifa berichtet von den dramatischen Ereignissen im Frühling 2002, als die israelischen Panzer das eingekesselte Nablus überrollten und während Wochen den Regierungssitz von Yassir Arafat in Ramallah beschossen. In den Trümmern die beiden Brüder, Madschid und Ahmed, deren Geschichte als Kämpfer und Opfer zugleich im Roman erzählt wird [weiterlesen]

 

Troy Blacklaws: Malindi

Douglas, ein vierzehnjähriger Schüler aus dem pulsierenden Kapstadt, verliert während eines unbeschwerten Nachmittags am Strand seinen Zwillingsbruder Marsden bei einem Kricketunfall. Sein Vater, dessen Ball den Jungen tödlich trifft, wird mit der Tragödie nicht fertig. Die Mutter versucht der Trauer zu entfliehen, indem sie mit Sohn und Haushälterin in die Karoo zieht, tief ins südafrikanische Hinterland [weiterlesen]

 

Veranstaltungen

fairunterwegs.org an der NATUR 4/09

19. – 22. 02.2009, MUBA – Messezentrum Basel, am Stand von SWISS FAIRTRADE, Halle 4.1, Stand B36 – gegenüber der NATUR Lounge

Einer Umfrage in Deutschland zufolge würden 37 Prozent der Fernreisenden gerne Fairtrade-Angebote buchen. Doch solche, glaubwürdig gekennzeichnet, sind auf dem Reisemarkt kaum erhältlich. Umso wichtiger die Tipps, Hintergrundberichte und Entscheidungshilfen des arbeitskreises tourismus & entwicklung auf seinem einzigartigen Reiseportal [weiterlesen]

 

Flucht aus Tibet

Live Reportage des Winterthurer Fotografen Manuel Bauer. Vom 09.03.2009-01.04.2009 in verschiedenen Schweizer Städten

2009 jährt sich zum 50. Mal die Flucht des Dalai Lama aus dem besetzten Tibet. Seither und bis heute fliehen Tibeter unter Lebensgefahr aus ihrer besetzten Heimat. Manuel Bauer hat den gefahrenvollen Weg eines tibetischen Vaters und dessen sechsjähriger Tochter 1995 von Lhasa/Tibet nach Dharamsala/Nordindien begleitet [weiterlesen]

 

Sonne, Sand und Sustainable Tourism? - Corporate Social Responsibility in der Praxis

Präsentationen und Podiumsdiskussionen veranstaltet von Tourism Watch, Evangelischer Entwicklungsdienst, am Freitag 13. März 2009 , 11.45-13.30 Uhr, Halle 4.1 (Trends & Events), im Rahmen der Internationalen Tourismusmesse Berlin ITB, die vom 11.03.-13.03. 2009 stattfindet.

Vorgestellt werden der Code gegen die kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen im Tourismus, der Wegweiser ins Heilige Land der palästinensischen Initiative PIRT und TourCert, die Gesellschaft zur Zertifizierung von Nachhaltigkeitsberichten [weiterlesen]

 

Reisen nach Palästina?

Diskussion zur Finissage der Ausstellung: Palästina, Fotografien von Jenny Bolliger und Wolfgang Sreter aus der Westbank. Mit Michel Awad, Leiter des Begegnungszentrums Siraj in Beit Sahour, und weiteren Reisefachleuten. 16.03.2009, 18–20 Uhr, Universität Basel, Kollegienhaus 1. Stock, Petersgraben 1

Der palästinensischen Bevölkerung kann der Tourismus eine Öffnung bringen. Aber kann man denn jetzt überhaupt nach Palästina reisen?  [weiterlesen]

 

16. Filmtage Nord/Süd 2009

Das Festival läuft in sieben Schweizer Städten noch bis Ende April

Alle zwei Jahre präsentieren die Filmtage Nord/Süd neue, für Bildungsarbeit und Unterricht ausgewählte Filme, die Verständnis für andere Menschen und Kulturen fördern, die Staunen auslösen, schmunzeln lassen und Fragen aufwerfen. Filme, die dazu anregen, ein Thema aus ganzheitlicher Perspektive zu betrachten, vernetzt zu denken und couragiert zu handeln [weiterlesen]

 

Ökumenische Kampagne: Ein gutes Klima für das Recht auf Nahrung!

Die ökumenische Kampagne, an der sich alle beteiligen können, läuft noch bis Mitte Mai: Mit Brotaktion, Rosenaktion, Agenda, Klimapetition, CO2-Rechner für Kirchgemeinden und vielen Veranstaltungen.

Seit 40 Jahren arbeiten Fastenopfer und Brot für alle eng zusammen. Ein Jubiläum, das europaweit einzigartig ist. Es steht für eine lebendige Ökumene und tätige Solidarität von ChristInnen. Die Kampagne 2009 befasst sich mit den Folgen der Klimaerwärmung  [weiterlesen]

 

Letzte Aktualisierung: 20.03 2010