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Liebe Leserin, Lieber Leser Als wir am 29. November, dem Tag der internationalen Solidarität mit dem palästinensischen Volk, unsere Kampagne unter dem Motto "Für einen fairen Austausch mit Palästina – auch im Tourismus!" lancierten, hatten wir nur Aufgestelltes vor: Wir wollten die neue Initiative für einen verantwortungsvollen Tourismus – ein einzigartiges Netzwerk, zu dem sich Organisationen, Behörden und private Tourismusanbieter unter schwierigen Bedingungen in Palästina zusammengeschlossen haben – der Öffentlichkeit vorstellen. Und alle Interessierten an Reisen ins Heilige Land ermuntern, Palästina zu besuchen und mit einem fairen Austausch zu einer Öffnung für die abgeschottete palästinensische Bevölkerung beizutragen. Dann erfolgte Israels militärische Aggression gegen die im Gazastreifen eingekerkerten Menschen, die über 1'300 Todesopfer forderte, mehr als die Hälfte davon Frauen und Kinder, und eine Zerstörung unvorstellbaren Ausmasses hinterliess. Was jetzt mit Reisen? Wir erläutern die Frage in verschiedenen Beiträgen, die Ihnen Anregungen für Ihre eigenen Erwägungen geben. Eines ist sicher: Ein fairer Austausch mit Palästina beschränkt sich nicht auf den Besuch allein. Bestehende Kontakte gilt es jetzt zu pflegen und neue zu knüpfen – auch im Hinblick auf Ihre nächste Reise. Für die Menschen in Palästina ändert das noch nichts an ihrer Lebenssituation unter israelischer Besatzung, aber es gibt ihnen zumindest das Gefühl, nicht total isoliert zu sein. Und Sie erhalten die Informationen, die es Ihnen ermöglichen, sich selber ein authentisches Bild der Lage in Palästina zu machen. Es gibt keinen Frieden ohne Gerechtigkeit. Diese immer wieder zitierte Wahrheit gilt nicht nur für Palästina und Israel, sondern ganz allgemein - auch im Tourismus. Reisende sind dort am sichersten, wo die lokale Bevölkerung sich über die Gäste freut, weil sie auch von diesen Reisen profitiert. Wo aber ein Freizeitvergnügen wie Golf die Nahrungsmittelsicherheit vor Ort gefährdet, sind soziale Reibungen vorprogrammiert. Wo Küstenbewohner für spekulative Tourismusprojekte ihre Lebensgrundlage verlieren, ist kein Friede. Dass es auch anders geht, zeigt das Beispiel Nepal: Schon während des Bürgerkrieges blieben Reisende unbehelligt, denn die Dörfer freuten sich über das willkommene Zusatzeinkommen durch die Trekker. Zwei Jahre nach dem Bürgerkrieg unterstützen ökologische Dorftourismusprojekte den wirtschaftlichen Wiederaufbau. Am 10. Januar waren genau 40 Jahre vergangen, seit die Erklärung von Bern dem damaligen SP-Bundesrat Spühler ihr Manifest überreichte. Die Organisation, aus der auch der arbeitskreis tourismus & entwicklung entstanden ist, versteht es auch heute, immer wieder die wichtigen Fragen rund um die wirtschaftliche und soziale Gerechtigkeit zu stellen, sei es beim Kleiderkauf oder bei den Steueroasen. Peter Gessler war Mitgründer der Erklärung von Bern und auch des arbeitskreises tourismus & entwicklung. Seine Lesereise führt uns in die Gründerzeit zurück und gibt der Suche nach Frieden und Gerechtigkeit seine persönliche Note.
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