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Das grosse Reisegeschäft mit den Freiwilligen
Welche Voluntourismus-Angebote sind seriös?
Immer mehr Reisende möchten während ihrer Ferien einen Einsatz für einen guten Zweck leisten. Wo früher Entwicklungs- oder Hilfsorganisationen, Naturschutzorganisationen oder Missionswerke noch selbst Freiwillige für gezielte Einsätze in ihren Projekten suchten, klinken sich heute immer öfter Reiseveranstalter und gewerbsmässige Vermittlungs-agenturen ein. Sie verstehen mehr vom Reisegeschäft oder vom Vermitteln - aber weniger von der Arbeit, um die es in den Projekten geht.
Das birgt die Gefahr, dass bei solchen Freiwilligenprogrammen die Menschen und Projektpartner plötzlich gar nicht mehr so viel dazu sagen haben, wer wie lange für welchen Zweck kommen soll. Oder dass die Freiwilligen nicht mehr so genau geprüft werden - schliesslich sind sie bei diesem Business ja die Kunden. Schlimmstenfalls werden so Pädokriminelle in Kinderheime vermittelt, oder unerfahrene Freiwillige in gefährliche oder traumatisierende Situationen gebracht. Oder weniger schlimm, aber frustrierend: Der Einsatz bringt den Freiwilligen oder dem Projekt gar nichts.
Das muss nicht sein. Es gibt sie ja, die guten Freiwilligenangebote, die seriösen Vermittler und Reiseveranstalter und dadurch das unvergessliche Erlebnis, weit von zu Hause neue Menschen kennen gelernt, etwas Neuartiges erfahren und an etwas Gutem mitgearbeitet zu haben. Wer das richtige Angebot finden will, soll ruhig kritisch sein und Fragen stellen - zunächst an sich selbst: Was kann und will ich für einen Einsatz leisten? Wie soll das Verhältnis zwischen Ferien und Freizeit und Arbeitseinsatz aussehen? Wo möchte ich den Einsatz leisten? Danach geht es an die Prüfung des Anbieters von Freiwilligeneinsätzen. Eine gute Vorlage bietet dazu Tourism Concern, die tourismuskritische Organisation in London, mit ihren acht Qualitätsgrundsätzen:
- Ziel - die gastgebenden Partner und die Gemeinden, in denen der Einsatz stattfindet, definieren erreichbare Ziele für den Einsatz.
- Marketing - die Werbung und die dafür verwendeten Bilder ensprechen anerkannten guten Praktiken
- Auswahl von Freiwilligen - Faires, konsistentes und transparentes Auswahlverfahren
- Information vor dem Einsatz - Klare, akkurate Informationen über die aussendende Organisation und deren Partner, Programme und Einsatzorte.
- Einsatzvorbereitung - Angemessene Vorbereitung, Ausbildung und Einführung
- Unterstützung des/der Freiwilligen - dem Einsatzort und dem/der Freiwilligen angepasste Unterstützung während des ganzen Einsatzes.
- Risk Management - Absicherung des persönlichen Schutzes, der Gesundheit und Sicherheit der Freiwilligen und der Menschen, mit denen sie zusammenarbeiten.
- Monitoring und Evaluation - laufende Überprüfung und Evaluation, um das Ergebnis zu verbessern und zu gewährleisten, dass die Arbeit Gutes bewirkt.
Eine Reise ist nicht schon deshalb gut, weil sie einen guten Zweck verfolgt. Auch da gilt es die Umwelt zu schonen und dafür zu sorgen, dass die gastgebende Bevölkerung profitiert. Fragen sie beim Reiseveranstalter nach und holen Sie sich die Tipps dazu auf www.fairunterwegs.org.
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Weitere Tipps und Hintergrundberichte finden Sie hier:
Jung&Fair:
Aktuell/Brennpunkt Tourismus:
- Tourism Concern lanciert GIVS – einen Standard für Anbieter von Freiwilligeneinsätzen - 10.10.2011
- Voluntourismus - mehr als ein Vergnügungsausflug - 19.05.2011
- Freiwilligentourismus - Reflexionen aus der Perspektive des Südens - 21.04.2011
- Freiwilligentourismus in Waisenhäusern - zum Schaden der Kinder - 22.04.2011
Häufige Fragen/FAQ's:
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