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Delfine – von Menschen geliebt, gestresst und als Ware gehandelt
Warum entscheiden Delfine lieber selber, ob sie mit Menschen Kontakt haben wollen?
Viele Menschen träumen davon, mit Delfinen zu schwimmen. Zahlreiche Delfinarien werben entsprechend mit dem direkten Kontakt zu dieser Untergattung der Walfische: „Lassen Sie sich von Delfinen küssen und gleiten Sie auf ihrem Bauch liegend durchs Wasser.“ Unter dem Deckmantel der Information über die Meeressäuger werden die Tümmler auf diese Weise zu Kuscheltieren degradiert. Oder sie werden für therapeutische Zwecke missbraucht, um Menschen mit psychischen Erkrankungen und Entwicklungsstörungen zu heilen (Delfintherapie).
Ein lukratives Geschäft
Ein einziger Delfin kann seinem Besitzer pro Jahr Einnahmen von bis zu einer Million Dollar bescheren. Vor allem die enorme Nachfrage nach direkten Begegnungen mit Delfinen in Schwimm- und Streichelprogrammen hat das Geschäft mit den gefangenen Meeressäugern zu einer Goldgrube gemacht. Nach Angaben von Seaworld im kalifornischen San Diego, einem der grössten Delfinarienbetreiber, erreichen dressierte Delfine heute auf dem Markt Preise von über 100’000 Dollar. Der Wert eines gefangenen Orcas wird gar auf über fünf Millionen Dollar geschätzt.
Kein Wunder, blüht der Handel mit den Meeressäugern: Delfine werden von Zoos, Delfinarien (weltweit sind 200 Delfinarien registriert, 60 davon in Europa) und Vergnügungsparks nachgefragt – ein verhängnisvoller Trend. Die Tiere stammen teilweise aus gefährdeten Beständen des Mittelmeers oder des Schwarzen Meers. Auch aus der häufig kritisierten Treibjagd in Japan gelangen Tümmler in die Delfinarien. Geburten in Gefangenschaft sind selten und die Tiere werden durchschnittlich nur drei bis vier Jahre alt, während ein frei lebender Delfin 40 Jahre alt werden kann.
Delfine lächeln, auch wenn sie leiden
In seiner natürlichen Umgebung schwimmt der Meeressäuger täglich bis zu hundert Kilometer und taucht mehrere hundert Meter tief. Schon auf dem offenen Meer kann der Kontakt mit Menschen Stress für die Delfine bedeuten, wie britische Wissenschaftler feststellten. In Anwesenheit von Menschen kümmern sie sich weniger um ihren Nachwuchs, vernachlässigen die Jagd und wirken unruhig. Verschärft wird die Situation durch Versuche, die Tiere zu berühren. Bei aufdringlichen Beobachtungstouren verbrauchen Delfine viel Energie, um vor den Besucherbooten zu fliehen. In Gefangenschaft ist ihnen selbst diese Möglichkeit verwehrt. Die Becken der Delfinarien sind klein und oft überfüllt, die Tiere leiden. Chemisch aufbereitetes Wasser und UV-Strahlung verletzen ihre empfindliche Haut und verursachen Geschwüre. Der Dauerstress führt dazu, dass die Tiere aggressiv werden und früh sterben.
Ein fairer Umgang mit den klugen Säugern
- Whale Watching: Mancherorts haben Delfintouren die traditionelle Jagd auf die Tiere verdrängt, etwa vor der Küste Sansibars. Verantwortungsvoll durchgeführte Beobachtungstouren sind zu begrüssen. Sie sind ein alternativer Wirtschaftszweig, bieten die Möglichkeit, die Tiere in freier Wildbahn zu bewundern und helfen, die Delfinjagd zu unterbinden. Fachleute empfehlen jedoch eine bessere Regulierung. So sollen die Schiffe den Delfinen nicht hinterher fahren, sondern auf ihren "Besuch" warten.
- Verzichten Sie auf das Schwimmen mit Delfinen! So ersparen Sie den Tieren Stress. Ausserdem sollte das Unfallrisiko nicht unterschätzt werden: Delfine sind Raubtiere mit einem scharfen Gebiss. Statt der Delfintherapie empfiehlt sich eine Therapie mit domestizierten Tieren wie Pferden oder Hunden.
- Auf den Besuch von Delfinarien sollten Sie konsequent verzichten.
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Weitere Tipps und Hintergrundberichte finden Sie hier:
Newsletter 8 - September 2007
- Jahr des Delfins 2007: Delfine lächeln – auch wenn sie leiden
- Lesereise: Fair unterwegs mit Katharina Heyer, Walschützerin
- Der fairunterwegs-Koffer freut sich über das Engagement einiger Reiseveranstalter für die Meeressäuger
Häufige Fragen/FAQ's:
OceancareVerein zum Schutz der Meeressäuger und ihrer Umwelt

