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Häufige Fragen - FAQ's

Kindersextourismus

Was tun, wenn ich etwas beobachte?

Gemäss Schätzungen der ILO (International Labor Organization) sind jährlich weltweit mindestens 1,8 Millionen Kinder von kommerzieller sexueller Ausbeutung betroffen. Sex mit Minderjährigen ist nicht nur bei uns, sondern überall auf der Welt ein Verbrechen. Mädchen und Buben erleiden dadurch schwer wiegende gesundheitliche, psychische und soziale Schäden, an denen sie ihr Leben lang leiden. Kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen durch Prostitution, Pornografie und Kinderhandel heisst, die Menschenwürde von Kindern mit Füssen treten.
Trotz Gesetzen, die sich dem Schutz der Kinder verpflichten, bleiben viele sexuelle Übergriffe an Minderjährigen in Feriendestinationen ungeahndet. Die Anonymität im fernen Land, mangelnde soziale Kontrolle und der kurze Aufenthalt am Ort des Verbrechens schützen die Täter und gefährden gleichzeitig verletzliche Kinder.

Hinschauen statt wegsehen

Kindersextourismus ist nicht unsichtbar. Oft findet er in aller Öffentlichkeit, in Hotels, Bars oder am Strand statt, aber niemand kümmert sich darum. Wenn Sie Zeugin oder Zeuge werden, braucht es eine Portion Zivilcourage, um hinzuschauen und nicht wegzusehen. Sie können aber dazu beitragen, dass die Kinder und ihre sexuelle Integrität in Zukunft besser geschützt werden.

Wenn Sie im Urlaub etwas Verdächtiges bemerken, melden Sie es Ihrer Reiseleitung, dem Hotelmanagement, der Touristenpolizei, der Schweizer Vertretung vor Ort oder einer lokalen Kinderschutzorganisation oder gleich der Meldestelle Ihres Heimatlandes. Vielleicht haben Sie beobachtet, dass ein Tourist abends mit einem einheimischen Kind im Zimmer verschwunden ist oder in einer Bar nur mit lokalen Minderjährigen verkehrt. Wenn es Hinweise dafür gibt, dass es sich beim mutmasslichen Täter um eine in der Schweiz, in Deutschland oder in Österreich wohnhafte Person handelt, sind Ihre Beobachtungen auch für die Behörden dieser Länder sehr wichtig. Die zuständigen Behörden werden dann die erforderlichen Massnahmen einleiten. Die drei Länder Deutschland, Österreich und Schweiz schlossen sich im Jahr 2010 für eine länderübergreifende, koordinierte und visuell abgestimmte Kampagne im deutschsprachigen Raum zusammen. In dieser Kampagne engagieren sich Politik, Reisebranche und Zivilgesellschaft gemeinsam. Kooperationspartner sind neben den jeweiligen Familien-, Justiz und Wirtschaftsministerien aus den drei Ländern Nichtregierungsorganisationen sowie die Tourismusunternehmen, vertreten durch die nationalen Reiseverbände sowie grössere Branchenvertreter. Wesentliches Element der Kampagne ist der Filmspot „Witness / Zeugen“ oder in Deutschland/Österreich "Kleine Seelen", an dessen Ende die Adresse eingeblendet wird, wo Reisende Verdachtsfälle melden können. In der Schweiz informiert darüber die Kampagnenseite Stop Child Sex Tourism über das spezielle Meldeformular, in Deutschland wird die Meldeadresse des Bundeskriminalamtes stopp-missbrauch@bka.de angegeben, in Österreich meldestelle@interpol.at.

Informieren Sie sich, bevor Sie Ihre Reise buchen und fragen Sie beim Anbieter nach, ob und inwiefern er sich für den Schutz der Kinder im Tourismus stark macht. Damit zeigen Sie, dass Ihnen ein derartiges Engagement wichtig ist und Sie verantwortungsvoll reisen wollen. Als Kundin oder Kunde bestimmen Sie über Angebot und Nachfrage.

Diese Informationen als PDF downloaden

Weitere Tipps und Hintergrundberichte finden sie hier:

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Letzte Aktualisierung: 23.05.2012