rss
tip a friend
print
spenden

fairunterwegs.org - die andere Reiseseite

für Ferien mit Zukunft

News zum weltweiten Tourismusgeschehen


Tipps & Informationen
zum verantwortungsvollen Reisen


Litartur- & Filmtipps


Länderinformationen
zur Einstimmung auf Ihr
Reiseziel


Newsletter

Partner

Häufige Fragen - FAQ's

Klimaneutrale Ferien

Was heisst das?

Klimaneutral ist ein verführerischer Begriff. Er suggeriert, dass die Klimabelastung, die wir etwa durch Reisen verursachen, neutralisiert, also quasi „unschädlich“ gemacht werden kann. So ist es nicht. Die Belastung wird lediglich kompensiert, indem die Emissionen mit Klimaschutz-massnahmen ausgeglichen werden. So belastet jeder Flug das Klima mit Tonnen von CO2 und anderem Treibhausgas. Wer „klimaneutral“ fliegt, bezahlt für den Flug eine Summe an ein Klimaschutzprojekt, etwa für eine Solaranlage. Sie wäre ohne dieses Geld nicht zustande gekommen und ersetzt eine andere, die mit fossilem Brennstoff betrieben worden ist. Die Menge Treibhausgas, die der Flug verursacht hat, wird so wieder eingespart. Auf dieser Basis werden heute „klimaneutrale“ Flüge angeboten, „klimaneutrale“ Hotels und selbst „klimaneutrale“ Ferien.
Länder und Unternehmen kompensieren ihre Emissionen über den Handel mit Klimazertifikaten, die zum Ausstoss einer bestimmten Menge Treibhausgas berechtigen. Staaten, die sich wie die Schweiz dem Kyoto-Protokoll angeschlossen haben, sind verpflichtet, Treibhausgase zu reduzieren. Das können sie unter anderem tun, indem sie in Klimaprojekte in Entwicklungsländern investieren beziehungsweise deren Klimazertifikate erwerben.

Wie klimaneutral ist die Kompensation?

Zum Konzept der Klimaneutralität gehören nicht nur die Kompensationszahlungen für die ausgestossenen Treibhausgase, sondern in erster Linie auch der sparsame Umgang mit Energie. Dabei werden energieeffiziente Produkte und Dienstleistungen bevorzugt, die mit möglichst wenig Energie auskommen wie zum Beispiel Gebäude auf Minergie-Standard, Flugzeuge mit geringerem Treibstoffverbrauch sowie Saisonküche und regionales Gemüse, das keine langen Transportwege benötigt. Während die Vorteile der Energieeffizienz unbestritten sind, gibt es zur CO2-Kompensation kritische Einwände.
Klimakompensationen und der Begriff „klimaneutral“ schaffen die Illusion, wir könnten ein paar Kompensationsfranken zahlen und weiter so viel CO2 ausstossen wie bisher. Die Klimaerwärmung kann aber nur aufgehalten werden, wenn alle, und an erster Stelle die Menschen und Unternehmen in den Industrieländern, ihren CO2-Ausstoss reduzieren.
Verringern Sie Ihren CO2-Ausstoss!

Die Preise für Klimakompensationstickets sind sehr unterschiedlich. Der Flug Zürich-Johannesburg retour beispielsweise kostet bei atmosfair.de 216 Franken, bei myclimate.org je nachdem 131 oder 391 Franken. Wie der Preis zustande kommt, ist für Laien oft schwer nachvollziehbar.
Kaufen Sie keine "Schnäppchen"-Kompensationen. Klimaschutz kostet!

Nicht jedes Klimakompensationsprojekt ist sinnvoll. Fragwürdig sind beispielsweise Monokulturen zur Biogas-Produktion, für die Kleinbauern vertrieben wurden und die die Lebensmittelsicherheit in vielen Ländern bedrohen. Es gibt keine verbindlichen Regeln für Anbieter freiwilliger Kompensationen. Deshalb haben Umweltorganisationen das Gütesiegel „Gold Standard“ für ökologisch und sozial verträgliche Projekte geschaffen. Weltweit sind bisher aber nur rund zwei Prozent der Klimakompensationsprojekte mit diesem Label ausgezeichnet.
Wählen Sie Anbieter von Klimakompensationslösungen, die Projekte mit Gold Standard unterstützen!

Gewisse Klimakompensationsprojekte schaffen falsche Anreize. So erwerben zum Beispiel chinesische Kühlmittelhersteller Millionen Klimazertifikate für die Zerstörung von Fluoroform (HFC-23) und verkaufen sie mit Riesengewinnen. Dabei müsste man ihnen von Staats wegen den Ausstoss dieses hoch potenten Treibhausgases schlicht verbieten. Es erwärmt die Atmosphäre über 10'000 Mal stärker als CO2. Das wird China aber kaum tun, weil dann die Gewinne ausbleiben würden.
Engagieren Sie sich für klimafreundliche politische Rahmenbedingungen und stehen Sie mit uns dafür ein auf www.fairunterwegs.org!

Klimaneutralität darf keine Augenwischerei sein!
Berücksichtigen Sie bei Ihren Ferien energieeffiziente, klimaschonende Angebote, sowohl beim Transport wie bei der Unterkunft und den Freizeitaktivitäten. Prüfen Sie kritisch, was mit „klimaneutral“ genau gemeint ist. Und halten Sie sich an den Grundsatz: Vermeiden ist besser als kompensieren, kompensieren besser als gar nichts.

Diese Informationen als PDF downloaden


Weitere Tipps und Hintergrundberichte finden Sie hier:

Fair-Tipps:

Aktuell/Brennpunkt Tourismus:

Häufige Fragen/FAQ's:

Themen


Letzte Aktualisierung: 23.05.2012