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zur Vorbereitung und unterwegs
Menschenrechte respektieren
"Auf eine Reise zu gehen und die Lebensweise anderer Menschen in ihrem Lebensraum zu sehen, ihre Tradition und ihre Kultur zu erleben – das ist ein Privileg. Diese Menschen müssen Dich nicht in ihr Leben lassen." (Malinda Bonazaiier, Tourismusverantwortliche South-North-Route in Südafrika)
Genau wie Sie bei Ihnen zu Hause, sollen auch unterwegs Ihre GastgeberInnen bestimmen können, ob sie Sie in ihrem Haus empfangen oder ob sie fotografiert werden wollen. Das Recht dazu haben sie aber in vielen Ländern, die vom Tourismus abhängig sind, gar nicht. Umso mehr liegt es an Ihnen als kritische Reisende, die Rechte Ihrer GastgeberInnen zu achten.
Der vielerorts ungestüm boomende Tourismus führt zu zahlreichen gravierenden Verletzungen der Rechte der Einheimischen: Bauern verlieren ihr Ackerland, Fischer ihren Zugang zum Strand. Trinkwasser wird von Tourismuseinrichtungen abgezapft, Dünger und Unkrautvertilger von Ressorts und Golfanlagen vergiften Wasser und Umwelt. Die Rechte auf Lebensgrundlagen und Entwicklung werden missachtet. Indigene Völker werden im Zuge der Errichtung von neuen Naturschutzgebieten, die für den Tourismus genutzt werden sollen, von ihrem angestammten Lebensraum vertrieben, oft unter flagranter Missachtung ihrem in zahlreichen Menschenrechtsdeklarationen verbrieften Recht auf Mitsprache und Partizipation. Angestellte werden im Tourismus ausgebeutet – ohne Achtung der Mindestarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) noch der staatlichen Arbeitsgesetze. Die Rechte von Frauen, die in vielen Tourismusdestinationen die Mehrheit der Erwerbstätigen ausmachen und die mit dem Unterhalt der Familie mehrfach belastet sind, verletzt. Kinder sind in vielen Tourismusregionen ungeschützt der ausbeuterischen Arbeit und der sexuellen Ausbeutung preis gegeben.
Staaten stehen in erster Linie in der Pflicht, die Rechte ihrer BewohnerInnen zu schützen. Doch gerade auch transnational tätige Tourismusunternehmen müssen ihre Sorgfaltspflicht wahrnehmen, damit bei ihren Aktivitäten und ihren Zulieferern keine Menschenrechte verletzt werden, und sie müssen regelmässig darüber Bericht erstatten. Last but not least dürfen sich auch Reisende nicht zu Komplizen von Menschenrechten machen: Menschenrechte sind Bürgerrechte, aber auch Bürgerpflichten!
Urlaub und Reisen sind kein rechtsfreier Raum; unbeschwerter Urlaubsgenuss und Engagement für Kinderschutz und Menschenrechte sind kein Widerspruch. Bevorzugen Sie beim Buchen Tourismusanbieter, die sich explizit auf die Einhaltung von Menschenrechten verpflichten und eine Menschenrechtspolicy umsetzen.
Erfahren Sie mehr zu Menschenrechten und Tourismus auf unserer Aktions-Plattform Menschenrechte.
Holen Sie sich aktuelle Meldungen über Menschenrechte in Tourismusländern und Menschenrechtsarbeit weltweit - aus unserer laufenden Berichterstattung unter Themen/Menschenrechte.
Informieren Sie sich über die Menschenrechtssituation im Reiseland Ihrer Wahl anhand der ausführlichen Menschenrechtsberichte von Amnesty International, die wir auf unserem Portal zu jedem Land aufschalten.
Amnesty SchweizEine Auswahl der Länder der Schweizer AI-Sektion.
Amnesty DeutschlandDeutschsprachige Menschenrechtsberichte aller Länder.
Humanrights.chEin guter Einstieg in die international gültigen Menschenrechte.
Recht ohne GrenzenKlare Regeln für Schweizer Konzerne. Weltweit.
