zur Wahl von Angeboten
Auswahl von Angeboten
Folgende Stellen und Reiseführer bieten Tourismusinitiativen an, die sich den Prinzipien eines nachhaltigen, umwelt- und sozialverantwortlichen Tourismus verschrieben haben. Wir fassen für Sie jeweils kurz zusammen, wer hinter den Initiativen steht und welche Werte und Kriterien sie gemäss den Selbstdeklarationen verfolgen. Wie jeweils die Einhaltung der Kriterien überprüft wird, fragen Sie am besten selbst nach, erfolgt diese doch auf völlig unterschiedliche Weise, meist nicht von unabhängigen Stellen.
Angebote der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit
Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO)
Im Rahmen seiner wirtschaftlichen Zusammenarbeit fördert das SECO den nachhaltigen Tourismus mit der Schaffung von Tourismusplattformen - dem Zusammenschluss von Privatunternehmen, Behörden und Dorfgemeinschaften, in deren Gebiet sich touristische Sehenswürdigkeiten befinden, für eine gemeinsame attraktive Präsentation und Vermarktung der Destination. Zwei aktuelle Fact-Sheets mit weiterführenden Informationen und Kontaktadressen geben Ihnen Einblick ins nachhaltige touristische Angebot von Bolivien und Peru.
Swisscontact, die Schweizerische Stiftung für technische Entwicklungszusammenarbeit, fördert durch Beratung, Aus- und Weiterbildung die privatwirtschaftliche und soziale Entwicklung in ausgewählten Ländern des Südens und Ostens. In diesem Rahmen unterstützt Swisscontact einen nachhaltigen Tourismus in Bolivien (Dorfgemeinschaften / Kleinbetriebe), Peru (DMO/Ancash), Honduras und Indonesien.
Swiss Import Promotion Programme (SIPPO)
SIPPO fördert im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) Tourismusprojekte für ihren Marktzutritt in Peru und Südafrika. Bei der Beurteilung bzw. dem Aufbau der Angebote wird ein Kriterienkatalog berücksichtigt, der gleichermassen soziale, ökologische und wirtschaftliche Kriterien enthält. Nachhaltiger Tourismus wird definiert als Tourismus, der sozial gerecht, kulturell angepasst, ökologisch tragfähig und insbesondere für die ortsansässige Bevölkerung wirtschaftlich sinnvoll und ergiebig ist.
Weitere Angebotsseiten
Eco-Index Sustainable Tourism/Turismo Sostenible
Der Eco-Index für nachhaltigen Tourismus wird von der internationalen Umweltorganisation Rainforest Alliance erstellt und betreut. Ziel ist, Reisenden eine griffige Wahl von innovativen Tourismusprojekten, die zur nachhaltigen Entwicklung beitragen, zu unterbreiten. Angebote werden im Eco-Index aufgenommen, wenn sie entweder für nachhaltigen Tourismus mit einem anerkannten Zertifikat ausgezeichnet oder von Nichtregierungsorganisationen, Universitäten, Tourismusministerien oder Mitgliedern des „Sustainable Tourism Certification Network of the Americas“ empfohlen wurden.
Das Internetportal der ALTOP Verlags- und Vertriebsgesellschaft
für umweltfreundliche Produkte weist auf Reiseveranstalter und Tourismusangebote hin, die einen sanften Tourismus vertreten. Dabei werden vorwiegend ökologische Kriterien berücksichtigt, die jedoch nicht genauer definiert werden. Auf ECO-Travel sind auch Veranstaltungshinweise und Berichte zur nachhaltigen Entwicklung im Tourismus und in anderen Bereichen zu finden.
Projeto Bagagem ist ein Netzwerk für gemeinde-eigenen Tourismus im Amazonasgebiet Brasiliens, in dem sich Gemeinden, Reiseagenturen, Genossenschaften und Reisende engagieren, die auch nach ihrer Heimkehr das Projekt und die Region unterstützen wollen. 2007 wurde Projecto Bagagem mit dem Seed Award des der UN-Entwicklungsorganisation (UNDP), des UN-Umweltprogrammes (UNEP) sowie dem Internationalen Bund für Naturschutz (IUCN) für innovative unternehmerische Partnerschaften für nachhaltige Entwicklung und die Erreichung der Milleniumsziele ausgezeichnet.
Redturs
Im Informationsportal werden Unterkünfte und Tourismusangebote aus Lateinamerika vorgestellt, die nach den Grundsätzen eines gemeinwesenbasierten (community-based) Tourismus aufgebaut sind. Das Netzwerk Redturs, gesponsort von der ILO, unterstützt eine nachhaltige Tourismusentwicklung, die Einkommen und Arbeit generiert und gleichzeitig die soziale Gerechtigkeit und kulturelle Identität innerhalb der Gemeinschaften stärkt.
Das englische online-Reisebüro arbeitet mit über 200 Reiseveranstaltern zusammen, die sich in ihrem Leitbild einem verantwortungsvollen Tourismus verpflichten. Deren Angebote werden sorgfältig auf die Einhaltung der vorgegebenen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Kriterien überprüft. Respekt und Wertschätzung der lokalen Gemeinschaften, Teilhabe der Bevölkerung am Tourismus und Erhaltung natürlicher Ressourcen sind einige der Grundsätze von "responsible travel".
Mit ihrer Internetplattform will die Organisation Naturfreunde Internationale (NFI) zur Förderung eines nachhaltigen Tourismus beitragen. Für jedes der zahlreichen ökologischen Angebote (Unterkünfte, Reiseangebote und Ausflugsziele) mit Schwerpunkt Europa wird ein Öko-Profil erstellt. Bei der Bewertung werden in erster Linie ökologische Kriterien wie z.B. Ressourcenverbrauch berücksichtigt . Es wird aber auch auf die Bedeutung der kulturellen Vielfalt, der Partizipation der Bevölkerung und der Förderung der lokalen Wirtschaft hingewiesen.
Servas
Servas ist eine weltweite nonprofit Friedensorganisation, die Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, Religion, Sprache und Hautfarbe zusammenbringt und anderes Reisen möglich macht. Gegründet wurde Servas 1947 nach den Grauen des Zweiten Weltkriegs, um durch direkten Kontakt der Menschen ein besseres Verständnis zwischen den Völkern zu schaffen. Heute öffen über 15'000 Servas-GastgeberInnen in mehr als 110 Ländern der Erde Servas-Reisenden ihre Tür, um sie für zwei Tage an ihrem Leben teilnehmen zu lassen.
Für die Beduinen auf Sinai ist die Lebenssituation seit der zweiten Intifada desaströs. Sheik Sina ist von Beduinen geführt und arbeitet mit allen acht Beduinenstämmen im Süd-Sinai zusammen. Gemeinsam werden Trekking-Routen erschlossen und Eco-Lodges in jedem Stammes-Gebiet errichtet, damit die Bevölkerung am derzeitigen Tourismusboom auf der Halbinsel teilhat. Das Projekt wird vom Entwicklungsprogramm der Europäischen Union unterstützt. Die zur Verfügung stehenden Gelder werden zur Weiterbildung der beduinischen Tourenbegleiter und zur Aufbau der Lodges eingesetzt. Sheik Sinai ist auch Partner einer Reihe von Entwicklungsprojekte, um so den BesucherInnen einen umfassenden Einblick in die Tradition und Kultur zu geben und gleichzeitig einen Beitrag zur Erhaltung der Lebensweise der Beduinen zu leisten.
TO DO!-Wettbewerb für sozialverantwortlichen Tourismus
Am Wettbewerb, der jährlich vom Studienkreis für Tourismus und Entwicklung veranstaltet wird, können tourismusrelevante Projekte und Maßnahmen angemeldet werden, bei deren Planung und Realisierung die Einbeziehung der ortsansässigen Bevölkerung durch Partizipation auf breiter Basis sichergestellt ist. Zudem müssen folgende Kriterien erfüllt sein:
- Bewusstseinsbildung
- Breiter Nutzen
- Qualifizierte touristische Arbeitsplätze
- Stärkung der Identität
- Schadensminimierung/-vermeidung
Die Kriterien unterliegen einem ständigen Qualifizierungsprozess und werden kontinuierlich auf ihre praktische Tauglichkeit überprüft. Seit 1995 wurden mehr als 25 Projekte ausgezeichnet.
12 Gemeinden aus der Küstenregion von Ceará, dem Bundesstaat im Nordosten Brasiliens, haben sich zum Netzwerk TUCUM zusammengeschlossen. Es sind Fischerdörfer, die teilweise bereits seit etlichen Jahren erfolgreich "turismo comunitario", Tourismus in ihren Gemeinden anbieten und dafür ihre Landrechte und Küstenschutzgesetze erkämpft haben. Auch das kleine Bauerndorf Coqueirinho, das einzige Angebot von TUCUM im Landesinnern, hat seine Landrechte gegen Grossgrundbesitzer verteidigt, empfängt seit 2005 Gäste in einer einfachen "Pousada", betreibt neu biologische Landwirtschaft und lässt traditionelles Handwerk wieder aufblühen.
Das Netzwerk "Rede brasileira de turismo solidario" umfasst 12 Dorftourismus-Angebote. Insgesamt profitieren 400 Familien aus 60 Gemeinden in 8 verschiedenen Bundesstaaten Brasiliens von den Dorftourismus-Initiativen. 2007 haben sie insgesamt über 12'000 TouristInnen für Übernachtungen und rund 26'000 TagesbesucherInnen empfangen. Das Projekt wird vom "Proejto Bagagem" entwickelt, das 2007 mit dem prestigiösen Seed-Award ausgezeichnet wurde.
Das europäische Expertennetz ECOTRANS hat im Rahmen des europäischen Projektes VISIT einen Reiseführer mit Unterkünften herausgegeben, die alle mit einem zuverlässigen und anspruchsvollen Eco-Label ausgezeichnet sind. Darin werden 1000 Hotels, Bed & Breakfast, Ferienwohnungen, Campingplätze und Gasthöfe aufgeführt. Die VISIT-Umweltzeichen garantieren, dass die ausgezeichneten Betriebe in allen wichtigen Umweltbereichen hohe Anforderungen erfüllen und dass diese auch tatsächlich vor Ort überprüft werden.
