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Palästina Blog

Yalla … und die Post geht ab! - 18 März 2009

18. März 2009

Nicht mit dem Postauto aber mit 5 Bussen von Tulkarem und Umgebung bin ich mit Frauen  der "women's union" zum Treffen nach Ramallah gefahren am Sonntag, dem 8. März, dem internationalen Frauentag. Kaum ist unser alter Bus gestartet und  Musik ertönt, klatschen Frauen begeistert im Rhythmus mit – eine Stimmung wie auf einer Schulreise. Ab und zu hält der Bus, um Frauen aus den Dörfern aufzunehmen und voll besetzt schafft er knapp die Steigung nach Ramallah. Die Frauen um mich sprechen so wenig englisch wie ich arabisch – irgendwann realisiere ich, dass die Kundgebung viel später anfängt und die Frauen es einfach einmal geniessen, durch die Strassen der Stadt zu bummeln. Beim Löwenplatz wird eine kleine Bühne aufgebaut und es treffen immer mehr Frauen ein, insgesamt ca. 22 Busse. Verschiedene Reden werden gehalten, Transparente gezeigt und die palästinensische Flagge geschwungen. Ich spüre, dass es vielmehr um die Zukunft Palästinas geht und die F


Zukunft? - 17 März 2009

17. März 2009

"Vielleicht wird auch mein Enkel noch hier stehen", meint dieser Soldat. Wir sind am Beit Iba Checkpoint auf dem Weg nach Nablus zum Gottesdienst. Sonntag ist hier Werktag, aber jetzt ist es ruhig, die Studenten sind wohl schon durch. Das bietet Gelegenheit zu Gesprächen, warum wir hier sind, was wir machen, wollen die Soldaten wissen. Natürlich möchten auch wir erfahren, wie sie die Zukunft sehen. Da hören wir ganz verschiedene Meinungen: 2-Staatenlösung (die wir uns angesichts der vielen illegalen Siedlungen kaum mehr vorstellen können), alle Palästinenser sollen von den umliegenden arabischen Staaten aufgenommen werden, für Israeli ein rein jüdischer Staat, der ihnen von der Bibel her zusteht….Dann kommt mir unsere Kontaktperson von der Menschenrechtsorganisation B'tselem in Tulkarem in den Sinn, Familienvater von 3 halbwüchsigen Kindern, seine Ausstrahlung und Überzeugung, dass es eine Lösung für Israel/Palästina  geben muss und wird, irgendwann:


Ziviler Ungehorsam – um frei zu sein - 16 März 2009

16. März 2009

Am Samstag  bin ich von einer Woche in Israel mit meinen ArbeitskollegInnen zurückgekommen. Mit zwei Freunden aus Jayyous habe ich beschlossen den Tag in Nablus zu verbringen, weit weg vom Dorf und seinen Problemen. Das erste was ich tat als wir ankamen ist etwas das ich mir dann zurück in der Schweiz schnell wieder abgewöhnen muss: ich habe all mein Gepäck – inklusive zwei Laptops – beim Besitzer des ersten Geschäfts gelassen, welches wir passierten. Sorgen habe ich mir nur darüber gemacht, ob ich wohl den Laden wieder finden werde.

Während ich auf meine Freunde gewartet habe, ass ich knafi, eine palästinensische Spezialität. Dies ist mit Abstand das Süsseste was ich je hatte – ich liebe es! Mit meinen Freunden bin ich durch die Altstadt und die farbigen Boutiquen spaziert. Das alte Stadtzentrum von Nablus hat den Ruf, viele palästinensische Kämpfer zu beherbergen und obwohl die AnwohnerIn


Aus dem Tagebuch des Teams in Tulkarem - 14 März 2009

14. März 2009

Um 5.45 Uhr kam einer unserer Kontaktpersonen um gemeinsam in das Dorf Far’oun zu gehen und mit uns die Situation der Bevölkerung dort anzusehen. Mit Hilfe des internationalen Roten Kreuzes konnten die Bauern durch das kleine Tor in der Mauer und ihre Felder bewirten. Unsere Begleitung zeigte uns die Überreste von 8 zerstörten Häusern, zwei haben immer noch eine hängige Zerstörungsanweisung. Danach sind wir zur Jungen- Schule und haben dort mit dem Leiter über die politische Situation gesprochen. Im Dorf haben wir auch das kleine Gesundheitszentrum besucht, welches in einem sehr schlechten Zustand ist und unbedingt renoviert werden muss.

Um 12.00 Uhr sind wir zu einem Treffen mit einer Frauenorganisation aufgebrochen. In Tulkarem hat diese Organisation 6500 Mitglieder und unterstützt die Frauen hauptsächlich in ihren politischen Fähigkeiten. Eines ihrer wichtigen Ziele ist es, den Anteil der Frauen im Parlament auf 20% zu erhöhen. In der Zei


Guggu, Guggu ruft s aus dem Wald - 13 März 2009

13. März 2009

Nein, einen Wald gibt es in Yanoun nicht. Die ausgedehnten Olivenhaine sind so bepflanzt, dass darunter auch der Boden als Ackerfläche gebraucht werden kann. Wunderbar sind sie, die Olivenbäume und uralt. Und jeder ein Original, kaum zu beschreiben und es lässt sich nur erahnen, was dieser und jener Baum alles erlebt hat bis heute. Einige sollen älter sein als die Kreuzzüge. Wie viele Heere von Eroberern sind schon hier durchgezogen. Doch die Olivenbäume bleiben. Jetzt noch, jedenfalls. An andern Orten sind die ältesten Bäume nicht ganz zerstört worden, um Platz zu machen für die Siedlungen, sondern vorsichtig ausgegraben worden, um in modernen  israelischen Städten und ihren Pärken einen Hauch von Vergangenheit hinzuzaubern.

So wandere ich frohgemut vom oberen über das untere Yanoun nach Nabi Nun. Heute ist der Tag besonders hell. Gestern hat es zum ersten Mal ergiebig geregnet. Dafür haben alle gebeten, für einen richtigen Regen. Insc


6 muss es sein - 12 März 2009

12. März 2009

Als ich vor 25 Jahren meine neue Stelle als Pfarrer in Sirnach angetreten habe, habe ich gestaunt. In der alten Kirchen- Vorstehherrschaft hatten mehr als die Hälfte sechs Kinder. Das war in der Agglomeration von Zürich in meiner ersten Gemeinde damals schon nicht so, dort gab es viele Singles. Und wenn schon Kinder, dann höchstens drei. Hier aber im Hinterthurgau galten noch andere Massstäbe. Auch sonst.

Und jetzt finde ich das in Yanoun wieder. Mehr als die Hälfte der Familien hat sechs Kinder. Und die andere Hälfte noch mehr, einige sehr viel mehr, bis zu 15 Kindern. Darum gibt es in Yanoun noch heute 30 Schulkinder und eine eigene Primarschule. Die Kinder sind äusserst neugierig. Zwar merkt man dies ihnen zuerst nicht an, wenn sie scheu hinter der Türspalte herausschauen. Doch wenn sie zum ersten Mal ‘What s your name?’ gerufen haben und ich ihnen Antwort gab und sie auf Arabisch ‘Schu ismak?’ fragte, werden sie sehr fröhlich und stecken


Kirbeth Tana - 11 März 2009

11. März 2009

Das also ist Khirbet Tana. Ein liebliches Bergtal mit Seitentälern und felsigen Flanken. Und weil hier oben keine Oliven- und Mandelbäume mehr wachsen, erinnert mich die Gegend stark an die Alp Vereina in Klosters. Nur: in Tana wohnen 350 Menschen, 30 Familien sind es. Einige Häuser sind um die Moschee herum gruppiert, die meisten andern liegen verstreut, dort wo es gute Höhlen gibt, Unterkünfte für die Tiere und manchmal auch für die Menschen.

Eigentlich wollte ich zu Fuss herkommen, doch wieder einmal habe ich meine Wanderlust bezähmen müssen. Ich kenne den 2 ½ -stündigen Weg den Bergflanken nach noch nicht. Und wir brauchen Achmad, den freundlichen Palästinenser, der mir heute zum Freund werden wird. Achmad ist anders als die meisten hier, ruhiger, gepflegt und er raucht sogar nicht...

Wir sind auf der holprigen 8 km langen Piste oft im Schritttempo hinauf gefahren, unser Fahrer ist ein Schulleiter aus Beit Furik.


Treffer 43 bis 49 von 141

Letzte Aktualisierung: 23.05.2012