imagine-Festival
Kenia - Donnerstag 10 Juli 2008
Die letzten Tage habe ich mich nur noch an Orten bewegt, die eine sichere Nähe zu einer funktionierenden Toilette garantieren. Irgendwo einen Käfer aufgelesen, der mich treu begleitet.
Donnerstag, der letzte Tag, die letzten Sitzungen, eine kurze Evaluation in wunderbarer Umgebung, auf der Terrasse des Nationalpark-Restaurants. Die andern geniessen das Essen, ich die Aussicht.
Zehn Tage Kenia, Embu, Nairobi - was bleibt? Viel zu tun, für alle. Es waren intensive Tage, schwierige Gespräche, Diskussionen manchmal, ein gegenseitiger Angewöhnungsprozess, der alle gefordert hat. Afrika und seine Kultur, das ist noch mal eine andere Dimension. Und den Kenianer ging’s mit uns wohl genau so. Sie haben von uns Vorgaben, Leitlinien, Aufträge erwartet, die wir ihnen nicht geben konnten, nicht geben wollten. imagine international ist ihr Projekt. Und wir haben von ihnen Strukturen, Konzepte erwartet, die sie noch gar nicht haben konnten. Kennen lernen war diesmal mehr als nur zu wissen, mit wem man/frau es zu tun hat. Es war ein langsamer, manchmal zähflüssiger Prozess, sich zu verstehen, zu begreifen, aus welcher Logik wer wie argumentiert. Es war aber auch ein gegenseitiger Lernprozess, der sich als tragfähige Basis erweisen könnte.
Kurzes Fazit, noch steht unsere interne Reiseevaluation aus: imagine international in Kenia ist möglich, aber die Zusammenarbeit wird von allen mehr abverlangen, als dies bis jetzt der Fall war. Und alle müssen sich gut überlegen, ob sie über die Ressourcen verfügen, diesen Prozess auf die Schiene zu bringen. Er birgt Risiko, aber auch die Chance, etwas Neues zu schaffen, gemeinsam. Gelingt er, ist es ein neuer Meilenstein in der noch jungen Geschichte von imagine international. Gelingt er, sind wir ganz nahe an der Zielsetzung, die wir 2004 formuliert haben: Gemeinsam über alle kulturellen und geographischen Grenzen hinweg ein Netzwerk von Jugendlichen gegen Rassismus und Diskriminierung aufzubauen.
Stefan
- Kategorie:
- Blog, Kenia
Permalink: Kenia - Donnerstag 10 Juli 2008 | trackback


