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Afghanistan

Blickwechsel

Wechseln Sie die Perspektive. Wir stellen Ihnen Personen vor, die Ihnen auf Ihrer Reise begegnen könnten. Menschen, die Sie im fremden Land herumführen, Ihnen das Essen servieren, Ihnen Souvenirs verkaufen, Sie im Taxi fahren oder das Hotel besitzen, in dem Sie übernachten – und vom Verdienst aus dem Tourismus leben. Erfahren Sie, wie diese Menschen die Begegnungen mit den Reisenden erleben, was sie sich vom Tourismus erhoffen und welche Träume und Pläne sie haben.

Shafika Yarqin: Zur Zeit herrscht Aufbruchstimmung

Bildungsprojekt "Stimmen aus dem Süden", mit freundlicher Genehmigung von HORIZONT3000, Österreich

HORIZONT3000: Was ist das dringendste Problem der Frauen in Afghanistan?

Die Sicherheit der Frauen, ihre Ausbildung, ihre finanziellen Schwierigkeiten und ihre Freiheiten.


H3: Welche Strategien gibt es, um Sicherheit und Ausbildung der Frauen im ganzen Land zu ermöglichen und um finanzielle Schwierigkeiten zu beheben?

Wir haben klare Vorstellungen darüber, wie wir vorgehen wollen und wie wir es angehen wollen. Das größte Problem ist aber, dass wir ohne Geld dastehen und aus diesem Grund sind wir auf die Hilfe von Organisationen aus dem Ausland angewiesen.
Die meisten Probleme hängen zusammen und wenn wir das eine lösen, so lösen wir das andere auch. Zum Beispiel: die Bildung: wenn die Frauen eine bessere Bildung haben, dann können sie auch ihre Freiheiten selber erkämpfen. Mit der Gesundheit und mit der finanziellen Belastung hängt das auch zusammen. Das wichtigste ist die Bildung und die Vermittlung der Freiheitsgefühle.


H3: Wie glauben sie, das Problem der Sicherheit in den Griff zu kriegen?

Zur Zeit ist die Situation so, dass die Macht in den einzelnen Gegenden bei den sog. „Warlords“ liegt, nämlich bei denjenigen, die auch mithilfe von Waffen früher schon die Macht ausgeübt haben. Das ist immer noch so. Wir hoffen, dass wir mithilfe von ausländischen Militär und ausländischen Regierungen diese Leute mit der Zeit entwaffnen können und die Macht und die Kontrolle in die Hand der Einheimischen bzw. an die reguläre Armee übertragen. So hoffen wir, dass wir die Macht von den einzelnen lokalen Warlords übernehmen können und dass es eine genaue Kontrolle gibt.


H3: Wie war die Situation der afghanischen Flüchtlinge speziell für die Frauen in Usbekistan, wo Sie vor Ihrer Rückkehr als Vizeministerin im Exil gelebt haben? Wie ist die Situation jetzt? Kommen viele Leute zurück? Wie ist die Lage der Sicherheit speziell von den Frauen?

Die Sicherheit der afghanischen Flüchtlinge war in jedem Land unterschiedlich, man kann Usbekistan, Pakistan und Iran nicht vergleichen.
Es gibt sehr viele Leute die jetzt zurückkehren, täglich kommen 10.000e aus den verschiedenen Ländern. Die meisten wollen nicht in die eigentliche Heimat zurückkehren, sondern wollen in den Großstädten bleiben, z.B. in Kabul oder Mazar el Sharif. Das stellt eine Herausforderung für die Versorgung mit der Infrastruktur dar, die Leute wollen nicht zurück wo sie herkommen, sondern in die größeren Städte, wo es Sicherheit gibt.

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Letzte Aktualisierung: 02.12 2008