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Afghanistan

Teppiche aus Afghanistan

Nach Jahrzehnten des Krieges, politischer Unruhen und wirtschaftlicher Rückschläge schafft die Teppichproduktion neue Perspektiven für das gebeutelte Land. Handgefertigte Teppiche sind heute das wichtigste Exportgut Afghanistans.
Label STEP setzt sich für eine faire Produktion und Vermarktung in der Teppichindustrie ein, prüft in Afghanistan die Arbeitsbedingungen der Knüpferinnen und initiiert erste Projekte zur Unterstützung der Teppichbranche. STEP ist ein Label der Max Havelaar-Stiftung Schweiz und wird an lizenzierte Teppichunternehmen vergeben. Afghanistan gehört zu den ganz grossen traditionellen Herstellern handgeknüpfter Teppiche. Doch unter den Umständen der letzten Jahrzehnte hat die Teppichindustrie immer mehr an Bedeutung verloren. Zusammen mit Millionen von Flüchtlingen ist ein grosser Teil der Teppichproduktion ins Nachbarland Pakistan abgewandert. In den letzten Jahren sind jedoch die meisten Menschen aus den pakistanischen Flüchtlingslagern in ihre Heimat zurückgekehrt. Und auch die Teppichindustrie fasst in Afghanistan wieder Fuss.
Für einen nachhaltigen Aufschwung
Teppiche gehören nicht nur zum kulturellen Erbe Afghanistans, sie bieten auch Millionen von Menschen eine Erwerbsmöglichkeit. Bereits heute sind handgemachte Teppiche das wichtigste Exportgut des Landes. Damit der Aufschwung dieses Wirtschaftszweiges nachhaltig ist und auch die Knüpferinnen und Knüpfer davon profitieren, setzt sich Label STEP in Afghanistan für gute Arbeits- und Lebensbedingungen bei den Lieferanten seiner Lizenznehmer ein. Zudem greift Label STEP der Branche mit der Vermittlung von Fachwissen unter die Arme, etwa mit Workshops zum Einsatz von Computern bei der Entwicklung neuer Teppichmotive.
Die Zukunft Afghanistans hat begonnen
Ein Beispiel für die Renaissance Afghanistans ist Rahim Walizada, Künstler und Besitzer der Teppichfirma 'Chuk Palu Rug'. Er hat seine Eltern in Paris und ein erfolgreiches Teppichgeschäft in New York vor sechs Jahren zurückgelassen und ist nach Kabul gezogen, um sein Land beim Wiederaufbau zu unterstützen. Als sich Afghanistan 2005 erstmals an der Internationalen Kunstausstellung Biennale Venedig mit einem eigenen Länderpavillon präsentierte, war Walizada mit seinen Teppichen einer der zwei geladenen Künstler - eine grosse Ehre für ihn und ein Beweis für die Bedeutung, die Afghanistan seiner Teppichkultur beimisst.
Rahim Walizada gelingt es, seinen Teppichen eine unverkennbare eigene Handschrift zu verleihen. Die Designs erinnern an abstrakte westliche Kunst, sind aber auch eine Neuinterpretation uralter afghanischer Motive. Hergestellt werden die 'Chuk Palu Rugs' nach traditioneller Knüpfkunst, es werden ausschliesslich Naturfarben und beste Wollqualität verwendet. So erhalten diese 'Chobi' ("holzartig") genannten Teppiche ihr natürliches Aussehen und ihre farbliche Brillianz.
Quelle: Label STEP, 2009
