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WeltkarteAfghanistan

Auszug aus dem Jahresbericht 2008 von Amnesty International
Weite Teile des Landes litten unter dem um sich greifenden bewaffneten Konflikt und der prekären Sicherheitslage, was dazu führte, dass zahlreiche Menschen ihre Heimat verlassen mussten. Auch Dürren und Überflutungen lösten Flüchtlingsströme aus. Die bewaffneten Auseinandersetzungen forderten Schätzungen zufolge im Berichtsjahr mindestens 6500 Todesopfer. Alle beteiligten Parteien - sowohl die aufständischen Gruppen wie auch die afghanischen und die internationalen Sicherheitskräfte - verstießen gegen das humanitäre Völkerrecht und gegen international verbriefte Menschenrechte, ohne Strafverfolgung befürchten zu müssen. Die Luftangriffe der internationalen Schutztruppe ISAF und der US-geführten Truppe Operation Enduring Freedom (OEF) sowie die Selbstmordanschläge bewaffneter Gruppen erfolgten ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung. Nach Angaben der afghanischen Nichtregierungsorganisation ANSO, die internationale Organisationen mit aktuellen Informationen zur Sicherheitslage versorgt, waren 2007 etwa 2000 Todesopfer unter der Zivilbevölkerung zu beklagen; knapp die Hälfte davon war den Aufständischen anzulasten, mehr als ein Viertel den internationalen Streitkräften. Besonders für Frauen waren Grundrechte wie das Recht auf Ausbildung, auf gesundheitliche Versorgung und auf freie Meinungsäußerung eingeschränkt. Menschenrechtsverteidiger und Journalisten, viele davon Frauen, wurden bedroht, mit körperlicher Gewalt eingeschüchtert, in Haft genommen oder getötet. Bei der Reform wichtiger staatlicher Institutionen wie der Polizei und des Geheimdienstes waren nur geringe Fortschritte zu verzeichnen. Angehörige staatlicher Organe und örtliche Machthaber wurden für angezeigte Übergriffe nicht zur Verantwortung gezogen. In vielen Teilen des Landes war der Zugang zur Justiz schwierig bis unmöglich.
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