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Indien

21. Juli 2011

Reiseveranstalter lehnen "Menschensafaris" ab

Jarawa werden auf der Andaman Trunk Road von einem Touristen gefilmt.

Der Verband der Reiseveranstalter auf Indiens Andamanen Inseln unterstützt Survivals Boykottaufruf gegen Menschensafaris. Bei den Safaris werden Touristen entlang der illegal errichteten Andaman Trunk Road in das Reservat der erst kürzlich kontaktierten, indigenen Jarawa gebracht.

"Wir unterstützen keinen "Jarawa-Tourismus". Wir haben an die Behörden geschrieben und um eine alternative Route gebeten, damit die Touristen nicht auf der Andaman Trunk Road reisen müssen", berichtete der Präsident des Verbandes, Shri M. Vinod, gegenüber Survival.

Survival International und die lokale Andamanen-Organisation Search hatten im Juni einen Aufruf an Touristen gerichtet, die illegale Strasse zu boykottieren. Auf der Strasse fahren jeden Monat Tausende Touristen mitten durch das Land der Jarawa.

Reisende riskieren das Leben des indigenen Jäger-und-Sammler-Volkes, das erst seit 1998 friedlichen Kontakt zur Aussenwelt hat. Die 365 Jarawa haben wahrscheinlich nur schwache Abwehrkräfte gegen eingeschleppte Krankheiten und ein Krankheitsausbruch könnte fatale Folgen haben.

In der vergangenen Woche diskutierte auch Sonia Gandhi, Präsidentin von Indiens derzeitiger Regierungspartei, die Situation der Jarawa vor dem einflussreichen National Advisory Council. Gandhi soll sich dabei sehr besorgt um die Jarawa geäussert haben. Ein aktueller Bericht, den sie in Auftrag gegeben hat, unterstreicht Angaben zufolge die negativen Auswirkungen der Strasse und des Tourismus.

Touristen behandeln die Jarawa wie Tiere in einem Safaripark, indem sie sie mit Keksen und Süssigkeiten "locken". Einige Jarawa-Kinder wurden bereits von fahrenden Fahrzeugen erfasst, als sie versuchten die Süssigkeiten zu greifen. Ein Tourist beschrieb seinen Besuch: "Die Reise durch das Gebiet der Indigenen war wie eine Safari. Wir sind durch dichten Regenwald gefahren und haben wilde Tiere gesucht, die Jarawa, um genau zu sein."

Survivals Direktor Stephen Corry sagte heute: "Es ist eine gute Nachricht, dass die Reiseanbieter die Strasse meiden wollen. Mit ihrer Unterstützung gibt es keinen Grund, warum es Touristen nicht komplett untersagt werden sollte durch das Reservat zu reisen. Die Behörden sollten das zur Kenntnis nehmen und so schnell wie möglich eine alternative Route anbieten."

Diesen und weitere spannende Beiträge über die Missachtung der Rechte Indigener finden Sie auf www.survivalinternational.de ;

AutorIn: Linda Poppe, Survival International, Berlin

Kategorie: Begegnung zwischen Kulturen & Religionen, Brennpunkt Tourismus, Ethik, Ethik im Reiseverhalten, Indien, Indigene Völker, Jung & Fair, Kultur, Menschenrechte, Parks – Schutzgebiete


 

Letzte Aktualisierung: 24.05.2012