Ländersuche
Weltkartefairunterwegs.org - das Plus für Ihre Reisevorbereitung

News zu Ihrem Reiseziel
und zum weltweiten
Tourismusgeschehen
Augen auf beim Ferienkauf!
Worauf achten beim Buchen
Tipps für unterwegs und zur
Einstimmung auf Ihr Reiseziel
Antworten auf knifflige
Fragen zum Thema sozial-
und umweltverträglich Reisen
Aktuell
23. Mai 2012
Kulturerbe ohne Menschen?
Leben in den Ruinen von Hampi
28. März 2012
Bombay Diaries – Dhobi Ghat
Spielfilm von Kiran Rao, Indien 2011
05. März 2012
Abgeordnete in Europa fordern Ende der 'Menschensafaris'
Der Skandal um die 'Menschensafaris' auf den indischen Andamanen Inseln hat Europa erreicht....
Veranstaltungskalender
[weiterlesen...]
Indien

Reis aus Nordindien

Die Max Havelaar-Stiftung Schweiz zeichnet mit ihrem Label Reis aus, der in Indien nach international anerkannten Fair Handels-Standards angebaut wird. Seit Reisbauer Tirath Pal Singh für den Fair Handel produziert, erzielt er höhere Erlöse. Er konnte sich mehr Land kaufen und sein Haus ist heute mit Elektrizität ausgerüstet.
"Seitdem wir für den fairen Handel produzieren, hat sich unser Leben völlig verändert", erzählt Tirath Pal Singh, indischer Reisbauer und Vater von zwei Söhnen. "Wir konnten mehr Land kaufen und dank dem höheren Erlös, den wir für unsere Ernte erzielen, Reparaturarbeiten an unserem Haus ausführen und haben heute sogar Elektrizität." Tirath Pal Singh besitzt 2,6 Hektaren Land, die er mit seiner Familie, seinen Eltern und der Familie seines Bruders bebaut. Nebst dem Anbau von Reis betreibt er etwas Viehzucht und bewirtschaftet einen kleinen Gemüsegarten für den Eigenbedarf. Alle seine Enkelkinder gehen zur Schule, und darauf ist der 50-jährige Reisbauer stolz. Er selbst konnte nicht zur Schule gehen und Ferien sind für ihn ein Fremdwort. Jeden Tag um vier Uhr morgens steht er auf, verrichtet eine einstündige Morgenandacht, trinkt anschliessend ein Glas frische Milch, und macht sich an sein Tagwerk. Während der Pflanzzeit arbeiten er und seine Familie bis zu vierzehn Stunden am Tag. Ebenso auch während der Ernte.
Dennoch findet Tirath Pal Singh immer noch genug Zeit, um seinen Pflichten als Präsident der Federation of Small Farmers Khaddar Area nachzukommen, einer Bauernkooperative, welche 2001 gegründet und 2004 Fairtrade-zertifiziert wurde.
Als Präsident vertritt Tirath Pal Singh gut tausend Reisbauern gegenüber Handelspartnern und Behörden und ist zugleich Mitglied der Fairtrade-Kommission. Die Kommission entscheidet, für welche Projekte die erwirtschafteten Fairtrade-Prämien eingesetzt werden. Dank der Fairtrade-Prämie konnten Zufahrtswege und Brücken zu den Reisfeldern gebaut werden, welche den Bauern ermöglichen auch während der Monsunzeit auf den Feldern zu arbeiten, ohne durch hüfthohen Schlamm waten und Krankheiten riskieren zu müssen.
Die Fairtrade-Prämie ermöglichte zudem den Bau einer Schutzmauer für die Dorfschule sowie die Subventionierung von erstklassigen Reissamen. Diese bezieht die Kooperative von Sunstar Overseas Ltd., einem Fairtrade-registrierter Exporteur.
"Bessere Samen bedeutet weniger Verlust bei der Ernte, einen besseren Verkaufspreis und damit ein besseres Leben für uns alle. Wenn es den Bauern besser geht, verbessert das auch unser Ansehen in der Gesellschaft – und das ist für mich persönlich fast das Wichtigste", so Tirath Pal Singh. "Das gibt mir Selbstbewusstsein gegenüber Behörden und Händlern, so dass ich heute ganz anders für mich und für unsere Kooperative auftreten kann. Heute kann man uns nicht mehr so leicht über den Tisch ziehen."
Quelle: Max Havelaar-Stiftung Schweiz, 2008
