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Kolumbien

13. Dezember 2010

Reisen im Buch: Der Andere Literaturklub 2011

Samson Kambalu an der Lesung in Bern mit einem „Holyball“. Sein Roman „Jive Talker“ über eine Jugend in einer aussergewöhnlichen Familie in Malawi, der 2010  im Programm des Andere Literaturklubs war,  ist auf Begeisterung gestossen.

Seit fünfundzwanzig Jahren existiert der Andere Literaturklub als gemeinsames Projekt der Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika litprom in Frankfurt und von artlink (vor 2007 die Erklärung von Bern). Durch den Vertrieb von Erstübersetzungen an die Mitglieder trägt diese besondere Buchgemeinschaft dazu bei, dass diese Literatur auf Deutsch zugänglich und sichtbarer ist. Aus den bereits bekannten Übersetzungsprojekten verschiedener deutschsprachiger Verlage werden jeweils vier Titel ausgewählt. Es war nicht so geplant, aber die für 2011 gewählten Titel von interessanten Autoren aus Kolumbien, Indien, Marokko und Chile sind alle in irgendeiner Form literarische Auseinandersetzungen mit historischen Ereignissen:

  • Omair Ahmad (Indien) mit dem "Geschichtenerzähler" – dessen Geschichten voller Poesie und versteckten Botschaften sind und mit vielschichtigen Bezügen zu Krieg und unlebbarer Liebe.
  • Juan Gabriel Vásquez (Kolumbien) geht in "Die geheime Geschichte Costaguanas" der Urheberschaft von Joseph Conrads Roman "Nostromo" nach, ebenso Konflikten rund um die Geschichte Panamas.
  • Mahi Binebine (Marokko) folgt in "Die Engel von Sidi Moumen" mit viel Zärtlichkeit den von Gott verlassenen Kindern am Rande von Casablanca, die in dieser Hölle auf Erden nichts zu verlieren haben, wenn man ihnen das Paradies verspricht.
  • Luis Sepúlveda (Chile) lässt in "La sombra de lo que fuimos" 35 Jahre nach Pinochets Putsch drei Exilierte zusammentreffen, die, alt und kahl geworden, in Erinnerungen schwelgen und noch immer Pläne haben. Herzlich und ironisch erzählt er von gesellschaftlichen Verlierern, die nie ihren Glauben an Humor und Liebe verloren haben.

Zusätzlich zu den vier Büchern erhalten die Mitglieder vier Mal jährlich die schön gestaltete und viel gelobte Zeitschrift "Literaturnachrichten" mit Porträts und Texten von Autoren und Autorinnen aus Afrika, Asien und Lateinamerika. artlink bemüht sich auch um die direkte Begegnung mit AutorInnen und lädt mindestens einen Autor aus dem Jahresprogramm für Lesungen in die Schweiz ein, zu denen die Mitglieder freien Eintritt haben.

Weitere Informationen zu Geschenkmitgliedschaften und Mitgliedschaften (120.-/Jahr) unter www.literaturklub.ch

AutorIn: Chudi Bürgi, artlink, Bern

Kategorie: Begegnung zwischen Kulturen & Religionen, Brennpunkt Tourismus, Chile, Geschichte, Indien, Jung & Fair, Kolumbien, Krisen – Krieg & Katastrophen, Kultur, Marokko


 

Letzte Aktualisierung: 24.05.2012