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01. Februar 2012

Bottled Life – Die Wahrheit über Nestlés Geschäfte mit dem Wasser

Urs Schnell (Regie) und Res Gehriger (Recherche), Schweiz 2011

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Pakistan

Fussbälle aus Sialkot

Nachdem in den 1990er Jahren sklavenähnliche Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit in der Sportartikelherstellung angeprangert wurden, hat sich das Pionierunternehmen Talon Sports in Pakistan der Produktion von fairen Fussbällen verschrieben. Seit 2002 werden seine Fussbälle nach international anerkannten Fairtrade-Standards zertifiziert. Erstmals erhielt damit ein Produkt das Fair Handels-Label, das nicht zum Lebensmittelbereich gehört.
Die Fussbälle von Talon Sports sind heute mit dem Label der Max Havelaar-Stiftung Schweiz ausgezeichnet und werden in den claro-Läden angeboten.

Die handgenähten Fussbälle mit einer Blase aus Natur-Kautschuk werden vom Familienunternehmen Talon Sports in zwei betriebseigenen sowie – je nach Bestellvolumen – bis zu 13 unabhängigen Nähateliers in der Umgebung von Sialkot gefertigt. Sialkot gilt, trotz der steigenden Konkurrenz durch Indien, China und neuerdings Thailand, weiterhin als "Welthauptstadt" der Fussball-Produktion. Nachdem in den 1990er Jahren sklavenähnliche Arbeitsbedingungen und die Ausbeutung von Minderjährigen weltweit angeprangert wurden, haben fast alle Sportartikel-Firmen auf Kinderarbeit verzichtet. Doch bezahlen sie noch heute so niedrige Löhne, dass die Eltern auf die Mitarbeit ihrer Kinder in anderen Branchen angewiesen sind. Eine der wenigen Ausnahmen ist der Familienbetrieb Talon Sports. Als einer der ersten Unterzeichner des Atlanta-Abkommens, das Kinderarbeit streng verbietet, hat er zudem – im Dialog mit dem deutschen Fair Handelshaus Gepa – ein faires Pilotprojekt entwickelt.
Dazu gehört – nebst korrekten Löhnen und ortsunüblichen Sozialleistungen – die Einrichtung der Talon Fair Trade Workers Welfare Society. Hauptaufgabe dieser Vereinigung aus BallnäherInnen und Firmenvertretern war die Verwendung der Mehrpreisgelder, die der Faire Handel für die Talon-Fussbälle bezahlte. Heute obliegt ihr die Verwaltung der Prämie, die Talon Sports seit der Fair Trade-Zertifizierung zusteht. Damit werden insbesondere wesentlich höhere Löhne, Kleinkredite, bessere Ausbildungschancen für Gross und Klein sowie kostenlose Gesundheitsvorsorge für die ganze Familie finanziert. Mit dem Ziel, die NäherInnen mit den fairen Handelsbedingungen vertraut zu machen und ihr Mitspracherecht zu fördern, hängen in allen Ateliers entsprechende Informationen in Urdu, der einheimischen Sprache.

Jeder Fussball besteht aus einer Latex-Blase sowie 32 Waben aus Kunststoff, die mit mehreren hundert Stichen von Hand zusammengenäht werden. Mit dem Ziel, auch auf Produktebene Fair Trade-Kriterien zu befolgen, benutzt Talon Sports heute für die Blase und das Laminieren der Ball-Bestandteile FSC-zertifizierten Latex bzw. Natur-Kautschuk aus Südindien.

Quelle: claro fair trade AG, 2009

 

Letzte Aktualisierung: 24.05.2012