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Russland

29. März 2007

Indigene rund um den Nordpol: Klimaänderung ist Menschenrechtsverletzung!

Den arktischen Völkern drohen durch die Klimaerwärmung eine Welle der Zerstörung und eine Plünderung ihrer Bodenschätze

Basel, 29.03.2007, akte/ Der Klimawandel beeinträchtigt das Überleben der insgesamt 400'000 Angehörigen von 30 Völkern der Arktis: Die Saami in Lappland, die Ewenken in Sibirien, die Yu’ik und Gwich’in in Alaska und die Inuit in Grönland beobachten starke Veränderungen der Wetter- und Umweltbedingungen. Ganze Dörfer mussten wegen Küstenerosionen und Stürmen umgesiedelt werden. Den indigenen Völkern der Arktis droht durch die Klimaerwärmung aber auch eine Welle der Zerstörung und eine Plünderung ihrer Bodenschätze. Sie leiden heute schon unter den gravierenden Folgen der Ausbeutung der natürlichen Ressourcen, welche sich auf ihren Territorien befinden. Mit dem Abschmelzen des Eises wird die Gier westlicher Regierungen nach Erdöl, Gold, Diamanten, Silber und anderen wertvollen Mineralien neu geweckt, denn plötzlich werden Gebiete zugänglich, wo früher an einen Abbau der Bodenschätze nicht zu denken war.

Die Indigenen, von den wichtigen Entscheiden bislang in den meisten Fällen ausgeschlossen und daher für die Ursachen des Klimawandels kaum verantwortlich, sehen durch den Klimawandel ihr Recht auf Gesundheit, auf Nahrung, ihre Kultur, die Sicherheit ihrer Wohnorte und andere Menschenrechte verletzt. Organisationen wie die Inuit Circumpolar Conference (ICC) der Saami Council, die russischen RAIPON und der Inuit Tapiriit Kanatami machen weltweit auf die Gefährdung der arktischen Völker aufmerksam. Letzten Dezember reichten sie bei der Interamerikanischen Menschenrechtskommission eine Petition ein, mit der Aufforderung, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Inuit zu untersuchen und festzustellen, ob die US-Regierung mit ihrer Klimapolitik völkerrechtliche Vereinbarungen verletzen. Sie fordern ein verbindliches Limit der CO2-Emissionen.

In der Arktis vollzieht sich der Klimawandel zwei bis dreimal schneller als im globalen Durchschnitt. Also überlegt man sich in Grönland, wie diese Klimaänderung zur USP, der „unique selling proposition“ im touristischen Marketing werden kann: Wie können Touristinnen und Touristen am besten angezogen und bedient werden, welche heranpilgern, um das Wegschmelzen des Eispanzers mit eigenen Augen zu sehen. Ihnen werden Hotels, Restaurants, in der Hauptstadt Nuuk ein modernes Kulturhaus, Cafés, ein paar Läden um Shoppen geboten. Reisen nach und in Grönland sind teuer und erfolgen in der Regel per Flug – Flüge, welche die Klimaerwärmung anheizen, während die Inuit von ihren Dörfern wegziehen müssen, weil aufgrund der Erwärmung des Meeres der Kabeljau und damit ihre Erwerbseinkommen nach Kanada weiterzieht.

Quellen: www.pressetext.com 02.03.2007; Vielfalt, März 2007, Die Wochenzeitung, 11. Januar 2007

AutorIn: Nina Sahdeva, arbeitskreis tourismus & entwicklung, Basel

Kategorie: Brennpunkt Tourismus, Dänemark, Indigene Völker, Internationale Organisationen & Abkommen, Klima – Verkehr, Russland, Schweden, Vereinigte Staaten von Amerika


 

Letzte Aktualisierung: 24.05.2012