Guatemala

Rang 42
Ranking of Happiness
Zum Vergleich:
Rang 9
in der Schweiz
Rang 135
Human Development Index
Zum Vergleich:
Rang 1
in der Schweiz
Rang 150
Internationaler Korruptionsindex
Zum Vergleich:
Rang 7
in der Schweiz

Zahlen & Fakten

Menschenrechtslage

Unbegründete Strafverfahren gegen Richter*innen, Staatsanwält*innen, Menschenrechtsverteidiger*innen und Protestierende führten dazu, dass die zivilgesellschaftlichen Handlungsspielräume 2022 immer enger wurden. Die Behörden schützten das Recht auf Gesundheit und die Rechte von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen (LGBTI+) nicht ausreichend. Aufgrund des hohen Ausmasses an Gewalt, Straflosigkeit, Armut und Ungleichheit sahen sich Tausende Menschen gezwungen, das Land zu verlassen. (Stand 2022)

Hier gehts zum vollständigen Amnesty International Bericht zu Guatemala.

Reisen in Länder, in denen die Menschenrechte missachtet werden, in denen Diktatoren oder Autokraten herrschen, können aus vielen Gründen boykottiert werden. Doch oft leiden dann die Einwohner*innen nicht nur unter dem herrschenden Regime, sondern auch durch den Ausfall der Einnahmen aus dem Tourismus. Zudem können Tourist*innen Information in und aus dem Land bringen, was für gewisse Länder enorm wichtig ist. Zentral ist jedoch, sich vor der Reise mit der Politik, Kultur und dem System im Land auseinander zu setzen!

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Umwelt

In Guatemala genehmigt die herrschende Elite Bergbauprojekte und Wasserkraftwerke meist problemlos und ohne viele Aufagen. Widerstand von Umweltschützern und indigenen Gemeinschaften wird erstickt, notfalls auch mit Morden an den Anführern oder durch Kriminalisierung der Proteste. 2016 erreichte die Gemeinde von La Puya aber einen Achtungserfolg im Kampf gegen eine US-Goldmine: Das Oberste Gericht stoppte die Produktion wegen schwerer
Regelverstösse. Der Streit ist nun vor einem internationalen Schiedsgericht anhängig.

Mehr dazu erfährst du im SympathieMagazin «Costa Rica, Guatemala, Panama verstehen»

Religion & Sprache

Religion

Die Religion des Landes spaltet sich in drei Glaubensrichtungen: die indigene Bevölkerung, die Katholiken und die Evangelikalen. Die Indigenen des Landes leben heute noch mit dem Mayakalender und dem «Ritual der 260 Tage» (Yucateco), das sich auf den Rhythmus und die Bewegung des Mondes bezieht. Während die katholische Kirche sich der Mayareligion gegenüber offen zeigt und die Inkulturation vorantreibt, stehen ihr die stark wachsenden evangelikalen Gruppen ablehnend gegenüber.

Sprache

Die erste Amtssprache in Costa Rica ist Spanisch. Allerdings werden auch bis heute viele indigene Mayasprachen gesprochen. Inzwischen ist zweisprachige Bildung staatlich anerkannt. Allerdings mangelt an Lehrkräften, die entsprechend ausgebildet sind. Und so ist es oft auch an bilingualen Schulen in indigenen Dörfern so, dass der Unterricht hauptsächlich auf Spanisch abläuft. Die jeweilige Mayasprache wird wie eine Fremdsprache in einer Extra-Unterrichtseinheit gelehrt, und wenn man Glück hat, gibt es noch ein Fach über die Weltanschauung der Maya. Auf weiterführenden Schulen wird meist nur noch auf Spanisch unterrichtet. Generellgibt es bis heute keine Gleichberechtigung der indigenen und der spanischkolonialen Kultur.

Mehr dazu erfährst du im SympathieMagazin «Costa Rica, Guatemala, Panama verstehen»

Kultur & Ernährung

Kultur

Wer in Guatemala tiefer in die Geschichte und Kultur der Maya eintauchen möchte, muss abseits der klassischen Pfade suchen, etwa bei Netzwerken wie Eco-Aldeas oder Redturs. Das ist aufwendiger und setzt Spanischkenntnisse voraus. Dafür kann man dort Erfahrungen beim Kaffeepflücken sammeln oder sich in die komplizierte Webkunst einführen lassen.

Ernährung

Lokale Produkte sind günstiger und der Nährwert ist höher, was sich langfristig positiv auf die Gesundheit auswirkt. Kochen auf dem Holzfeuer und Zutaten aus den eigenen Gemüse- und Kräutergärten sind daher bei den jungen Küchenchefs in Mode. Alte Rezepte werden wiederbelebt, und die Köche suchen den direkten Kontakt zu den Kleinbauern, um mehr über alte Sorten zu erfahren. Viele von ihnen haben eigene Kochshows und verbreiten so ihr Wissen. Die Folgenbsind schon sichtbar: Einige der in den 1990er Jahren eröffneten schicken internationalen Restaurants haben inzwischen dichtgemacht.

Mehr dazu erfährst du im SympathieMagazin «Costa Rica, Guatemala, Panama verstehen»

Do’s & Dont’s

Do’s

  1. Sport ist eine tolle Möglichkeit, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen. In fast jedem Dorf wird am frühen Abend gekickt.
  2. Einen Kaffee sollte man immer annehmen. Es ist eine gastfreundliche Begrüßungsgeste.

Dont’s

  1. Im Dschungel keine Bäume unbesehen anfassen. Dort können giftige Spinnen oder Ameise
    sitzen.
  2. Indigene nicht ungefragt fotografieren. Die Maya glauben, dass ihnen das die Seele stiehlt.
  3. Drängeln und Hetzen kommen in Mittelamerika ganz schlecht an. Daher sollte der Zeitplan lieber etwas großzügiger gestrickt sein.

Angebote & Anbieter

Voilà – Angebote unseres Partners FairWeg, der Unterkünfte nach zwölf Nachhaltigkeitskriterien auswählt. Darunter einige grosse Häuser, denn sie können sich eine Zertifizierung leisten. Darum suchen wir kleine, leidenschaftlich nachhaltige Anbieter*innen – bitte melden.

Berichte zu Guatemala

Mobilität

An- und Abreise

Fliegen belastet das Klima stärker als jede andere Art des Reisens. Beim Verbrennen von Kerosin entstehen Schadstoffe, unter anderem Kohlendioxid (CO2). Dieses trägt massgeblich zur globalen Erwärmung bei.

Flug Zürich - Guatemala-Stadt: CO2-Ausstoss in kg
Emissionen pro Passagier auf einem Hin- und Rückflug
6195 kg CO2
Betrieb eines Kühlschranks für ein Jahr, durchschnittlicher Strommix
100 kg CO2
Ein Jahr Autofahren (Mittelklassewagen, 12.000 km)
2000 kg CO2
Klimaverträgliches Jahresbudget eines Menschen
2300 kg CO2

Klimakompensation

Auf dem Treibhausgasrechner des fairunterwegs-Mitglieds myclimate kannst du die klimaschädlichen Emissionen deiner nächsten Reise berechnen und gleich in ein Klimaschutzprojekt investieren. Welche Projekte du mit deinem Beitrag unterstützt, erfährst du auf der myclimate-Webseite. Hintergrundinformationen zu Klimakompensation findest du im fairunterwegs-ABC.

Einstimmen

Beschreibung und Quellennachweis

Human Development Index

Der IHDI kombiniert die durchschnittlichen Errungenschaften eines Landes in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Einkommen mit der Verteilung dieser Errungenschaften auf die Bevölkerung des Landes, indem der Durchschnittswert jeder Dimension entsprechend dem Grad der Ungleichheit "abgezinst" wird. Somit ist der IHDI ein verteilungsabhängiges Durchschnittsniveau der menschlichen Entwicklung.


Zwei Länder mit unterschiedlichen Verteilungen der Errungenschaften können den gleichen durchschnittlichen HDI-Wert haben. Unter perfekter Gleichheit ist der IHDI gleich dem HDI, fällt aber unter den HDI, wenn die Ungleichheit zunimmt.

Human Development Report

Internationaler Korruptionsindex

Der Internationaler Korruptionsindex, kurz CPI, bewertet und stuft Länder danach ein, wie korrupt der öffentliche Sektor eines Landes von ExpertInnen und Geschäftsleuten wahrgenommen wird. Der CPI ist ein zusammengesetzter Index, eine Kombination aus 13 Umfragen und Einschätzungen zur Korruption, die von einer Vielzahl renommierter Institutionen erhoben wurden. Der CPI ist der weltweit am häufigsten verwendete Indikator für Korruption.

Die Punktzahl eines Landes gibt den wahrgenommenen Grad der Korruption im öffentlichen Sektor auf einer Skala von 0-100 an, wobei 0 bedeutet, dass ein Land als hochgradig korrupt wahrgenommen wird, und 100, dass ein Land als nicht korrupt wahrgenommen wird. 

Transparency International

Ranking of Happiness

Der World Happiness Report (etwa „Welt-Glücks-Bericht“) ist ein jährlich vom Sustainable Development Solutions Network der Vereinten Nationen veröffentlichter Bericht. Darin beschreiben ExpertInnen unterschiedlicher Wissenschaften wie Wirtschaft, Psychologie, Umfrageanalyse und Statistik, wie das Messen des Wohlbefindens effektiv genutzt werden kann, um den Fortschritt von Nationen zu erfassen.

World Happiness Report