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		<title>fairunterwegs.org: Aktuelle Nachrichten</title>
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		<description>Aktuelle Nachrichten</description>
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		<lastBuildDate>Wed, 01 Sep 2010 00:00:00 +0200</lastBuildDate>
		
		
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			<title>Aus dem Fairtrade-Tagebuch Kakao: Vom Land zurück in die Stadt</title>
			<link>http://www.fairunterwegs.org/no_cache/aktuell/news/article/aus-dem-fairtrade-tagebuch-kakao-vom-land-zurueck-in-die-stadt.html</link>
			<description>Die Schweizerinnen und Schweizer sind Weltmeister im Schokolade-Konsum: 12,4 Kilogramm pro Kopf...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Nach vier Tagen im Centro de Acopio und auf den Kakaofeldern von Calceta  und Umgebung sind nicht nur meine Notizbücher voll, sondern auch mein  Herz. Die Menschen, ihre Arbeit und Sorgen, ihre Freude und ihr Stolz  haben mir aufgezeigt, dass sich meine Arbeit in der Kommunikation von  Fairtrade Max Havelaar in der Schweiz lohnt. Indem wir als  Fairtrade-Organisation Kakao und andere Produkte aus dem fairen Handel  vertreiben helfen, unterstützen wir die Entwicklung der Landwirtschaft  in der südlichen Hemisphäre. Es hat mich besonders gefreut, dass ich auf  dieser Reise viele Bauern kennengelernt habe, die in der zweiten  Lebenshälfte zur Arbeit im Feld zurückkehren. Sie übernehmen die Felder  ihrer Eltern oder kaufen sich Land und sind dabei glücklicher und  zufriedener, als wenn sie in der Stadt irgendeiner schlecht bezahlten  Arbeit nachgehen. Ich habe auch junge Leute getroffen, wie etwa Raffael,  die jetzt schon im Feld Hand anlegen und sich auch eine Zukunft als  Bauer vorstellen können. Auf  Menschen wie Raffael, Navor, Martin und  Jacinto sind wir angewiesen, wenn wir in Europa weiterhin viel Kaffee  trinken und Schokolade essen wollen!<br /><br />Voraussetzung dafür ist, dass  die Produktion des Kakaos rentiert. Die Bauern hier wissen, dass ihr  biologischer Criollo-Kakao oder „cacaonacional“, wie sie ihn hier auch  nennen, weltweit sehr gefragt ist. Sie investieren in die Qualität und  Quantität und werden dabei sowohl vom Staat, als auch von der  Fairtrade-Organisation Fortalezza del Valle unterstützt. Alle Bauern  sagen, es gehe ihnen viel besser als noch vor fünf Jahren, als sie ihr  Produkt an Zwischenhändler verkaufen mussten und nicht wussten, was ihre  Ware wert war. Die Fairtrade-Prämie ermöglicht die Kredite und damit  ein Einkommen über das ganze Jahr hindurch. In den Augen der Bauern  dürfte der Preis aber noch um einiges höher sein.<br /><br />Weiter ist mir  aufgefallen, dass es unter den Bauern grosse Unterschiede gibt. Die  einen pflegen und säubern ihre Bäume, wie wenn es ihre Kinder wären,  andere Fincas machen eher einen verwilderten Eindruck, weil den  Besitzern wohl nicht nur das Geld, sondern einfach auch die  Lebensenergie fehlt. Die unterschiedliche Pflege schlägt sich natürlich  direkt in der Ernte nieder. Der faire Handel will jedoch alle Menschen  unterstützen. Dazu muss es ihm gelingen, noch näher an die individuellen  Bauern heranzukommen. Sie sollen nicht nur von einem stabilen Preis,  sondern auch von Schulungen in neuen Technologien und von Gesprächen mit  anderen Bauern profitieren können. Aus diesem Grund will Fortalezza del  Valle in jeder seiner fünf Regionen ein Centro de Acopio bauen. Damit  es auch für Bauern wie Martin einfacher ist, zu einer persönlichen  Unterstützung zu kommen. Den Schritt dazu muss natürlich jeder Bauer  selber tun.<br /><br />Noch ein Wort zu den Frauen: Obwohl ich jedes Mal  nachgefragt habe, scheint es in dieser Region so zu sein, dass die  Landwirtschaft Männersache ist. Die Frauen helfen zwar in der Erntezeit,  aber sonst arbeiten sie im und ums Haus. Das Essen wird auf offenen  Holzfeuerstellen gekocht, die Wäsche oft von Hand gewaschen. Manchmal  bleibt etwas Zeit und Geld, um Blühbüsche oder Blumen anzupflanzen. So  hängt das Wohlbefinden einer ganzen Familie letztlich von der Rendite  des Kakaofeldes ab.
<span style="font-style: italic;">*Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Sie finden alle Beiträge auf </span><span style="font-style: italic;"><link http://fairtrade-tagebuch.blogspot.com>http://fairtrade-tagebuch.blogspot.com</link></span> 
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			<category><a href="themen/arbeit.html" title="Arbeit">Arbeit</a></category>
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			<author>info@akte.ch</author>
			<pubDate>Wed, 01 Sep 2010 00:00:00 +0200</pubDate>
			
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			<title>Jerusalem: Der falsche Ort für die OECD-Tourismuskonferenz 2010</title>
			<link>http://www.fairunterwegs.org/no_cache/aktuell/news/article/jerusalem-der-falsche-ort-fuer-die-oecd-tourismuskonferenz-2010.html</link>
			<description>In einem offenen Brief an die Organisation für wirtschaftlich Zusammenarbeit und Entwicklung OECD...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Basel, 02.09.2010, akte/ Die 86. OECD Tourismuskonferenz soll nach dem Willen der OECD-Leitung die erste sein, die nicht an ihrem Sitz in Paris stattfindet, sondern im internationalen Konferenzzentrum (Binyanei HaUma) in Jerusalem. Delegierte aus Entwicklungsländern werden daran teilnehmen und Israels Tourismusangebote kennen lernen. Thema der OECD-Konferenz sind besondere Wirtschaftszweige mit einem Schwerpunkt auf &quot;grüner&quot; Tourismusentwicklung. &quot;Es scheint, die OECD und ihr Entscheidungsprozess banalisieren die Reizschwellen und die Ernsthaftigkeit des Konflikts zwischen Palästina und Israel. Vielleicht ohne Absicht vermittelt diese Aktion den Eindruck, die OECD nehme Partei in einem Streit, dessen Ausläufer für den Frieden auf der ganzen Welt bedeutend sind, insbesondere im Mittleren Osten.&quot; Dies beklagen die Unterzeichnenden in ihrem offenen Brief an die OECD-Leitung und fordern, die OECD solle einen anderen Konferenzort bestimmen. 
<b>Argumente gegen Jerusalem als Konferenzort</b><br /><img title="Internationales Konferenzzentrum: Hier sollen sich die internationalen OECD-Delegierten zur Tourismuskonferenz treffen" style="padding-top: 5px; padding-right: 5px; float: left; padding-bottom: 5px;" src="uploads/RTEmagicC_800px-Binyanei-HaUmah.JPG.jpg" txdam="1742" width="174" height="130" alt="" />Die Unterzeichnenden nennen eine ganze Reihe von Argumenten gegen Jersualem als Konferenzort: 
<ul style="margin-top: 0cm;" type="disc"><li>An      der Konferenz soll das &quot;grüne Wachstum&quot; mit entsprechenden Strategien zur      Wirtschaftsentwicklung gefördert werden, gerade auch im Tourismus. Dazu      steht aber die Realität in den besetzten palästinensischen Gebieten in      brutalem Widerspruch, werden dort doch grosse Landstücke „entgrünt“ und      die Entwicklung für die PalästinenserInnen blockiert, um die israelische      Präsenz zu forcieren. </li></ul>
<ul style="margin-top: 0cm;" type="disc"><li>Am      Ende der Konferenz sind Ausflüge zu touristischen Sehenswürdigkeiten      geplant. Die Unterzeichnenden fragen, ob der OECD bewusst ist, dass um      verschiedene historische Stätten gestritten wird, die Israel ungerechtfertigterweise      für sich beansprucht. Solche Besuche könnten historischen Verfälschungen      in den Köpfen der Besucher kreieren. Ausserdem: Wenn die BesucherInnen mit      israelischen Veranstaltern reisen, verpassen sie sehr wahrscheinlich die      Gelegenheit zur Begegnung mit PalästinenserInnen und damit zum Verständnis      derer Forderung, einen gerechten Anteil am Tourismus im Heiligen Land zu      erhalten. </li></ul>
<ul style="margin-top: 0cm;" type="disc"><li>Das      Tourismuskomitee der OECD wählt eine entzweiende Taktik. Es gibt Israel      ein Vertrauensvotum, indem es den israelischen Tourismus und das      israelische Image in der Welt fördert. Dabei sollte nicht vergessen      werden, dass Israel den Tourismus nutzt, um gegen die Palästinenser      Propaganda zu machen und sie in einem unvorteilhaften und falschen Licht      darzustellen - nämlich als gefährliches und gewalttätiges Volk. Das trägt      dazu bei, die palästinensische Tourismusbranche für Reisende aus aller      Welt unsichtbar zu halten. </li></ul>
<ul style="margin-top: 0cm;" type="disc"><li>Jerusalem      ist zentral für die Frage nach dem letztendlichen Status von Israel und      von Palästina. In Anbetracht dessen wird der Ausschluss von Palästina nur      die politischen Gräben vertiefen und eine dauerhafte Lösung der Ansprüche      und Gegenansprüche noch komplexer und schwieriger machen. Daher ist schon      die blosse Wahl des Konferenzortes nicht zu rechtfertigen und mit Risiken      behaftet, und sie kommuniziert einseitige Botschaften. Die Stadt steht      unter Besatzung. Mit der Wahl des Konferenzortes delegitimiert die OECD      den Anspruch der Palästineneser auf Ostjerusalem und unterstützt den      Anspruch Israels auf ganz Jerusalem. </li></ul>
<ul style="margin-top: 0cm;" type="disc"><li>Aufmerksame      BesucherInnen, die nach Palästina kommen, sind oft entsetzt über die Art      und Weise, wie israelische Reisearrangements für TouristInnen, wenn      überhaupt, nur wenige Stunden Aufenthalt in der Westbank vorsehen, um      Bethlehem zu besuchen. Das Ungleichgewicht zeigt sich auch bei den      Tourguides: Auf über 6000 israelische kommen nur 300 palästinensische      Tourguides, von denen nur 42 die Bewilligung erhalten haben, jenseits der      Westbank in Israel zu arbeiten. Derweil spielt der israelische      Tourismusminister die Besetzung als zu ignorierende Misslichkeit herunter,      rät aber mit rassistisch-propagandistischer Begründung Reisende davon ab,      Palästina zu besuchen. </li></ul>
<ul style="margin-top: 0cm;" type="disc"><li>Die      Tourismusprofis aus Palästina werden durch den Konferenzort faktisch an      einer Teilnahme gehindert, da ihnen in der Mehrheit seit 1993 der Zugang      zu Jerusalem verwehrt wird. Das israelische Militär lässt sie nicht über      die Checkpoints. Damit können sie auch nicht die offensichtliche Frage      aufbringen: Warum nämlich die OECD die Konferenz in einer Stadt abhält,      die aktiv internationales Recht missachtet. </li></ul>
<b>Umstrittene Aufnahme Israels in die OECD</b><br /><img title="Proteste in Paris gegen die Aufnahme von Israel in der OECD" style="padding-top: 5px; padding-right: 5px; padding-left: 5px; float: right;" src="uploads/RTEmagicC_Proteste_gegen_IsraelOECD.bmp.jpg" txdam="1743" width="300" height="206" alt="" />Erst am 10. Mai dieses Jahres hatte die OECD Israel als neues Mitglied willkommen geheissen - gegen den Widerstand verschiedener Gruppen, welche darauf hinwiesen, dass die Aufnahme von Israel den OECD-Prinzipien und Zielen widerspricht. In ihrem Entwicklungsbericht verschweige die OECD den privilegierten Rechtsstatus von Juden gegenüber nicht-jüdischen Personen, die das israelische Bürgerrecht haben. Israel blockiere die freie Zirkulation von Gütern und Personen durch die Mauer und unzählige Hindernisse, und erdrossele damit die palästinensische Wirtschaft. Zudem missachte Israel zahlreiche Resolutionen der UNO und des Sicherheitsrates, etwa das Recht von Vertriebenen und Flüchtlingen auf Rückkehr, die Aufforderung, sich auf die international anerkannten Grenzen von 1967 zurückzuziehen oder die Genfer Konvention zum Schutz der Zivilbevölkerung im Krieg, die im Gazastreifen auf eklatante Weise missachtet wurde. Auch Schweizer Parlamentarier hatten sich (erfolglos) gegen das Schweizer Votum für den israelischen Beitritt eingesetzt.
<p style="font-style: italic;">Quellen: <br /> <link http://www.alternativenews.org/english/index.php/topics/jerusalem/2772-call-to-oecd-dont-hold-tourism-conference-in-jerusalem- - external-link-new-window>www.alternativenews.org</link>; <link http://www.ecotonline.org>www.ecotonline.org</link>;</p>
<p style="font-style: italic;">Lesen Sie den <media 1741>Brief im Original</media>&nbsp; (pdf)</p>]]></content:encoded>
			<category><a href="themen/kultur/begegnung-zwischen-kulturen-religionen.html" title="Begegnung zwischen Kulturen &amp; Religionen">Begegnung zwischen Kulturen &amp; Religionen</a></category>
			<category>Brennpunkt Tourismus</category>
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			<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 00:00:00 +0200</pubDate>
			
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			<title>Wenn das Ferienmitbringsel nur bis zum Zoll gelangt</title>
			<link>http://www.fairunterwegs.org/no_cache/aktuell/news/article/wenn-das-ferienmitbringsel-nur-bis-zum-zoll-gelangt.html</link>
			<description>Im Ausland macht das Einkaufen besonders viel Spass. Meist sind die Waren nicht nur exotischer als...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Bei Schildkrötenpanzern oder Elfenbein-Schnitzereien ist für viele Reisende die Sache klar: Solche &quot;Souvenirs&quot; mit nach Hause zu nehmen, ist nicht nur ethisch verwerflich, sondern auch verboten. Doch bei vielen anderen Reiseandenken ist die Lage weniger klar. Kein Wunder, beanstandete der Zoll im 2009 die Sendungen von 697 Pflanzen und von rund 320 lebenden Tieren und tierischen Erzeugnissen. Zudem wurden Fälschungen im Marktwert von 4,7 Millionen Franken sichergestellt. Denn bestimmte Reiseandenken dürfen nicht oder nur mit einer Bewilligung eingeführt werden.<br /><br />Verboten ist die Einfuhr von Pflanzen und Tieren, die vom Aussterben bedroht sind. Das Gleiche gilt auch für ihre Produkte. Die Bestimmungen sind im Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) festgelegt, das 30'000 schützenswerte und bedrohte Tier- und Pflanzenarten auflistet. Palisanderholz darf daher ebenso wenig eingeführt werden wie die Wolle von Tibetantilopen oder Wildkatzenfelle. Auch bei traditioneller Medizin, die Tigerknochen, Rhinozeroshörner oder Moschus enthalten kann, heisst es: Finger weg. Andere Waren wie ausgestopfte Tiere oder Sandelholzöl dürfen nur mit schwer erhältlichen Bewilligungen aus dem Reiseland aus- und in die Schweiz eingeführt werden. Im Zweifel sollten sich Reisende an den Zoll wenden, da nur Selbstdeklaration vor Strafe schützt.<br /><br />Nur mit restriktiven Auflagen erlaubt ist die Einfuhr von Kulturgütern, verboten ist die Grenzüberschreitung mit tierischen Waren aus Drittländern ausserhalb der EU und Norwegens.<br /><br />Illegal sind zudem gefälschte Markenartikel - egal, ob es sich dabei um Waren für den privaten Gebrauch oder zum Weiterverkauf handelt.<br /><br /><span style="font-style: italic;">Quellen: Bedenken beim Andenken, </span><span style="font-style: italic;"><link http://www.beobachter.ch/ - external-link-new-window>Beobachter</link></span><span style="font-style: italic;"> Ratgeber 15/2010; Kaum gelandet, schon kriminell, </span><span style="font-style: italic;"><link http://www.blickamabend.ch/ - external-link-new-window>Blick am Abend</link></span><span style="font-style: italic;"> 05.08.2010; Pflanzen: Keine Souvenirs, </span><span style="font-style: italic;"><link http://www.baslerstab.ch/ - external-link-new-window>Basler Stab</link></span><span style="font-style: italic;"> 20.07.2010; ACTA gefährdet Meidizinversorgung armer Länder, </span><span style="font-style: italic;"><link http://www.pressetext.ch/ - external-link-new-window>pressetext.ch</link></span><span style="font-style: italic;"> 25.06.2010; Kauf von Markenfälschungen kann tuer kommen, </span><span style="font-style: italic;"><link http://www.pressetext.ch/ - external-link-new-window>pressetext.ch </link></span><span style="font-style: italic;">16.06.2010; Fake Louis Vuitton cost tourist €7 in purchase price and €1'000 in fines, </span><span style="font-style: italic;"><link http://www.eturbonews.com/ - external-link-new-window>eTurboNews</link></span><span style="font-style: italic;"> 07.06.2010;&nbsp; Stoppt den ausverkauf der Kulturen, </span><span style="font-style: italic;"><link http://www.wwf.ch/de/derwwf/themen/biodiversitaet/arten2/artenschutzinternational/weltkarte_souvenirs/souvenir_tabelle.cfm - external-link-new-window>wwf-Flyer:</link></span><span style="font-style: italic;"> Augen auf bei Souvenirs; EvB-Sonderausgabe Kulturgüterraub 4/2004</span><br /><br />]]></content:encoded>
			<category><a href="themen/umwelt-lebensgrundlagen/artenvielfaltbiodiversitaet.html" title="Artenvielfalt/Biodiversität">Artenvielfalt/Biodiversität</a></category>
			<category>Brennpunkt Tourismus</category>
			<category><a href="themen/kultur/kulturgueter-kulturerbe.html" title="Kulturgüter &amp; Kulturerbe">Kulturgüter &amp; Kulturerbe</a></category>
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			<author>info@akte.ch</author>
			<pubDate>Fri, 27 Aug 2010 05:00:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
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			<title>Auf Tuchfühlung mit Wildtieren</title>
			<link>http://www.fairunterwegs.org/no_cache/aktuell/news/article/auf-tuchfuehlung-mit-wildtieren.html</link>
			<description>Der Kontakt mit Wildtieren zieht viele Menschen an. Doch Wildtierreservate gefährden die Landrechte...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Wilde, exotische Tiere üben auf viele Menschen eine grosse Faszination aus. Dem Bedürfnis, auf Tuchfühlung mit Wildtieren zu kommen, tragen zahlreiche entsprechende Angebote in internationalen Feriendestinationen Rechnung. So können TouristInnen beispielsweise mit Delfinen schwimmen, Affen streicheln oder Elefanten füttern. Aber in freier Wildbahn sollten Reisende zurückhaltend im Kontakt mit Tieren sein. Die Nähe zu Wildtieren kann gefährlich für Menschen sein. Zudem hat die starke Nachfrage der Wildtiersafaris und -beobachtungen viele neue Wildtierreservate entstehen lassen - oft auf Land der lokalen indigenen Bevölkerung, die damit wichtige Landnutzungsrechte verliert.<br /><br /><span style="font-weight: bold;">Delfine</span><br />Wissenschaftler fanden heraus, dass die Interaktion mit Menschen ein Stressfaktor für Delfine ist. Aufdringliche Beobachtungstouren oder schwimmende Menschen in der Nähe führen in Delfinschulen zu Aufregung; die Tiere jagen weniger und pflegen ihre wichtigen sozialen Kontakte innerhalb der Gruppe nicht. Stattdessen schwimmen die Meeressäuger in Anwesenheit von Booten deutlich mehr herum. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass dieses Verhalten das Überleben ganzer Populationen gefährden könnte.<br />Bootstouren, um Delfine oder Wale zu beobachten, sollten nur mit verantwortungsvollen Tourveranstaltern unternommen werden. TouristInnen sollten die Veranstalter darum bitten, den Tieren nicht hinterherzujagen, sondern auf sie zu warten. Auf den Besuch von Delfinarien sollten Reisende ganz verzichten.<br /><br /><span style="font-weight: bold;">Strassenelefanten in Bangkok</span><br />In Bangkok ist das Problem von so genannten Strassenelefanten bekannt. Besonders an belebten Kreuzungen erbetteln die Hüter der ausgehungerten Tiere, die Mahouts, Geld von Touristen, die aus Mitleid gern tief in die Tasche greifen. Bereits mehrfach haben die Autoritäten versucht, die Dickhäuter, die mit ihren Hütern oft aus dem armen Nordosten stammen, aus der Stadt zu verbannen. Experten der Elephant Nature Foundation schätzen, dass die Bettelei in der Stadt das Leben der Tiere um mindestens die Hälfte verkürzt. Autoabgase und enge Strassen verursachen häufig Tuberkulose und Verletzungen an den Beinen. TouristInnen sind aufgefordert, die Elefanten nicht zu füttern. Ihnen droht sonst eine Strafe von bis zu 310 Dollar. Die Mahouts riskieren zusätzlich zur Geldstrafe sechs Monate im Gefängnis.<br /><br /><span style="font-weight: bold;">Tollwütige Hunde in Bali</span><br />Innerhalb der letzten zwei Jahre sollen mindestens 78 Einheimische durch Bisse tollwütiger Hunde ums Leben gekommen sein. Trotz 30'000 Hundebissen jährlich verfügt die Insel nicht über genügend Impfstoffe für Menschen. Auch Tiere werden kaum geimpft. Einige Nationen haben inzwischen Tollwut-Warnungen für Reisende ausgegeben. Hunde spielen eine wichtige Rolle im hinduistischen Glauben. Sie dürfen daher überall herumstreunen, was die Eindämmung der Seuche erschwert. Im gesamten asiatischen Raum sterben 55'000 Menschen pro Jahr an Tollwut.<br /><br /><span style="font-weight: bold;">Walfang-Massaker auf den Faröer-Inseln</span><br />Die Faröer-Inseln locken TouristInnen mit unberührten Naturschönheiten. Im krassen Gegensatz dazu steht die Tradition der lokalen Waljäger, Grindwale in eine Bucht zu treiben und abzuschlachten - ohne Rücksicht auf internationale Grundsätze zur Arterhaltung und die Schadstoffbelastung des Fleischs. Die Faröer Gesundheitsbehörde macht deutlich, dass der Verzehr des Fleischs nicht empfohlen werden kann. Das Walfleisch ist mit giftigen Substanzen wie Quecksilber oder PBC belastet. Reisende sollten darauf verzichten, an solchen &quot;Spektakeln&quot; teilzunehmen oder die lokalen Essgewohnheiten zu übernehmen.
<span style="font-style: italic;">Quellen: Stoppt das Massaker an Grindwalen auf den Färöer-Inseln, </span><span style="font-style: italic;"><link http://www.oceancare.org/ - external-link-new-window>OceanCare</link></span> <span style="font-style: italic;">03.08.2010;</span> <span style="font-style: italic;"><link http://www.oceancare.org/ - external-link-new-window>OceanCare</link></span><span style="font-style: italic;"> Infos A-Z, Delphine/Delphinarien; Rabid dogs create serious problem for Bali, prompt US travel warning, </span><span style="font-style: italic;"><link http://www.eturbonews.com/ - external-link-new-window>eTurboNews</link></span><span style="font-style: italic;"> 02.08.2010; Tourists in Bangkok warned not to feed street elephants, </span><span style="font-style: italic;"><link http://www.eturbonews.com/ - external-link-new-window>eTurboNews</link></span> <span style="font-style: italic;">13.07.2010; </span>]]></content:encoded>
			<category><a href="themen/umwelt-lebensgrundlagen/artenvielfaltbiodiversitaet.html" title="Artenvielfalt/Biodiversität">Artenvielfalt/Biodiversität</a></category>
			<category>Brennpunkt Tourismus</category>
			<category><a href="themen/umwelt-lebensgrundlagen.html" title="Umwelt &amp; Lebensgrundlagen">Umwelt &amp; Lebensgrundlagen</a></category>
			
			<author>info@akte.ch</author>
			<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 00:00:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
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			<title>Dieses Buch kann Ihre Essgewohnheiten verändern </title>
			<link>http://www.fairunterwegs.org/no_cache/aktuell/news/article/dieses-buch-kann-ihre-essgewohnheiten-veraendern.html</link>
			<description>Jonathan Safran Foer hat ein eindringliches Buch über den alltäglichen Horror in der...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Die Grenzen zwischen Literatur und Sachbuch sind fliessend geworden, dazu trägt nun auch Jonathan Safran Foer bei. Nach den Erfolgsromanen «Alles ist erleuchtet» und «Extrem laut» hat der New Yorker Schriftsteller die Praktiken der Massentierhaltung erforscht. Er kombiniert die Fähigkeiten eines Günter Wallraff als Recherchierjournalist, jene von Michael Moore als empörter Ankläger und seine eigenen als luzider Schreiber. <br /><br />So entstand ein 300-seitiges Œuvre mit den Stärken aller Gattungen: Schriftsteller Foer beschreibt in einem persönlichen Einstieg die Besuche bei der Grossmutter, die in ihrem Leben erfahren hatte, was Hungern bedeutete und deren «Hühnchen mit Möhren» ein Willkommensritual für die Familie war, speziell für den kleinen Enkel Jonathan. <br /><br />Reporter Foer beschreibt den nächtlichen Einstieg in einen Massenzuchtbetrieb von jungen Puten mit einer Aktivistin, wo sie – von Aufsehern beinahe erwischt – mitbekommen, wie halbtote Küken bloss schwach den Kopf heben und schliesslich ein sterbendes Küken mit dem Taschenmesser erlösen. <br />Debattierer Foer setzt sich mit Tierzüchtern auseinander – im Unterschied zu Moore nicht nur mit den bösen, sondern auch mit jenen, die tiergerechte Methoden suchen. <br /><br /><img style="padding-top: 5px; padding-right: 5px; padding-bottom: 5px; float: left;" src="uploads/RTEmagicC_tiere_essen.jpg.jpg" txdam="1740" width="133" height="217" alt="" />Dokumentalist Foer hängt schliesslich sechzig Seiten Anmerkungen zu den Quellen an und bekräftigt so, dass hier fundiert gearbeitet worden ist.<br />Dass die verschiedenen Formen – die literarische, die dokumentarische, die anklägerische – am Ende nicht ganz zusammenkommen, ist absehbar, ändert aber nichts am starken Eindruck, den die Lektüre hinterlässt. Ähnlich wie in den Filmen von Michael Moore sind es die drastischen Beispiele, die dem Leser nicht aus dem Kopf gehen: die Fäkaliensuppe, in der die geschlachteten Hühner schwimmen, bevor sie gehäutet und filettiert werden; die oft bloss halb toten Rinder, die kopfvoran hochgezogen und aufgeschlitzt werden, die millionenfach vergasten männlichen Küken, in der Eierproduktion nicht zu gebrauchen; die von frustrierten, schlecht bezahlten Hilfskräften in den Schlachthöfen sadistisch misshandelten Schweine, denen Stangen in den Leib gerammt und lebendig die Augen herausgeschnitten werden. Foers literarische Kraft schafft eben so eindringliche Bilder wie Moores Filme – womöglich noch unausweichlicher, da Augenschliessen beim Lesen nicht geht. <br /><br /><span style="font-weight: bold;">Ein wenig mehr Bewusstsein </span><br />Dieses Buch kann Ihre Essgewohnheiten verändern, vor allem deswegen, weil der Autor nie moralinsauer argumentiert, sondern die Frage des Fleischessens für sich und Sohn Sam klären will. Er bringt alles Verständnis auf für die Schwäche des menschlichen Willens, den Lustgewinn beim Fleisch- und Fischkonsum. Er will nicht zum Veganertum bekehren, nicht einmal zum Vegetarismus – einzig eine Fleischmahlzeit weniger pro Woche schlägt er vor und scheint im Grunde schon zufrieden, dass er diese Frage für sich und seine junge Familie geklärt hat: Die Recherche machte sie zu Vegetariern. Nebenwirkung mag sein, dass Leser und Leserin nach der Lektüre ein wenig bewusster die Geschichte dessen vor Augen haben, was sie in den Einkaufskorb legen. Das kann auch Biofleisch aus artgerechter Haltung sein, bloss macht dieser Konsum heute in den USA gerade mal ein Prozent aus, in Deutschland zwei Prozent, in der Schweiz ein paar Prozentpunkte mehr – kleine Spitzen im Fleischberg unreflektierten Massenkonsums. <br /><br />Es sind die drastischen Zahlen, die dem Leser bleiben: Eine Fleischmahlzeit weniger pro Woche in den USA würde in der Wirkung die Abgase von 5 Millionen Lastwagen und das Leiden von 200 Millionen Tieren ersparen. An Thanksgiving werden in den USA jedes Jahr 45 Millionen Truthähne aufgetischt. Wer als Nachgeborener der europäischen Kriegsjahre durchs Leben gegangen ist, wird in seinem Leben rund 21 000 Tiere verspeist haben. In dieser Zeit wurde Poulet vom Sonntags- zum Alltagsmenü, Essen zur Verpflegung und ein tiefgefrorenes Aktionshuhn so billig wie eine Tasse Kaffee im Restaurant. Dass der Rohstoff Tier ein Gefühlsleben hat, Schmerz empfindet, ein Sozialleben hat, wird dem Verbraucher erst allmählich bewusst. Hierzu hat die Tierforschung einen erheblichen Beitrag geleistet, aber auch Philosophen wie Walter Benjamin, Jacques Derrida oder Peter Singer mit ihrer Kritik an der willkürlich gezogenen Grenze zwischen Mensch und Tier. <br /><br />Die grosse Resonanz, die Foers Buch in den USA hatte und nun voraussichtlich auch in Europa haben wird, deutet an, dass die Geschichte der unreflektierten Massentierhaltung bald zu Ende erzählt ist. Am Ende des ersten Jahrzehnts im 21. Jahrhundert scheint das Bewusstsein zu wachsen, dass Leben mehr als Rohstoff ist. Foers Hoffnung beruht darauf, dass inzwischen schon 19 Prozent aller Studierenden an US-Hochschulen Vegetarier sind. Wer weiss, vielleicht wird auch Foers Sohn Sam den Weg vieler Kinder seiner Generation gehen. Sie lieben Chicken Nuggets, Fischstäbchen, Sweet &amp; sour und Hamburger über alles. Nicht nur, weil sie ihnen gut schmecken, sondern auch, weil sie beim Essen nicht daran erinnert werden, dass diese Vierecke, Stäbchen und Scheiben einst Teile einer Kreatur waren. <br /><br />Foer, am Ende wieder ganz Literat, begründet seinen Optimismus mit einem Bild: Irgendwann werde die Erde die Massentierhaltung abschütteln wie einen Sack Flöhe. Wenn die junge Generation bemerken wird, dass das Nugget das Huhn Ginger aus «Chicken Run» ist, das Fischstäbchen der Regenbogenfisch aus dem Malbuch, das Sweet &amp; sour Schweinchen Babe und der Hamburger die verrückte Kuh Mama Muh – dann wird das 20. Jahrhundert definitiv zu Ende sein.<br /><br />Foer hofft, irgendwann werde die Erde die Massentierhaltung abschütteln wie einen Sack Flöhe. 
<span style="font-style: italic;">Jonathan Safran Foer: Tiere essen. Kiepenheuer&amp;Witsch, Köln 2010. Ab 19. August im Buchhandel. 384 Seiten, ca. 34 Fr. ; ISBN 9783462040449</span>
<span style="font-style: italic;">Dieser Beitrag erschien im Tages-Anzeiger vom 14.08.2010, Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung</span>. <span style="font-style: italic;">Bild: </span> <span style="font-style: italic;"><link http://www.flickr.com/photos/arimoore/83870222/>arimoore via flickr</link></span><span style="font-style: italic;">/CC license</span>]]></content:encoded>
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			<author>info@akte.ch</author>
			<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 00:00:00 +0200</pubDate>
			
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			<title>Der Sumpf von Mallorca</title>
			<link>http://www.fairunterwegs.org/no_cache/aktuell/news/article/der-sumpf-von-mallorca.html</link>
			<description>Die Baleareninsel zeigt ihre Kehrseite: Im Ferienparadies kommen immer neue Korruptionsskandale ans...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Hinter der Urlaubsfassade der bei sonnenhungrigen Nordeuropäern vor allem im Frühsommer beliebten Balearen verbirgt sich ein Hort politischer Korruption: Mehr als vierzig Abgeordneten droht ein Strafverfahren, darunter zwei frühere Ministerpräsidenten der Regionalregierung, fünf ehemalige Minister (consejeros) sowie die Parlamentspräsidentin der Autonomen Gemeinschaft der Balearen. Auf der mit ihren knapp eine Million Einwohnern größten Insel Mallorca, einem einzigen gigantischen Tourismus- und Immobilienkomplex, ermittelt die Madrider Antikorruptionsstaatsanwaltschaft seit längerem wegen zahlreicher Anzeigen gegen die mafiose Verwendung von öffentlichen Geldern.<br /><br />Küsten, Städte und sogar das Hinterland der Inselgruppe im westlichen Mittelmeer gelten bei Immobilienmaklern als wahre Juwelen. Dank der &quot;Balearen AG&quot;, einem kriminellen Bündnis von Spekulanten und Beamten, ließ sich daraus bisher viel Geld machen: Für üppige Bestechungssummen widmeten die zuständigen Behörden Grundstücke um, manipulierten Bebauungspläne, schufen und vernichteten Vermögen und sorgten dafür, dass sich der Gewinn aus Bauprojekten vervielfachte: Beim Bau der Radrennbahn &quot;Palma Arena&quot; zum Beispiel - sie ist bis heute wegen Baumängeln nicht benutzbar - flossen statt der geplanten 50 Millionen 100 Millionen Euro in die Kassen von Bauunternehmern, Architekten und Politikern.<br /><br />Doch das Gesetz der Omertà, das zwischen den Spekulanten und Beamten geltende Stillschweigen, hat erste Risse bekommen. Auf Verhaftungen, Prozesse und erste Verurteilungen folgten Vergeltungsakte, Geständnisse und Verrat. Manch einer kooperierte von vornherein mit der Justiz, um nicht im Gefängnis zu landen.<br /><br />Auf Mallorca ist damit die Kehrseite der paradiesischen Kulisse offenkundig geworden: Drei Abgeordnete der konservativen Volkspartei (PP) verbüßen Gefängnisstrafen wegen Korruption, ebenso der Abgeordnete Tomeu Vicens, Exminister für Stadtentwicklung und Exgeneralsekretär der Mallorquinischen Union (UM), einer kleinen, aber einflussreichen Mitte-rechts-Partei.<br /><br />Die UM, die bei den letzten Wahlen von 2007 nur 28 000 Stimmen (6,75 Prozent der abgegebenen Stimmen) erhielt, hat fast immer über die politische Farbe der Autonomen Gemeinschaft der Balearen entschieden. Sie ist ideologisch geschmeidig genug, um sich in alle möglichen Koalitionen einzupassen: Sie gibt vor, die Grenzen der Klassengesellschaft überwinden zu wollen, und erklärt sich gleichermaßen für liberal, national und staatstreu. Ihre drei Abgeordneten haben sich, je nachdem wie es gerade passte und was sie sich davon versprachen, mal mit der konservativen PP, mal mit der sozialistischen Arbeiterpartei (PSOE) zusammengetan.<br /><br />So konnte die UM fast dreißig Jahre lang ununterbrochen mitmischen, Stellen besetzen, öffentliche Gelder abziehen und ihr politisches Überleben sichern. Seit Februar 2010 ist sie jedoch zum ersten Mal nicht mehr mit von der Partie. Der sozialistische Ministerpräsident Francesc Antich regiert seither mit einer Minderheitsregierung, nachdem die Koalition aus Sozialisten, Linksblock und der Mallorquinischen Union wegen der vielen Korruptionsskandale auseinandergebrochen ist.<br /><br />Eine Anzeige wegen Veruntreuung öffentlicher Mittel führte 2009 zur Entlassung von Tomeu Vicens, der auch in andere Affären verwickelt war. Die Ermittlungen ergaben, dass der Abgeordnete, der inzwischen zu vier Jahren Gefängnis verurteilt wurde, seinem Buchhalter 12'000 Euro dafür bezahlt hatte, einen offiziellen Bericht zu fälschen und diesen komplett aus dem Internet abzuschreiben. Nach seiner Absetzung haben sich die UM-Funktionäre zerstritten und sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe geschoben.<br /><br />Im Februar 2010 gestand Miquel Nadal, ehemaliger Tourismusminister und Parteivorsitzender der UM, dem Richter, dass ihm Maria Antònia Munar, führende Parteifunktionärin, Parlamentspräsidentin der Balearen und seit zwanzig Jahren seine politische Ziehmutter, einmal einen Umschlag mit 300'000 Euro überreicht hätte. Das Geld sei vor den Wahlen von 2007 für eine sogenannte politische Operation bestimmt gewesen: Zum einen sollte damit Palma TV bestochen werden, damit der Sender Schleichwerbung für die Partei machte. Zum anderen ging es darum, Leute nur zum Schein in Unternehmen zu beschäftigen, deren Subventionierung durch den Staat ebenfalls von der UM vorangetrieben worden war. Durch Aussagen der Beteiligten kamen die Machenschaften der Partei nach und nach ans Licht.<br /><br />So hat die UM kleine, staatsnahe Unternehmen protegiert, um sich gefälschte Rechnungen ausstellen zu lassen und Anhänger zu gewinnen. Ein angesehener mallorquinischer Anwalt bezeichnete die UM später als &quot;opportunistische Klientelpartei&quot;, die ein wahres &quot;Günstlingssystem&quot; etabliert habe. Munar, Nadal und Vicens, aber auch Anwälte und Investoren haben ihre Unterstützung für die großen Parteien äußerst gewinnbringend genutzt - und konnten die Bereiche Tourismus und städtische Bauvorhaben mehr oder weniger unter sich aufteilen.<br /><br />Die UM-Politiker stecken hinter verschiedenen Skandalen im Zusammenhang mit zwei Fernsehsendern, mit der Palma Arena, mit einer Autobahn, mit zwei Instituten für Tourismus und einem für Technologie, mit dem Landesentwicklungsplan und sogar mit Bestattungsinstituten, von denen die UM Kommissionen auf Särge und den Verkauf von Grabstättenkonzessionen kassierte.<br /><br />Carles Manera, der sozialistische Minister für Wirtschaft und Finanzen auf den Balearen, spricht von einer &quot;wahren Plünderung der öffentlichen Kassen&quot;, die die Gemeinschaft während der letzten Legislaturperiode &quot;260 oder 270 Millionen Euro&quot; gekostet habe.<br /><br />Die Partei von Munar und Nadal hatte zwar von 1999 bis 2003 und von 2007 bis 2010 mit den Sozialisten zusammen regiert, doch davor war auf dem Archipel die PP über längere Zeiträume (von 1983 bis 1999 und von 2003 bis 2007) am Ruder gewesen. Die meisten Skandale um die UM beziehen sich auf die PP-Ära. Bereits der erste Ministerpräsident der autonomen Balearen, Gabriel Cañellas (1983 bis 1995), musste zurücktreten, weil er die Konzession für einen Tunnel an einen Freund vergeben und dafür Schmiergeld angenommen hatte. Es gab einen Prozess, die Straftat wurde bewiesen, aber da war sie schon verjährt. Cañellas hatte sich gegenüber der UM durch verschiedene Gegenleistungen erkenntlich gezeigt, vor allem durch Gesetzesänderungen, damit private Grundstücke an der Küste bebaut werden konnten.<br /><br />Sein Nachfolger, Jaume Matas, machte es nicht besser. Matas, der zweimal Ministerpräsident der Autonomen Gemeinschaft (zwischen 1996 und 1999 und von 2003 bis 2007) war, arbeitete eng mit Maria Antònia Munar zusammen. Wie sie pflegte er den Umgang mit Immobilienmaklern und Hoteliers. Wie sie stellte er seinen neuen Reichtum zur Schau, darunter mit der kostspieligen Renovierung eines 400 Jahre alten Palazzo in Palma. Und wie sie steht er heute wegen Korruption vor Gericht. Die Anklage gegen ihn lautet auf Unterschlagung, Amtsmissbrauch, Dokumentenfälschung, Betrug und Bestechlichkeit. Dem Gefängnis entging er bisher nur durch die Zahlung einer Kaution von 3 Millionen Euro.<br /><br /><span style="font-style: italic;">Aus dem Französischen von Claudia Steinitz. Andreu Manresa ist Journalist bei El País, Madrid.</span><br /><br /><span style="font-style: italic;">Der Text wurde veröffentlicht in &quot;Le Monde diplomatique&quot; Nr. 9234 vom 9.7.2010. Publikation mit freundlicher Genehmigung des taz-Verlags.</span>]]></content:encoded>
			<category>Brennpunkt Tourismus</category>
			<category><a href="laender/spanien/in-kuerze.html" title="Spanien">Spanien</a></category>
			
			<author>info@akte.ch</author>
			<pubDate>Mon, 23 Aug 2010 00:00:00 +0200</pubDate>
			
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			<title>Jan Philipp Sendker: Das Herzenhören</title>
			<link>http://www.fairunterwegs.org/no_cache/aktuell/news/article/jan-philipp-sendker-das-herzenhoeren.html</link>
			<description>Basel, 15.08.2010, akte/ &quot;Der Kellner wollte mein Geld nicht. ‚Sie sind eine Freundin von U...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Basel, 15.08.2010, akte/ &quot;Der Kellner wollte mein Geld nicht. ‚Sie sind eine Freundin von U Ba. Seine Freunde sind unsere Gäste’, sagte er und verneigte sich.&quot; Die junge Anwältin aus New York hatte sich noch nie so fremd gefühlt wie in Kalaw, einem Ort in den Bergen Burmas, wo früher Kolonialbeamte Erfrischung von der Monsunhitze suchten. Auf den Spuren ihres Vaters, der vor Jahren plötzlich verschwand, ist sie nach Kalaw gereist. Dort erfährt sie vom Greisen U Ba die Geschichte einer Liebe, die Herzen hören kann, auch über grosse Entfernung und lange Zeiten hinweg. In seinem ersten Roman &quot;Das Herzenhören&quot; gelingt es Jan-Philipp Sendker, Korrespondent des deutschen Magazins Stern, unter anderem in Asien, Herzen zu berühren - mit der Geschichte von Liebenden, die getrennt werden und über grosse Hindernisse hinweg wieder zusammenfinden. Gleichsam eine Geschichte der Hoffnung für das heute von der herrschenden Militärjunta gebeutelte Burma. <br /><br /><i>Jan Philipp Sendker: Das Herzenhören. Goldmann 2004, 288 Seiten, SFr. 15.90, Euro 7.95 (unverbindliche Preisangaben) ISBN 978-3-442-45726-7</i>]]></content:encoded>
			<category><a href="themen/kultur/begegnung-zwischen-kulturen-religionen.html" title="Begegnung zwischen Kulturen &amp; Religionen">Begegnung zwischen Kulturen &amp; Religionen</a></category>
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			<author>info@akte.ch</author>
			<pubDate>Sun, 22 Aug 2010 00:00:00 +0200</pubDate>
			
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			<title>Inge Sargent: Dämmerung über Birma. Mein Leben als Shan-Prinzessin</title>
			<link>http://www.fairunterwegs.org/no_cache/aktuell/news/article/inge-sargent-daemmerung-ueber-birma-mein-leben-als-shan-prinzessin.html</link>
			<description>Basel, 16.08.2010, akte/ Inge Sargent traut ihren Augen nicht, als sie 1953 mit ihrem frisch...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Basel, 16.08.2010, akte/ Inge Sargent traut ihren Augen nicht, als sie 1953 mit ihrem frisch angetrauten burmesischen Ehemann im Hafen von Rangoon einläuft und dort mit fürstlichen Ehren empfangen wird. Erst jetzt erfährt sie, dass ihr Gatte Sao Kya Seng, den sie als Studentin in den USA kennengelernt hat, nicht einfach Bergbauingenieur ist. Vielmehr ist er auch Saopha – oder Prinz – von Hsipaw, einem der wohlhabendsten Staaten des Volkes der Shan, die damals im Hochland Burmas eine halbautonome Region innerhalb der Burmesischen Union bildeten. <br /><br />In Windeseile muss sich die junge Österreicherin in ihre neue Rolle als Sao Nang Thusandi einfinden und mit den höfischen Gepflogenheiten einer Shan-Prinzessin vertraut machen. Dies gelingt ihr. 1957 wird sie offiziell zur Mahadevi – Himmlischen Prinzessin – von Hsipaw erklärt. An der Seite ihres aufgeschlossenen Gatten unterstützt sie dessen Ideen, um das verkrustete Feudalsystem aufzubrechen: Sämtliche der Prinzenfamilie gehörenden Reisfelder werden den Bauern abgetreten, neue Landwirtschaftsmaschinen den Bauern kostenlos zur Verfügung gestellt, neue Frucht- und Getreidesorten ausprobiert, Bodenschätze mit neuen Erzabbaumethoden erschlossen und die Profite in Weiterentwicklungen investiert. Kein Wunder, gelten Sao Kya Seng und Thusandi bald als das beliebteste Prinzenpaar der Shan-Staaten, dem bis heute nachgetrauert wird.<br /><br />Denn das Märchen geht im Frühjahr 1962 abrupt zu Ende mit dem Staatsstreich des Oberbefehlshabers der burmesischen Armee, General Ne Win. Über Nacht lässt Ne Win die gesamte Führungselite Burmas – den Staatspräsidenten der Burmesischen Union, sämtliche Minister und Parlamentsmitglieder sowie die Oberhäupter der verschiedenen Staaten mit ihren jeweiligen Ministern –, die sich zur Nationalitätenkonferenz in der Hauptstadt Rangoon eingefunden hatte, verhaften. Viele wurden umgebracht oder blieben verschollen. Darunter auch Sao Kya Seng, dessen Schicksal bis heute unaufgeklärt ist. Seine Frau Inge bleibt völlig auf sich gestellt in Hsipaw zurück, unter der harten Fuchtel der burmesischen Armee und ohne Nachricht von ihrem Mann. Zwei Jahre später gelingt es ihr, mit ihren beiden kleinen Töchtern zu fliehen und erst in Österreich, später in den USA ein neues Leben aufzubauen.<br /><br />Ihre Erinnerungen, die sie im Buch &quot;Dämmerung über Birma&quot; wiedergibt, dokumentieren weit über die Lebensweise am Prinzenhof im Shan-Staat Hsipaw hinaus auf eindrückliche Art und Weise die Wirren des post-kolonialen Aufbaus von Burma, die schwierigen Aufbrüche im Feudalsystem, die Widerstände gegen Neuerungen, vor allem aber die schleichende Usurpation der Macht über die prekäre politische Völkergemeinschaft durch die burmesische Armee unter General Ne Win. Ergänzt durch die einleitenden Ausführungen des ausgewiesenen Burma-Experten Bertil Lintner sind die Memoiren von Inge Sargent ein beredtes Zeugnis des schweren Erbes des Kolonisierung im Vielvölkerstaat Burma. Auf diesem Boden ist die seit bald 50 Jahren andauerende Militärherrschaft gewachsen, die heute zu den brutalsten der Welt gehört.<br /><br /><span style="font-style: italic;">Inge Sargent: Dämmerung über Birma. Mein Leben als Shan-Prinzessin, Unionsverlag 2006, 316 Seiten, CHF 17,90, Euro 9,90, ISBN 978-3-293-20357-0</span>]]></content:encoded>
			<category><a href="laender/burma/in-kuerze.html" title="Burma">Burma</a></category>
			<category><a href="themen/kultur/geschichte.html" title="Geschichte">Geschichte</a></category>
			<category>Literatur</category>
			
			<author>info@akte.ch</author>
			<pubDate>Thu, 19 Aug 2010 00:00:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
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			<title>Alive!</title>
			<link>http://www.fairunterwegs.org/no_cache/aktuell/news/article/honeymoons-medeni-mesec-kopie-1.html</link>
			<description>Spielfilm von Artan Minarolli, Albanien 2009</description>
			<content:encoded><![CDATA[Koli studiert in Tirana albanische Literatur. Nachdem er ins Dorf zurückgekehrt ist, um seinen Vater zu beerdigen, sieht er sich in eine Blutfehde verwickelt, die sein Grossvater vor über sechzig Jahren ausgelöst hatte. Koli will mit der alten Geschichte nichts zu tun haben, will sein eigenes Leben in Frieden leben und zurück an die Uni. Es bleibt ihm allerdings nichts anderes übrig, als sich dem Gewohnheitsrecht zu fügen und zunächst unterzutauchen, in der Hoffnung, dass Vernunft einkehren würde. Damit beginnt ein dramatischer Lauf ums Leben, den der albanische Regisseur Artan Minarolli mit Liebe zu Landschaften und Figuren erzählt und in dem er zeigt, wie verhängnisvoll überholte Traditionen sein können. Der Film &quot;Alive!&quot; war nicht umsonst die albanische Nomination für die Oscars. Ein starkes Kinostück aus dem noch jungen albanischen Filmschaffen.
<link http://www.trigon-film.ch - external-link-new-window "Opens external link in new window"><i>www.trigon-film.ch</i></link>]]></content:encoded>
			<category><a href="laender/albanien/in-kuerze.html" title="Albanien">Albanien</a></category>
			<category>Film</category>
			
			<author>info@akte.ch</author>
			<pubDate>Wed, 18 Aug 2010 00:00:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
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			<title>Bolivien: Proteste in Potosí gegen die Regierung </title>
			<link>http://www.fairunterwegs.org/no_cache/aktuell/news/article/proteste-gegen-die-regierung-in-potosi.html</link>
			<description>Basel, 18.08.2010, akte/ Vom 28. Juli bis zum 16. August 2010 sassen Touristen und Touristinnen in...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-weight: bold;">Basel, 18.08.2010, akte/ Vom 28. Juli bis zum 16. August 2010 sassen Touristen und Touristinnen in der auf 4000 Metern Höhe gelegenen Stadt Potosí im Südwesten Boliviens fest. Die gegen die Regierung protestierende Lokalbevölkerung hat die einzige Zugangsstrasse blockiert. Minenarbeiter, Bewohner der Stadt und Bauern forderten die Grenzbereinigung mit der Nachbar-Provinz Oruro, eine Zementfabrik, die Förderung der Metallverarbeitung, die Erhaltung des Cerro Rico Bergs, wo einst Silber abgebaut wurde, eine Ausweitung des Flughafens und mehr Strassen. Heinz Bichsel, Programmverantwortlicher für Bolivien von mission 21, dem evangelischen Missionswerk in Basel, gab für fairunterwegs.org eine Einschätzung ab.</span><br /><br /><span style="font-weight: bold;">Die Bahnlinien wurden vor einigen Jahren privatisiert und sind inzwischen stillgelegt, weil sie nicht rentiert haben. Wenn schon diese Handelslinie nichts eingebracht hat, was verspricht sich die Lokalbevölkerung vom Ausbau des Flughafens?</span><br /><img title="Einwohner von Potosí auf dem umstrittenen Gebiet Cerro Pahua. Bild: El Potosí" style="padding-top: 5px; padding-right: 5px; padding-bottom: 5px; float: left;" src="uploads/RTEmagicC_CerroPahua.bmp.jpg" txdam="1738" width="222" height="333" alt="" />Darauf muss ich eine indirekte Antwort geben, denn diese Forderung leuchtet mir auch nicht auf Anhieb ein. Ich weiss nicht, welche Bedeutung ein internationaler Flughafen in Potosí haben könnte. Potosí könnte in Zukunft eine wichtige Bedeutung einnehmen im Abbau von Lithium - das weltweit eine zentrale Rolle in der neuen Akku-Technologie spielt, gerade auch bei Elektroautos. Die Stadt war einst Hochburg des Silberabbaus - Potosí war damals der Motor von ganz Bolivien. Heute ist davon nichts mehr übrig - der lokalen Bevölkerung ist nichts mehr geblieben. Mit einem internationalen Flughafen könnten die Bewohner also die Hoffnung auf Entwicklung der Provinz verbinden, darauf, dass die Provinz im Prozess der nationalen Entwicklung nicht vergessen geht. <br /><br /><span style="font-weight: bold;">Die Stadt ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Wovon leben die Leute? Was soll eine Zementfabrik bringen?</span><br />Der Minenabbau ist zurück gegangen. Potosí ist eine der ärmsten Gegenden in Bolivien geworden, 70 bis 80 Prozent der lokalen Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze, im bolivianischen Durchschnitt sind es rund 50 Prozent. Dies im Gegensatz zur Zeit des Silberabbaus. Seither hat sich keine neue Industrie in Potosí entwickelt. Da wird grosse Hoffnung auf eine neue Industrie wie beispielsweise eine Zementfabrik gesetzt. Doch solche Forderungen sind auch nicht absolut zu sehen, sie entstehen zum Teil zufällig. Evo Morales kam durch soziale Bewegungen an die Macht, sie sind seine Basis. Es sind unterschiedliche Gruppierungen, die sich in Protesten zufällig mit ihren Forderungen zusammen finden. Auch wenn die sozialen Bewegungen jetzt ihren Präsident haben, sie stellen weiterhin Forderungen. Morales kommt nun in Konflikt mit seiner eigenen Basis. Ein Ausruf dieser sozialen Bewegungen ist &quot;Potosí federal&quot; - sie wollen mehr Autonomie in der Provinz. Für die Regierung gilt es aber zwischen regionalen und nationalen Interessen auszugleichen.<br /><br /><span style="font-weight: bold;">Kommen wir nochmals zurück zur Forderung nach einem internationalen Flughafen - diese stimmt nicht mit der Stimme für ein &quot;Potosí federal&quot; überein.</span><br />Die Forderung nach einem internationalen Flughafen hat mich auch erstaunt. Präsident Morales hat zwar einen &quot;anti-imperialistischen&quot; Background. Die technologische Entwicklung soll aber gefördert werden, womit man automatisch abhängig von imperialistischen Mächten ist. Da kann Bolivien keinen Alleingang wagen. Eine Isolation von Bolivien gegenüber dem Rest der Welt wäre fatal. Der Präsident kann also sein &quot;anti-imperialistisches&quot; Wort gegenüber der Basis nicht halten. Der Lithium-Abbau ist dafür ein gutes Beispiel, ohne internationale Kooperation ist dieser nicht zu bewerkstelligen.<br /><br /><span style="font-weight: bold;">Welchen Stellenwert hat der Tourismus für Potosí? Die Stadt liegt so hoch, dass sich die meisten Touristen nicht wohl fühlen. </span><br />Die Silberstadt zieht schon gewisse Touristen an, aber für Potosí muss man schon ein besonderes Interesse mitbringen. Als grösserer Anziehungspunkt könnte noch der Salzsee dienen, aber auch da bleibt man nicht lange. Die Sonneneinstrahlung ist extrem, bringt man da nicht genügend Wasser mit, dann schafft man das nicht. Potosí oder der Salzsee von Uyuni sind eher&nbsp; Ausflugsorte, die man von La Paz oder Sucre aus erreicht. <br /><span style="font-weight: bold;"></span><br />___________________________________________________________________________________________<br /><span style="font-weight: bold;"></span>
<span style="font-weight: bold;"><img title="Unter dem Salzsee von Uyuni liegt das weltgrösste Vorkommen an Lithium" style="padding-top: 5px; padding-right: 5px; padding-bottom: 5px; float: left;" src="uploads/RTEmagicC_BolivienUyuniLithiumreserven.bmp.jpg" txdam="1736" width="257" height="212" alt="" />Wer profitiert von den Ressourcen in Potosí?</span><br />Potosí gehört zu den ärmsten Regionen Boliviens. Etwa 75 Prozent der Bevölkerung gehören zu den Quechua. Sie sind arm, obwohl rund um Potosí ein Reichtum an Bodenschätzen liegt. Zum Beispiel das weltgrösste Vorkommen an Lithium, das für Batterien und Elektromobile gebraucht wird, in der Salzwüste Uyuni, aber auch Kalk, der zu Beton verarbeitet werden könnte, oder Zink. Um das Gebiet, in dem diese Rohstoffe liegen, kämpft auch die Nachbarprovinz Oruro, die den Ausnahmezustand erklärt hat. Der Konflikt, sagt die Zentralregierung, schwele seit bald 200 Jahren. Sie dementiert, was die Zeitung el Diario vor kurzem schrieb, nämlich dass im umstrittenenen Gebiet Cerra Pahua Uranreserven liegen. Die Bevölkerung möchte mehr vom Reichtum erhalten, der auf ihrem Boden gefördert wird. Es wird aber auch befürchtet, dass interessierte Unternehmen und eventuell gar internationale Akteure den Konflikt aus eigenen Interessen anheizen.<span style="font-style: italic;"><br /><br />Quellen: La pobreza, el uranio y el cemento avivan la pelea, www.noticiasbolivianas.net 12.08.2010; Potosí: uranio en el cerro Pahua <br /><link http://www.eldiario.net>www.eldiario.net</link>, 10.08.2010; Resurge conflicto entre Potosí y Oruro por salar, <link http://www.eldeber.com.bo>www.eldeber.com.bo</link>&nbsp; 08.04.2010; Potosí lanza un ultimátum por el litio, <link http://boliviaminera.blogspot.com>http://boliviaminera.blogspot.com</link>;</span>]]></content:encoded>
			<category><a href="laender/bolivien/in-kuerze.html" title="Bolivien">Bolivien</a></category>
			<category>Brennpunkt Tourismus</category>
			
			<author>info@akte.ch</author>
			<pubDate>Wed, 18 Aug 2010 00:00:00 +0200</pubDate>
			
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