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		<title>fairunterwegs.org: Aktuelle Nachrichten</title>
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			<title>fairunterwegs.org: Aktuelle Nachrichten</title>
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		<lastBuildDate>Thu, 21 Aug 2008 08:02:00 +0200</lastBuildDate>
		
		
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			<title>Kurt Luger, Karlheinz Wöhler (Hg.): Welterbe und Tourismus</title>
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			<description>Schützen und Nützen aus einer Perspektive der Nachhaltigkeit</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Basel, 21.08.2008, akte/ UNESCO Welterbe – das verspricht Tourismus, wie wir in der Schweiz eben wieder aus dem Freudenjubel erfahren konnten, der die Auszeichnung beiden jüngsten Stätten – der Glarner Hauptüberschiebung und der Rhätische Bahn Albula/Bernina – mit dem begehrten UNESCO-Status begleitete. Doch birgt die UNESCO-Auszeichnung auch etliches Konfliktpotenzial, geht doch die touristische Nutzung und Förderung keineswegs immer mit der Bewahrung der bedeutenden Kultur- und Naturschätze einher. Und die ansässige Bevölkerung erfährt zwar Anerkennung und vielleicht sogar eine Stärkung ihrer Identität, wenn ihr Lebensraum, ihre Geschichte und Kultur von internationaler Seite zum Erbe der Menschheit erklärt wird, hat aber auch ein eigenes Verständnis ihrer Geschichte und Kultur und verfolgt eigene Pläne zur Raumnutzung und Entwicklung, die nicht unbedingt den mit dem UNESCO-Label einhergehenden offiziellen Schutz- und Nutzungsbestimmungen entsprechen. Zum Beispiel auf den Galapagos, wo die einzigartige Flora und Fauna unter dem Ansturm der Reisenden und der vom Tourismusboom angelockten Zuwanderer so leidet, dass der Archipel auf die &quot;Rote Liste&quot; der gefährdeten Welterbestätten gesetzt wurde und dadurch – falls sich nichts ändert – riskiert, den vor gut dreissig Jahren erhaltenen UNESCO-Status zu verlieren. Ein ähnliches Schicksal droht Machu Picchu in den peruanischen Anden: Die berühmte Inka-Ruinenstadt wird vom wachsenden Besucherstrom und der damit verbundenen unkontrollierten Urbanisierung in ihrer Substanz bedroht. Die Aufnahme in die &quot;Rote Liste&quot; könnte ein wirksames Signal setzen für die dringend notwendige Neuorientierung der Tourismuspolitik. Diese müsste aber auch dem wachsenden Groll der Einheimischen Rechnung tragen, welche wegen der Privatisierung der Tourismus- und Transportanlagen kaum vom Fremdenverkehr profitieren, vor allem unter der Teuerung leiden und sich den Besuch ihres eigenen Kulturerbes nicht mehr leisten können. <br /><br />Wie die Interessen der Einheimischen im Rahmen von UNESCO-Welterbe-Projekten gewahrt und die lokale Entwicklung gefördert werden können, zeigt das gelungene Vorgehen etwa im Kathmandu Tal in Nepal. Nicht selten jedoch sitzt die Lokalbevölkerung bei solchen Vorhaben von internationaler Bedeutung am kürzeren Hebel. So etwa in Hampi, der im 16. Jahrhundert zerstörten Ruinenstadt des Vijayanagara-Reiches im indischen Bundesstaat Karnataka: Mit seinen Tempelanlagen zieht Hampi zahlreiche Pilger aus ganz Indien an. Diese wiederum erhöhen die Attraktivität der historischen Stätten für fremde Reisende, die vornehmlich als Backpacker-TouristInnen den Einheimischen ganz direkt neue Einkommensmöglichkeiten verschaffen. Deshalb widersetzte sich die Lokalbevölkerung energisch den Plänen der UNESCO zum Schutz der Ruinen, die den Bau von neuen Zufahrtswegen unterband und Geschäftstreibende aus dem geschützten Bereich auszusiedeln drohte. 1999 setzte die UNESCO Hampi auf die &quot;Rote Liste&quot; der gefährdeten Welterbestätten und damit die ansässige Bevölkerung stark unter Druck; erst vor zwei Jahren strich die UNESCO Hampi wieder von der &quot;Roten Liste&quot;, was auf eine Annäherung zwischen internationalen und nationalen Gremien sowie der lokalen InteressenvertreterInnen hindeutet.<br /><br />Gefährdet sind Welterbestätten indessen vor allem auch durch den globalen Klimawandel und die Luftverschmutzung, wie alarmierende Presseschlagzeilen regelmässig bezeugen: Dramatische Schneeschmelze am Kilimanjaro, Blaualgen zerstören Angkor Wat, Korallensterben im Great Barrier Reef, Mikroben aus der Dreckluft zerfressen Parthenon und Niketempel in Athen, Flechten und Feuchtigkeit zehren an der Substanz der Maya-Ruinen in Mexiko, Gletscherrückgang im Aletschgebiet, Hochwasser in Venedig, heftige Regenfälle bringen die Jahrhunderte alten Lehmmoscheen von Timbuktu zum Einsturz – die UNESCO muss sich dringend überlegen, wie die mehr als 830 Stätten, die sie seit Inkrafttreten der Welterbekonvention 1972 zum Erbe der Menschheit erkoren hat, auch künftigen Generationen erhalten bleiben.<br /><br />Dazu bildet der von Kurt Luger und Karlheinz Wöhler herausgegebene Sammelband eine exzellente Grundlage. Er gibt erstmals im deutschsprachigen Raum Einblick in das Wissen über die vielseitigen und anspruchsvollen Herausforderungen zur Erhaltung der für die Menschheit bedeutenden kulturellen und natürlichen Stätten und beleuchtet das Spannungsfeld zwischen Welterbe und Tourismus aus verschiedensten Perspektiven. Das Werk entstand aus dem 8. Tourismusforum, das 2005 in der Welterbestätte &quot;Altstadt Salzburg&quot; abgehalten wurde. Darauf aufbauend nehmen Denkmalschützer, Touristiker und Tourismusplaner, Entwicklungsfachleute sowie Manager und Verwalter des Welterbes aus Wissenschaft und Praxis Stellung anhand theoretischer Abhandlungen und Fallstudien aus der ganzen Welt – von Salzburg und Schönbrunn oder der Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn Gletscherzone in den Alpen über Hampi in Südindien, Kathmandu Valley in Nepal, Thailand, Laos, Kambodscha und dem Yangtze Delta in China bis zur Altstadt von Havanna in Kuba. <br />Ihr Fazit zu Chancen und Grenzen der Bewahrung des Welterbes mit der touristischen Nutzung im Schlepptau, die das UNESCO-Label unweigerlich mit sich bringt, fällt – je nach Fallbeispiel und Standpunkt der AutorInnen – sehr unterschiedlich aus; die Auseinandersetzungen und kontroversen Haltungen bleiben im Buch stehen und erhöhen seinen Wert. Denn die interessierte Leserschaft kann sich so eine eigene Meinung bilden und Anregungen für verantwortliches Reisen gewinnen, während die Touristiker und Entwicklungsfachleute differenzierte Interessenabwägungen und eine Fülle von handfesten Tipps für ein verantwortliches Tourismusmanagement und nachhaltige Entwicklungsperspektiven erhalten. <br /><br /><em>Kurt Luger, Karlheinz Wöhler (Hg.): Welterbe und Tourismus. Schützen und Nützen aus einer Perspektive der Nachhaltigkeit. StudienVerlag Innsbruck, Wien, Bozen, 2008, 455 Seiten, SFr. 83.90, Euro 49.90, ISBN 978-3-7065-4518-1</em><br /><br /></p>]]></content:encoded>
			<category><a href="laender/china-volksrepublik/in-kuerze.html" title="China,Volksrepublik">China,Volksrepublik</a></category>
			<category><a href="laender/indien/in-kuerze.html" title="Indien">Indien</a></category>
			<category><a href="laender/kambodscha/in-kuerze.html" title="Kambodscha">Kambodscha</a></category>
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			<category><a href="laender/thailand/in-kuerze.html" title="Thailand">Thailand</a></category>
			<category>Literatur</category>
			
			<author>info@akte.ch</author>
			<pubDate>Thu, 21 Aug 2008 08:02:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Naga - eine vergessene Bergregion neu entdeckt</title>
			<link>http://www.fairunterwegs.org/aktuell/news/article/naga-eine-vergessene-bergregion-neu-entdeckt.html?no_cache=1</link>
			<description>Ausstellung im Museum der Kulturen, Basel: Freitag, 22 August 08 - Sonntag, 17 Mai 09. Vernissage...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Sie bewohnen eine Bergregion an der Grenze zwischen Nordostindien und dem westlichen Burma: die Naga. Früher waren sie als Krieger und Kopfjäger am äussersten Rand des britischen Kolonialreiches zwar gefürchtet, die Schönheit ihrer materiellen Kultur wurde aber stets bewundert. Nach der 1947 erfolgten Unabhängigkeit Indiens galt das Siedlungsgebiet dieser rund 30 ethnischen Gruppen wegen politischer Instabilität als Sperrzone. Reisen in den 1963 gegründeten indischen Bundesstaat Nagaland sind für ausländische Personen erst seit 2001 wieder möglich. Vor diesem Hintergrund bieten zwei Ausstellungen im Museum der Kulturen Basel und im Völkerkundemuseum der Universität Zürich Gelegenheit, das kulturelle Erbe der Naga neu zu entdecken. <br /><br />Die von grossen Verdienstfesten und der Kopfjagd geprägte, sehr statusbewusste Kultur der Naga wie auch die aussergewöhnliche Ästhetik in Kleidung, Schmuck und Kunsthandwerk faszinierte Kolonialbeamte, Reisende und Ethnologen gleichermassen. Resultat dieser Begeisterung waren detaillierte ethnographische Arbeiten sowie umfangreiche Objektsammlungen, die mittlerweile als wichtige historische Quellen zur traditionellen Kultur der Naga gelten.<br /><br />Einige besonders bedeutende Sammlungen zu den Naga befinden sich heute in Museen in der Schweiz, Deutschland und Österreich. Diese werden nun erstmals umfassend der Öffentlichkeit vorgestellt. Während sich die Ausstellung in Zürich (ab 7. Juni) auf die Brüche zwischen Vergangenheit und Gegenwart konzentriert, stehen im Museum der Kulturen (ab 22. August) die Sammlungen als Zeugen einer vergangenen Zeit im Zentrum des Interesses. Sie sind zu einem wertvollen Archiv geworden, das sowohl zum Verständnis der heutigen Situation in Nagaland beiträgt als auch eine Grundlage für die dortige Interpretation der eigenen Geschichte bildet.</p>
<p class="bodytext"><strong>Vernissage am 21.08.2008, 18.00 Uhr </strong>mit Anna Schmid (Direktorin Museum der Kulturen), Michael Koechlin (Leiter Ressort Kultur, Erziehungsdepartement Basel-Stadt), Shri Yitachu Sharu (Honourable Member of Legislative Assembly and Parliamentary Secretary, Art &amp; Culture / Tourism, Government of Nagaland) und Richard Kunz (Kurator Südostasien)</p>
<p class="bodytext"><em>Museum der Kulturen, Münsterplatz 20, CH-4001 Basel,&nbsp; Tel. +41 (0)61 266 56 00, Fax +41 (0)61 266 56 05, <a href="javascript:linkTo_UnCryptMailto('ocknvq,kphqBomd0ej');" >info(at)mkb.ch</a>, <a href="http://www.mkb.ch" >www.mkb.ch</a>; Tram 6/8/11/14/16 &gt; Schifflände oder 2/15 &gt; Kunstmuseum</em></p>]]></content:encoded>
			<category><a href="laender/indien/in-kuerze.html" title="Indien">Indien</a></category>
			<category>Veranstaltungen</category>
			
			<author>info@akte.ch</author>
			<pubDate>Wed, 20 Aug 2008 15:26:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Recycle &amp; Roule sucht Tipps und Anschubfinanzierung</title>
			<link>http://www.fairunterwegs.org/aktuell/news/article/recycle-roule-sucht-tipps-und-anschubfinanzierung.html?no_cache=1</link>
			<description>Mohamed Kane, ein langjähriges Mitglied von Arbeitskreis Tourismus &amp; Entwicklung, steht hinter der...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><strong>Mohamed Kane, ein langjähriges Mitglied von Arbeitskreis Tourismus &amp; Entwicklung, steht hinter der Idee des gemeinnützigen Vereins Recycle et Roule, <a href="aktuell/news/article/recycle-et-roule-in-senegal-kommen-alte-schweizer-velos-zu-neuer-bluete.html?cHash=f632059a5d" class="external-link-new-window" >der von einem Jahr in Thônex gegründet wurde</a>. Er lebt seit zwei Jahrzehnten in der Schweiz und möchte mit den Velos, welche die SchweizerInnen wegwerfen, in Senegal (und anderen afrikanischen Ländern) viel Gutes tun. Doch für den Einstieg in dieses viel versprechende Projekt braucht es Unterstützung.</strong><br /><br />Basel, 20.08.2008, akte/ <strong>Herr Kane, wie sind Sie auf die Idee des Vereins Recycle &amp; Roule gekommen?</strong><br />Die Schweiz gehört mit Japan zu den zwei Ländern, wo am meisten weggworfen wird, weil Reparaturen einfach zu teuer sind. Ökologie ist mir wichtig. Das Fahrrad gehört zu den Verkehrsmitteln, die nicht verschmutzen. Ökologisch günstig sind auch möglichst geschlossene Kreisläufe - also das Recyclieren. Ich bin Doppelbürger der Schweiz und Senegals und kenne die Transportschwierigkeiten in Senegal abseits der Städte. Mangels Transportmittel bleiben Bauern auf ihren Gütern sitzen. In einigen Dörfern und Kleinstädten der südwestlichen Region Senegals (Casamance und Kolda), die im Norden an Gambia und im Süden an Guinea-Bissau grenzt, ist es kaum übertrieben, wenn man sagt, dass Leute sogar ihren Umzug per Fahrrad machen. Mit Recycle &amp; Roule wollte ich einen Beitrag zur Ökologie leisten, aber auch zur sanften Mobilität in Senegal, zur Belebung der Wirtschaft auf dem Land und in Kleinstädten sowie für Jugendliche, welche mangels Geld aus dem Schulsystem ausgeschieden sind. <br /><br /><strong>Wie das?</strong><br />Die in der Schweiz recyclierten und nach Senegal transportierten Velos werden in Malika eingestellt. Das ist eine 16’000-Seelen-Gemeinde nahe von Dakar. Dort werden sie von&nbsp; Jugendlichen repariert, die aus der Schule ausgeschieden sind und dank Recycle &amp; Roule eine Anlehre in Velomechanik machen können, welche ihnen den Berufseinstieg ermöglicht. Einen Mechaniker als Lehrmeister haben wir schon gefunden. Es sollen auch Dreiradtransporter gebaut werden, für Bauernfamilien oder Kleingewerbler, welche damit ihre Güter auf den Markt bringen können. Aber auch kleine Fahrräder für Krippen und Kindergärten, wo die Kinder fahren lernen können. Die reparierten Velos werden zu einem im lokalen Vergleich günstigen Preis verkauft.<br />Das Projektgebiet soll sich mit der Zeit mit neuen Reparatur- und Lehrlingswerkstätten ausweiten und über die Menge auch die Nachhaltigkeit des Projekts garantieren. Wir haben auch schon einen Berliner Reiseveranstalter gefunden, der auf seinen Senegalreisen Fahrräder von uns mieten wird. <br />In der Schweiz arbeiten wir mit „Péclot 13“ zusammen, dem grössten Verein für die Recyclierung von Fahrrädern in der französischen Schweiz, ebenso mit „Mobilité Douce“, dem Verein, der Velos und rollende Untersätze für Personen mit Behinderungen verkauft. Eine Reihe von Gemeinden (Cologny, Choulex, Plan-les-Ouates, Lancy, Cartigny, Laconnex, Meinier und Vernier) unterstützt uns, in der Mehrzahl allerdings vorerst mit bescheidenen Beiträgen. <br /><br /><strong><img src="uploads/RTEmagicC_010.JPG.jpg" title="Auch Mohameds Kinder fahren mit guten Altvelos" style="padding: 5px; width: 300px; height: 225px; float: left;" alt="" /></strong><strong>Woher erhalten Sie die Fahrräder?</strong><br />Im Moment habe ich zwei Veloverkäufer, die Altvelos an uns weitergeben. Ausserdem eine Liegenschaftsverwaltung, welche uns zurückgelassene Fahrräder überlassen. So kommen etwa 20 bis 30 Velos pro Monat zusammen. Es dürften aber durchaus noch mehr sein. <br /><br /><strong>Sie haben im Juni die erste Lieferung von dreissig Fahrrädern nach Senegal geschickt. Sind sie angekommen? </strong><br />Noch nicht. Sie haben Verspätung. Der Lieferant, mit dem ich zusammenarbeite, schickt den Container erst los, wenn er voll ist. Aber jetzt ist er unterwegs. Bis Ende August sollten die Fahrräder in Malika angekommen sein. <br /><br /><strong>Was kostet so ein Transport?</strong><br />Das kommt auf die Menge an. Es kostet Fr. 40.- pro Fahrrad, aber wenn wir zum Beispiel 250 bis 300 Velos aufs Mal verschicken könnten, würde der Preis auf ca. 15 Franken pro Velo sinken. Nur: Soweit sind wir noch nicht. Obwohl Recycle &amp; Roule ein Verein ist, funktioniert er im Moment noch praktisch als One-Man-Show, auch wenn mir hier und da durchaus Leute helfen. <br /><br /><strong>Wie muss man sich das vorstellen? </strong><br />Ich erhalte Anrufe, wo ich Velos finden kann, hole sie mit meinem Nissan Serena ab, in dem ich maximal fünf bis sechs Velos unterbringen kann, und bringe sie auf einem offenen Platz von etwa fünf Aren, der mir ein Freund neben seiner Villa in Choulex (Genf) überlässt. Dort mache ich die Velos für den Versand bereit. Damit sie so wenig Volumen wie möglich haben, müssen zum Beispiel die Pedale abgeschraubt werden.<br />Ab September können wir die Fahrräder in einem Raum von etwa 50 Quadratmeter einstellen, den uns die Genfer Gemeinde Vernier überlässt. Das ist viel besser, denn so gehen die Fahrräder weniger kaputt. Wir suchen allerdings noch weitere Räume in der ganzen Schweiz, wo wir Velos sammeln könnten. <br /><br /><strong>Was braucht Recycle et Roule für die Verwirklichung ihrer Ziele</strong><br />Im Moment brauchen wir dringend Hilfe, damit die Sache richtig ins Rollen kommt. Wir brauchen einen Kleinlaster, in den wir etwa 20 Fahrräder packen können. Weitere Velohändler, Velomechaniker, Liegenschaftsverwaltungen, Bahnhöfe, weitere Stellen oder Privatpersonen, welche und Velos zum recyclieren überlassen. Wir brauchen Lagerräume in der ganzen Schweiz. Ausserdem Velowerkzeuge für Senegal. All dieses Material darf alt, muss aber funktionstüchtig sein.<br />Wir brauchen auch weitere Kontakte, zum Beispiel zu Veloklubs. Und wir brauchen dringend Finanzen für die ersten Transporte. Das Projekt kann ja erst selbsttragend werden, wenn wir in Senegal Velos verkaufen. Bis dahin brauchen wir 6000 Franken pro Jahr, um etwa 250 Velos zu transportieren. Das ist nicht viel, aber so viel braucht es. Alle Arbeit fürs Vernetzen, Abholen und Bereitmachen der Velos leisten die Mitglieder von Recycle &amp; Roule übrigens ehrenamtlich.&nbsp; <br /><br /><em>Unterstützen Sie Recycle et Roule: Case postale 31, CH-1226 Thônex, Tel./Fax: +41 (0)22 348 11 32 und +41 (0)79 798 17 37, <a href="javascript:linkTo_UnCryptMailto('ocknvq,TqwngBdnwgykp0ej');" class="mail" >recycle</a><a href="javascript:linkTo_UnCryptMailto('ocknvq,TqwngBdnwgykp0ej');" class="mail" >&amp;</a><a href="javascript:linkTo_UnCryptMailto('ocknvq,TqwngBdnwgykp0ej');" class="mail" >Roule(at)bluewin.ch</a>;  PC 17-148221-9</em></p>
<p class="bodytext"><em>Bilder (von Mohamed Kane zur Verfügung gestellt): Oben: Mohamed Kane fährt ökologisch und gesund mit dem Fahrrad; unten: Auch Mohamed Kanes Kinder fahren mit gut erhaltenen Altvelos.</em> </p>
<p class="bodytext"><em>Mohamed Kane ist lic.phil in Germanistik (Université de Dakar, Sénégal) und Geografie (Université de Genève) und hat ein Diplom für Entwicklungsstudien des Institut Universitaire d'Etude du Développement de Genève (IUED). </em></p>]]></content:encoded>
			<category>Jung &amp; Fair</category>
			<category><a href="laender/senegal/in-kuerze.html" title="Senegal">Senegal</a></category>
			<category>Brennpunkt Tourismus</category>
			<category><a href="themen/fairer-handel/praxisbeispiele.html" title="Praxisbeispiele">Praxisbeispiele</a></category>
			<category><a href="themen/kultur/begegnung-zwischen-kulturen-religionen.html" title="Begegnung zwischen Kulturen &amp; Religionen">Begegnung zwischen Kulturen &amp; Religionen</a></category>
			<category><a href="themen/umwelt-lebensgrundlagen/klima-verkehr.html" title="Klima – Verkehr">Klima – Verkehr</a></category>
			
			<author>info@akte.ch</author>
			<pubDate>Wed, 20 Aug 2008 12:46:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Bleiben Millenniumsziele leeres Versprechen?</title>
			<link>http://www.fairunterwegs.org/aktuell/news/article/bleiben-millenniumsziele-leeres-versprechen.html?no_cache=1</link>
			<description>An der zweiten UNO-Weltkonferenz über Entwicklungsfinanzierung vom 29. November bis 2. Dezember...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">An der zweiten UNO-Weltkonferenz über Entwicklungsfinanzierung vom 29. November bis 2. Dezember 2008 in Doha wird Bilanz darüber gezogen, wie weit die an der ersten Konferenz von Monterrey 2002 gemachten Zusagen der Regierungen zur Entwicklungsfinanzierung und zum Erreichen der Millenniums-Entwicklungsziele der UNO (siehe Box) umgesetzt wurden. Im April dieses Jahres warnte ein Bericht von Weltbank und Internationalem Währungsfonds, dass die meisten Entwicklungsländer die Millenniumsziele verfehlen werden. Etwas optimistischer ist der Bericht hinsichtlich der Halbierung der extremen Armut (Menschen, die mit weniger als einem US-Dollar pro Tag zum leben), wobei die Situation in Subsahara-Afrika prekär bleibt.<a href="rss20.xml#_edn1" name="_ednref1">[i]</a><br /> </p>
<p class="bodytext">Dennoch fehlt in vielen Industriestaaten - entgegen den in Monterrey gemachten Zusagen - der politische Wille für eine signifikante Erhöhung der öffentlichen Entwicklungshilfe. 2007 lag sie bei rund 100 Mrd. US-Dollar. Aus Sicht der Weltbank wäre eine Aufstockung um 50 Mrd. pro Jahr bis ins Jahr 2010 dringend notwendig. Auch die Schweiz zeigt sich diesbezüglich zu wenig solidarisch. Darum haben am 26. Mai dieses Jahres Schweizer Hilfswerke und weitere Organisationen in Bern eine Petition mit&nbsp; 201'679 Unterschriften den Behörden überreicht. Sie verlangt von Bundesrat und Parlament ein stärkeres Engagement zugunsten der UNO-Millenniumsziele und eine entsprechende Erhöhung der Entwicklungshilfe von heute knapp 0,4 auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens. <br /> <br /> Auf den ersten Blick hat sich die Situation in vielen Ländern des Südens in den letzten Jahren verbessert. Bis Ende 2007 wurden im Rahmen der Entschuldungsinitiativen HIPC (Heavily Indebted Poor Countries) und MDRI&nbsp; (Multilateral Debt Relief Initiative) Schulden im Umfang von 67,7, resp. 47,9 Mrd. US-Dollar erlassen.<a href="rss20.xml#_edn2" name="_ednref2">[ii]</a> Die öffentlichen Einnahmen sind in vielen Ländern des Südens spürbar gestiegen. Allein in Subsahara-Afrika nahmen sie in nur fünf Jahren von 70 auf 186 Mrd. US-Dollar (2006) zu.<a href="rss20.xml#_edn3" name="_ednref3">[iii]</a> Ursache sind höhere Rohstofferlöse und Steuereinnahmen. Die privaten Nettokapitalflüsse in die Entwicklungs- und Schwellenländer haben im Jahr 2007 mit 989 Mrd. US-Dollar einen neuen Höchststand erreicht.<a href="rss20.xml#_edn4" name="_ednref4">[iv]</a> Der Anteil der Entwicklungs- und Schwellenländer am Welthandel ist mit 36 Prozent grösser als je zuvor, wobei jedoch der Marktanteil der 50 ärmsten Länder bei nur 0,5 Prozent stagniert.<a href="rss20.xml#_edn5" name="_ednref5">[v]</a><br /> <br /> <strong>Massiv mehr Geld vom Süden in den Norden</strong><br />Die gesamten Nettokapitalflüsse (private und öffentliche Gelder) zwischen Industrie- und Entwicklungsländern (ohne Schwellenländer) sind jedoch negativ. Im Jahr 2001 zahlten die Entwicklungsländer netto 155 Mrd. US-Dollar an die Industrieländer. In der Folge erhöhte sich diese Zahl kontinuierlich auf schätzungsweise 760 Mrd. US-Dollar im Jahr 2007.<a href="rss20.xml#_edn6" name="_ednref6">[vi]</a>&nbsp; Zudem verlieren die Länder des Südens jährlich schätzungsweise 500-800 Mrd. US-Dollar aufgrund krimineller Aktivitäten, Steuerflucht und Korruption.<a href="rss20.xml#_edn7" name="_ednref7">[vii]</a>&nbsp; Somit fliesst also massiv mehr Geld vom Süden in den Norden als umgekehrt.</p>
<p class="bodytext">Auch profitieren nicht alle Menschen vom Wachstum. In Afrika zum Beispiel ist das Wachstum weiterhin extrem ungleich verteilt. Neben einer kleinen wohlhabenden Elite leben rund 500 Mio. Menschen mit weniger als zwei Dollar pro Tag. Durchschnittlich 33 Prozent der Bevölkerung in Afrika leiden Hunger, verglichen mit 17 % in den übrigen Entwicklungsländern.<a href="rss20.xml#_edn8" name="_ednref8">[viii]</a><br /><br /> Die Ursachen dieser Entwicklung liegen grundlegend in einem globalen Finanzsystem, das vorab den Interessen des Nordens dient und die reichen Eliten im Norden und Süden bevorzugt. Die treibenden Kräfte im Monterrey-Konsens von 2002 sind Handel und internationale Investitionen. Dieses marktbasierte Modell fördert nicht primär die Entwicklung, sondern die Ungleichheit zwischen Arm und Reich. Zudem macht das von aussen aufgezwungene Modell es den Ländern des Südens fast unmöglich, eine eigenständige Entwicklungspolitik zu betreiben. Und es hat ihre Abhängigkeit von ausländischer Finanzierung erhöht.</p>
<p class="bodytext">Die Auslandsschulden aller Entwicklungs- und Schwellenländer sind 2006 auf die neue Rekordhöhe von fast 3000 Mrd. US-Dollar gestiegen. Aus diesen Ländern flossen im selben Jahr 568,7 Mrd. US-Dollar an Zins- und Tilgungszahlungen an die Gläubiger.<a href="rss20.xml#_edn9" name="_ednref9">[ix]<img src="uploads/RTEmagicC_schuldenerlass_03.jpg.jpg" style="width: 175px; height: 152px; float: right;" alt="" /></a> </p>
<p class="bodytext">Allein die ärmsten Länder (Low Income Countries) wenden für den Schuldendienst täglich 100 Mio. US-Dollar auf.<a href="rss20.xml#_edn10" name="_ednref10">[x]</a> Zunehmend Anlass zur Sorge gibt auch die wachsende Inlandverschuldung, die zum Beispiel im Fall Jamaicas inzwischen 59 Prozent aller Schulden ausmacht. Paradoxerweise müssen soeben weitgehend entschuldete ärmste Länder sich wieder neu verschulden, um die Millenniumsziele zu erreichen, weil zuwenig Entwicklungshilfe fliesst. Sie würden von der Weltbank zu diesem Schritt ermuntert, wie ein Vertreter Zambias an einem kürzlich vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) und dem UN-Department for Economic und Social Affairs (UNDESA) organisierten Treffen in New York meinte.<br /><br /> <strong>IWF und Weltbank müssen Schuldenpolitik ändern</strong><br />An diesem Treffen diskutierten VertreterInnen von NGO, UNO, IWF und Weltbank darüber, wie eine neue Schuldenkrise abgewendet werden kann. Dabei zeigte sich, dass die bisherigen Entschuldungsinitiativen und die Vorgaben von Monterrey nicht ausreichen, um die Millenniumsziele zu erreichen. Zuhanden der Doha-Konferenz forderten die NGO-VertreterInnen, dass IWF und Weltbank die Frage der Schuldentragfähigkeit ganz auf das Erreichen der Millienniumsziele ausrichten. Dies beinhalte einen weitergehenden Schuldenerlass für Länder mit niedrigem Einkommen sowie den Einbezug von hochverschuldeten Ländern mit mittlerem Einkommen in die Entschuldungsprogramme. Dabei müssten einige mit diesen Programmen auferlegte schädliche Konditionalitäten beseitigt werden. </p>
<p class="bodytext">Nötig sei zudem ein neuer auf der gemeinsamen Verantwortung von Gläubiger und Schuldner beruhender Finanzierungsrahmen. In New York kam auch die Frage der illegitimen Schulden ausgiebig zur Sprache. In der Folge schlugen die NGO-VertreterInnen der Doha-Konferenz die Schaffung einer Studienkommission zu illegitimen Schulden und verantwortlicher Kreditvergabe vor sowie die Schaffung fairer und transparenter Schiedsverfahren bei Schuldenstreitigkeiten zwischen Staaten.<br /><br /> In New York wurden auch Massnahmen gegen die sogenannten Vulture Fonds verlangt, die mengenmässig aber noch nicht ins Gewicht fallen.<a href="rss20.xml#_edn11" name="_ednref11">[xi]</a> Zudem wurden neue Finanzmechanismen diskutiert wie zum Beispiel eine globale Kohlendioxidsteuer. Diese hätte laut einem Konferenzteilnehmer das Potential, die Lücke in der öffentlichen Entwicklungshilfe zu füllen.</p>
<p class="bodytext">Weiter fordert die Zivilgesellschaft im Rahmen der Entwicklungsfinanzierung auch einen verstärkten Kampf gegen Korruption sowie Kapital- und Steuerflucht. Dies würde die Länder des Südens in die Lage versetzen, mehr Haushaltsmittel zur Förderung der Entwicklung und der Binnenwirtschaft zu mobilisieren, wie im Monterrey-Konsens vorgesehen. Auch die Schweiz steht hier in der Pflicht. So ist zu hoffen, dass sie noch in diesem Jahr die UN-Konvention gegen Korruption ratifiziert. Noch immer sträubt sie sich aber dagegen, im Steuerbereich Konzessionen zu machen.<br /> <br /> <strong>Auswirkungen der Finanzkrise</strong><br /><img style="width: 240px; height: 185px; float: left;" src="uploads/RTEmagicC_bild_finanzkrise_03.jpg.jpg" alt="" />Aktuell stellt sich auch die Frage, welche Auswirkungen die Finanzkrise sowie die gestiegenen Lebensmittel- und Energiepreise auf die Entwicklungsländer und das Erreichen der Millenniumsziele haben. Die von der Immobilienkrise in den USA ausgelöste Finanzkrise hat laut IWF bisher zu weltweiten Verlusten von rund 1000 Mrd. US-Dollar geführt. Und </p>
<p class="bodytext">es wird befürchtet, dass sich die Finanzkrise noch ausweitet und zu einer Rezession führt. Die Weltbank prognostiziert für 2008 einen Rückgang des weltweiten Wachstums von 3,7 % im Jahr 2007 auf 2,7 %. Das überdurchschnittliche Wachstum in den Entwicklungsländern werde von 7,8 auf 6,5 % sinken.<a href="rss20.xml#_edn12" name="_ednref12">[xii]</a> </p>
<p class="bodytext">Die meisten Entwicklungs- und Schwellenländer haben gemäss einem Bericht von UNDESA und UNCTAD<a href="rss20.xml#_edn13" name="_ednref13">[xiii]</a> die Folgen der Turbulenzen auf den Finanzmärkten bisher hauptsächlich in Form einer höheren Volatilität auf den lokalen Aktienmärkten sowie höherer Risikozuschläge auf der Rendite ihrer Auslandsschulden zu spüren bekommen. Keiner dieser Effekte scheine aber von Dauer gewesen zu sein. Die Ursachen der Widerstandsfähigkeit dieser Ökonomien sieht der Bericht in verbesserten makroökonomischen Rahmenbedingungen, in der Akkumulation von Devisenreserven und im starken Wirtschaftswachstum der letzten Jahre. <br /> <br /> Der Bericht weist aber darauf hin, dass das Wachstum in den meisten dieser Länder weiterhin stark vom internationalen ökonomischen Umfeld abhängig ist. Wenn die Nachfrage nach Gütern sinkt, der Dollar im Keller bleibt und die Kredite teurer werden, so wirkt sich dies auch negativ auf viele Länder des Südens aus.</p>
<p class="bodytext">Eine wichtige Rolle spielen auch die hochspekulativen Hedge Fonds, die eine permanente Gefahr für die Stabilität der Finanzmärkte darstellen. 2006 waren 423 Hedge Fonds in Schwellenländern wie China, Indien, Brasilien oder Südafrika mit einem verwalteten Vermögen von rund 63 Mrd. US-Dollar aktiv.<a href="rss20.xml#_edn14" name="_ednref14">[xiv]</a> Die Hedge Fonds sind stark in den Handel mit Derivaten involviert, welche am Anfang der Finanzkrise stehen. In der Folge sind einige Hedge Fonds in Schieflage geraten oder bereits bankrott gegangen. </p>
<p class="bodytext">Hedge Fonds sind für ihre Finanztransaktionen auf eine gewisse Infrastruktur angewiesen und darum in den ärmsten Ländern kaum aktiv. Dennoch können ihre Aktivitäten grossen Einfluss auf diese Länder haben. So sind die gestiegenen Lebensmittel- und Energiepreise auch auf Aktivitäten von Hedge Fonds zurückzuführen, die ihren Fokus nun vermehrt auf Rohstoffe als Spekulationsobjekt richten. </p>
<p class="bodytext"><strong>Vorgaben von Monterrey anpassen</strong><br />An der Monterrey-Konferenz von 2002 wurde die Notwendigkeit eines<img style="width: 150px; height: 131px; float: right;" src="uploads/RTEmagicC_vonMonterreynachDoha.jpg.jpg" alt="" /> gesunden Finanzsystems mit einer transparenten Regulierung und einer funktionierenden Aufsicht unterstrichen. Dazu wäre auch eine Kursänderung beim IWF nötig, der federführend bei der Liberalisierung und Deregulierung der Finanzmärkte in den Ländern des Südens war und ist. Diese haben sich teilweise bereits vom IWF und von der Weltbank abgewandt, um eigene regionale Strukturen wie die Banco del Sur aufzubauen. Es ist zu hoffen, dass die Konferenz in Doha die richtigen Weichenstellungen vornimmt und sich nicht darauf beschränkt, die Umsetzung der Vorgaben von Monterrey zu überprüfen, sondern die Vorgaben selbst zugunsten der Länder des Südens anpasst.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">__________________________________________________________________________________</p>
<p class="bodytext"><strong>Millenniumsziele</strong></p>
<p class="bodytext">Im September 2000 kamen hochrangige Vertreter von 189 Ländern, die meisten von ihnen Staats- und Regierungschefs, zu dem bis dahin größten Gipfeltreffen der Vereinten Nationen in New York zusammen (Millenniumskonferenz). Als Ergebnis des Treffens verabschiedeten sie die so genannte Millenniumserklärung, aus der die Millenniumsentwicklungsziele hervorgegangen sind, die bis 2015 erreicht werden sollen: Anteil der Weltbevölkerung, der unter extremer Armut und Hunger leidet, halbieren; Grundschulausbildung für alle Kinder ermöglichen; Gleichstellung der Geschlechter fördern; Kindersterblichkeit verringern; Gesundheit der Mütter verbessern; HIV/AIDS, Malaria und andere übertragbare Krankheiten bekämpfen; Schutz der Umwelt verbessern&nbsp; und eine weltweite Entwicklungspartnerschaft aufbauen</p>
<p class="bodytext"><strong>Monterrey-Konsens</strong></p>
<p class="bodytext">Auf der UN-Konferenz über Entwicklungsfinanzierung im mexikanischen Monterrey hat die internationale Gemeinschaft 2002 diskutiert, wie man die bei der Millenniumskonferenz verabredeten Ziele finanzieren kann. Sie sind dabei unter anderem zu folgenden Ergebnissen gekommen: In den Entwicklungsländern sollen mehr Haushaltsmittel mobilisiert werden. Ausländische Direktinvestitionen sollen die Wirtschaft in den Entwicklungsländern stärken. Der internationale Handel soll als ein Motor für Entwicklung gefördert werden. Die internationale Gemeinschaft soll ihre Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit erhöhen. Hochverschuldeten Entwicklungsländern soll im Rahmen der HIPC-Initiative ein Teil der Schulden erlassen werden und eine entwicklungsverträgliche Schuldenfinanzierung angeboten werden. Die Interessen von Entwicklungsländern sollen bei der Reform der internationalen Handels- und Finanzarchitektur berücksichtigt werden.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><hr> <div id="edn1"> <h6><a href="rss20.xml#_ednref1" name="_edn1"><span><span lang="DE-CH"><span><span><span lang="DE-CH">[i]</span></span></span></span></span></a><span lang="EN-GB"> Worldbank-IMF Global Monitoring Report 2008<br /></span><a href="rss20.xml#_ednref2" name="_edn2"><span><span lang="DE-CH"><span><span><span lang="DE-CH">[ii]</span></span></span></span></span></a><span lang="EN-GB"> Eurodad fact sheet: Capital flight diverts development finance<br /></span><a href="rss20.xml#_ednref3" name="_edn3"><span><span lang="DE-CH"><span><span><span lang="DE-CH">[iii]</span></span></span></span></span></a><span lang="DE-CH"> Informationsbrief Weltwirtschaft und Entwicklung (W &amp; E), März 2008<br /></span><a href="rss20.xml#_ednref4" name="_edn4"><span><span lang="DE-CH"><span><span><span lang="DE-CH">[iv]</span></span></span></span></span></a><span lang="DE-CH"> ebd.<br /></span><a href="rss20.xml#_ednref5" name="_edn5"><span><span lang="DE-CH"><span><span><span lang="DE-CH">[v]</span></span></span></span></span></a><span lang="DE-CH"> ebd.<br /></span><a href="rss20.xml#_ednref6" name="_edn6"><span><span lang="DE-CH"><span><span><span lang="DE-CH">[vi]</span></span></span></span></span></a><span lang="EN-GB"> UNDESA und UNCTAD World Economic Situation and Prospects 2008<br /></span><a href="rss20.xml#_ednref7" name="_edn7"><span><span lang="DE-CH"><span><span><span lang="DE-CH">[vii]</span></span></span></span></span></a><span lang="EN-GB"> Raymond W. Baker: „Capitalism’s Achilles Heel“, 2005.<br /></span><a href="rss20.xml#_ednref8" name="_edn8"><span><span lang="DE-CH"><span><span><span lang="DE-CH">[viii]</span></span></span></span></span></a><span lang="EN-GB"> Global Risk Team for the World Economic Forum on Africa, report Africa@Risk, 2008<br /></span><a href="rss20.xml#_ednref9" name="_edn9"><span><span lang="DE-CH"><span><span><span lang="DE-CH">[ix]</span></span></span></span></span></a><span lang="DE-CH"> Informationsbrief W &amp; E, März 2008<br /></span><a href="rss20.xml#_ednref10" name="_edn10"><span><span lang="DE-CH"><span><span><span lang="DE-CH">[x]</span></span></span></span></span></a><span lang="DE-CH"> Brief von AFRODAD, LATINDAD, Eurodad, Jubilee South, Jubilee USA und weiteren NGO an UN-Sekretär Ban Ki-Moon vom 29. Februar 2008<br /></span><a href="rss20.xml#_ednref11" name="_edn11"><span><span lang="DE-CH"><span><span><span lang="DE-CH">[xi]</span></span></span></span></span></a><span lang="DE-CH"> Vulture Fonds kaufen Schulden zu niedrigen Preisen auf und verlangen dann von den Schuldnerländern die Begleichung der Schulden in der ursprünglichen Höhe.<br /></span><a href="rss20.xml#_ednref12" name="_edn12"><span><span lang="DE-CH"><span><span><span lang="DE-CH">[xii]</span></span></span></span></span></a><span lang="EN-GB"> Worldbank Global Development Finance 2008<br /></span><a href="rss20.xml#_ednref13" name="_edn13"><span><span lang="DE-CH"><span><span><span lang="DE-CH">[xiii]</span></span></span></span></span></a><span lang="EN-GB"> UNDESA und UNCTAD World Economic Situation and Prospects 2008<br /></span><a href="rss20.xml#_ednref14" name="_edn14"><span><span lang="DE-CH"><span><span><span lang="DE-CH">[xiv]</span></span></span></span></span></a><span lang="EN-GB"> Peter Wahl: Superstars in the Emperor’s New Clothes, Hedge Funds and Private Equity Funds, What is at Stake?, WEED 2008</span></h6><p><em><em>Der Beitrag erschien in den Finanzplatz Informationen 2/2008 vom Juni 2008. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung</em></em></p></div> <div id="edn2"> </div> <div id="edn3"> </div> <div id="edn4"> </div> <div id="edn5"> </div> <div id="edn6"> </div> <div id="edn7"> </div> <div id="edn8"> </div> <div id="edn9"> </div> <div id="edn10"> </div> <div id="edn11"> </div> <div id="edn12"> </div> <div id="edn13"> </div> <div id="edn14"><p> </p></div>              </p>]]></content:encoded>
			<category>Brennpunkt Tourismus</category>
			<category><a href="themen/entwicklungspolitik/armut-milleniumsziele.html" title="Armut &amp; Milleniumsziele">Armut &amp; Milleniumsziele</a></category>
			<category><a href="themen/entwicklungspolitik.html" title="Entwicklungspolitik ">Entwicklungspolitik </a></category>
			<category><a href="themen/int-organisationen-abkommen.html" title="Internationale Organisationen &amp; Abkommen">Internationale Organisationen &amp; Abkommen</a></category>
			<category><a href="themen/nachhaltige-projekte/politische-rahmenbedingungen.html" title="Politische Rahmenbedingungen">Politische Rahmenbedingungen</a></category>
			
			<author>info@akte.ch</author>
			<pubDate>Mon, 18 Aug 2008 07:58:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Ein Vogel, der Weisheit pickt...</title>
			<link>http://www.fairunterwegs.org/aktuell/news/article/ein-vogel-der-weisheit-pickt.html?no_cache=1</link>
			<description>Mit einem gemeinsamen Internetportal gehen Vertreterinnen und Vertreter indigener Völker neue Wege....</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">(gn) „Indigene Völker“ ist der Sammelbegriff für die Ureinwohner aller Kontinente, zu denen heute 370 Millionen Menschen in 70 Ländern zählen, die insgesamt rund 5000 verschiedene Sprachen sprechen. Viele davon sind vom Verschwinden bedroht. </p>
<p class="bodytext">Im Kampf um die Erhaltung dieser Kulturen wollen sich die Akteure modernster Technologien bedienen: Anlässlich der Weltgipfel zur Informationsgesellschaft in Genf und Tunis, wurde eine International Indigenous ICT Task Force (IITF) gegründet. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, die digitale Kluft, mit der viele indigene Gemeinschaften konfrontiert sind, zu überwinden. </p>
<p class="bodytext"><a href="http://www.indigenousportal.com/" class="external-link-new-window" ><img src="uploads/RTEmagicC_Indigenousportal_01.jpg.jpg" style="PADDING-RIGHT: 5px; PADDING-LEFT: 5px; FLOAT: left; PADDING-BOTTOM: 5px; WIDTH: 240px; PADDING-TOP: 5px; HEIGHT: 154px" title="www.indigenousportal.com" alt="" /></a>Einen ersten sichtbaren Erfolg der IITF findet man unter www.indigenousportal.com auf dem Internet. Das Portal will mehr sein als bloss eine weitere Website: „Indigene Menschen sind ein wichtiger Teil der Informationsgesellschaft“, sagt Webmanager Teanau Tuiono. „Dieses Portal ist ein Ort, wo wir mit unseren eigenen Stimmen unsere Traditionen, Werte und die Geschichte miteinander teilen, wie auch unsere Bestrebungen für die Zukunft. Damit unterstützt das Portal die Arbeit der globalen Indigenen-Gemeinschaft.“</p>
<p class="bodytext">Erfahrungsaustausch ist für die indigenen Gemeinschaften so wichtig, weil sie bei allen kulturellen Unterschieden, immer wieder mit ähnlichen Problemen konfrontiert sind wie zum Beispiel Armut, Landrechte oder Marginalisierung. </p>
<p class="bodytext">Teanau Tuiono ist Maori-Aktivist und hat in Neuseeland bereits verschiedene ICT-Projekte aufgebaut. Demnächst wird er für seine Arbeit am Indigenous Portal Unterstützung von acht weiteren Internet-Editoren aus den verschiedenen Weltregionen erhalten. </p>
<p class="bodytext"><strong>Stark dank Erfahrungsaustausch</strong><br />„Das einmalige an diesem Projekt ist, dass es zu 100 Prozent von Indigenen gesteuert und betreut wird – damit könnte es zu einem Modell für weitere Projekte werden“, sagt Sari Miettinen von der Organisation Incomindios Schweiz, die das Internet-Portal gemeinsam mit den indigenen Interessensvertretern lanciert hat; finanziert wird das Ganze von der DEZA, welche für die ersten drei Jahre eine Unterstützung von 565'000 Franken gesprochen hat.</p>
<p class="bodytext">Noch steckt die Internetseite, die in Englisch, Französisch, Spanisch und Russisch abgerufen werden kann, in den Anfängen: Die Links in alle Weltregionen sowie zu Webradios und Umfragen sind angelegt und warten auf Ausbau und Nutzung. „Wir werden neue und kreative Wege finden müssen, um die Menschen in den indigenen Gemeinschaften zu erreichen“, weiss Teanau Tuiono aus Erfahrung. „Noch stehen wir am Anfang unserer Reise.“</p>
<p class="bodytext">_________________________________________________________________________________<br /><br /><strong>Die Idee dahinter</strong></p>
<p class="bodytext">„Wir haben hier in Aotearoa ein Sprichwort, das lautet: ‚Ko te manu e kai ana te miro nona te ngahere, Ko te manu e kai ana te matauranga nona te ao’ – Das heisst: Der Vogel, der die Beeren des Mirobaumes pickt ist im Wald daheim. Jener Vogel aber, der von der Weisheit pickt, ist auf der ganzen Welt zuhause. Indigene Gemeinschaften finden ihre Kraft in der Kommunikation und Erfahrungsaustausch, weil sie gemeinsame Probleme haben. Dies ist die Idee, die hinter diesem Portal steckt.“ Teanau Tuiono, Webmanager Indigenous Portal Neuseeland.</p>
<p class="bodytext"><em>Links: <a href="http://www.indigenousportal.com/" >www.indigenousportal.com</a>; <a href="http://www.incomindios.ch/" >www.incomindios.ch</a> </em></p>
<p class="bodytext"><em>Aus: Eine Welt Nr. 1 / März 2008, Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung</em></p>]]></content:encoded>
			<category>Jung &amp; Fair</category>
			<category>Brennpunkt Tourismus</category>
			<category><a href="themen/menschenrechte/indigene-voelker.html" title="Indigene Völker">Indigene Völker</a></category>
			<category><a href="themen/umwelt-lebensgrundlagen.html" title="Umwelt &amp; Lebensgrundlagen">Umwelt &amp; Lebensgrundlagen</a></category>
			
			<author>info@akte.ch</author>
			<pubDate>Thu, 14 Aug 2008 18:33:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Tourismuspolitik, Kulturerbe und Gemeinschaften: Peru mobilisiert</title>
			<link>http://www.fairunterwegs.org/aktuell/news/article/tourismuspolitik-kulturerbe-und-gemeinschaften-peru-mobilisiert.html?no_cache=1</link>
			<description>Von Rodrigo Ruiz Rubio*
Während die nationale und internationale Presse die gute Organisation des...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Von Rodrigo Ruiz Rubio*</p>
<p class="bodytext">Während die nationale und internationale Presse die gute Organisation des EU-Lateinamerika-Gipfels Mitte Mai in Lima lobt und die peruanische Regierung sich als Gastgeber in ihrem Erfolg sonnt, erlässt sie gleichzeitig Gesetze, um Investoren den Zugang zu Land und Ressourcen zu erleichtern. Dabei werden die Interessen der lokalen Bevölkerung missachtet und das kulturelle Erbe gefährdet. In jüngster Zeit kam es mehrfach zu starken Protesten. Der staatlichen Seite wird vorgeworfen, sie liefere unter dem Deckmantel des Diskurses über nachhaltige Entwicklung mit Bergbauprojekten, der Ölförderung, Energieprojekten, Forstwirtschaft und Tourismus das Kulturgut und Naturerbe des Landes dem privaten Großkapital aus. Auf den Straßen von Cusco kam es Anfang dieses Jahres zu <a href="laender/peru/aktuelles/article/peru-cusco-verkauft-man-nicht-cusco-verteidigt-sich.html?cHash=dc3f3e86ff" class="external-link-new-window" >Demonstrationen</a>. Auch im Rahmen eines Alternativgipfels im Mai wurde der Unmut in der Bevölkerung deutlich. Zivilgesellschaftliche Gruppen diskutieren Alternativen zur staatlichen Politik und planen weitere Protestaktionen.</p>
<p class="bodytext"><strong>Ausverkauf von Kulturerbestätten durch die Tourismuspolitik<br /></strong>Bereits im Dezember 2007 hatte der peruanische Präsident Alan Garcia das Gesetz 29164 bestätigt – ein Gesetz zur Förderung der 'nachhaltigen Entwicklung' touristischer Dienstleistungen auf Flächen, die zum nationalen Kulturgut zählen. Durch Konzessionen eröffnet dieses Gesetz Möglichkeiten für touristische Dienstleister, an Stätten des Kulturerbes zu investieren. Dadurch gerät nicht nur das kulturelle Erbe in Gefahr. Auch die Möglichkeiten der einheimischen Bevölkerung und kleiner und mittelständischer Unternehmen, das kulturelle Erbe zu nutzen, werden dadurch eingeschränkt.<br />Das Gesetz erlaubt den Bau touristischer Infrastruktur auf dem Gebiet von Kulturerbe¬stätten und bietet Konzessionen für Hotels oder Restaurants der Vier-Sterne-Kategorie aufwärts an. Laut diesem Gesetz ist die Nutzung einer touristischen Stätte dann für einen bestimmten Zeitraum allein dem Investor vorbehalten. In der Praxis könnten solche Konzessionen zu einer Monopolisierung der Nutzung der wichtigsten peruanischen Kulturerbestätten führen. Alle Dienstleistungen werden ausschließlich auf sehr kaufkräftige Touristen ausgerichtet sein und die Beteiligung der ortsansässigen Bevölkerung wird eingeschränkt. Dieses Gesetz ist auch insofern paradox, als der Staat dann die Einnahmen, die er durch diese Konzessionen erzielt, wieder an denselben Investoren zurückgibt, indem er Infrastruktur finanziert, die der touristischen Entwicklung dient.</p>
<p class="bodytext">Dieses neue Gesetz ist nur der Gipfel auf einem Weg, den die Tourismuspolitik in Peru in den vergangenen Jahren genommen hat. Hinzu kam die Bekanntmachung des Gesetzes 840, des so genannten Regenwaldgesetzes, das darauf abzielt, große Gebiete des peruanischen Amazonas zur Ausbeutung freizugeben. Durch das Gesetz 1015 wird der Verkauf von Grund und Boden indigener und bäuerlicher Gemeinschaf¬ten an in- und ausländische Investoren erleichtert.</p>
<p class="bodytext">Entsprechend dem Prinzip, nach dem die Entwicklung des Landes am Zustrom von ausländischem Kapital gemessen wird, wurde eine Reihe von gesetzlichen, politischen und wirtschaftspolitischen Mitteln zur Begünstigung von Großinvestoren eingeführt. Dadurch wurden jedoch die natürlichen und nun auch die kulturellen Ressourcen des Landes in Mitleidenschaft gezogen – ohne dass dies zu einer realen Verbesserung der Lebensqualität der Bevölkerung geführt hätte.<br />Die jüngste Tourismusgesetzgebung hat ihre Vorläufer in Projekten, die die Regierung an historisch bedeutenden Stätten wie Kuelap in der Region Amazonas und in naturräumlich wichtigen Gegenden wie Playa Hermosa in der Region Tumbes umsetzen wollte, und die bei der betroffenen ortsansässigen Bevölkerung auf Ablehnung gestoßen sind.</p>
<p class="bodytext"><strong>Zivilgesellschaftliche Mobilisierung</strong><br />Dieser Hintergrund und die Verkündigung des Gesetzes 29164 führten im Februar zur Mobilisierung der Bevölkerung von Cusco, der wichtigsten Tourismusdestination des Landes. Mehrere zehntausend Menschen demonstrierten gegen die Tourismuspolitik. Als Reaktion darauf nahm die Regierung vorsorglich Abstand davon, Cusco als einen der Tagungsorte für das im November in Peru anstehende Wirtschaftsforum Asien-Pazifischer Ozean (APEC) zu berücksichtigen. Die Regierung führte eine regelrechte Kampagne, durch die die gerechtfertigten Proteste an Prestige verlieren sollten. Dabei wurden sogar parapolizeiliche Gruppen wie das so genannte 'Comando Canela' eingesetzt, die sich unter die Demonstranten mischen, Anführer bespitzeln und die Mobilisierungsbemühungen hintertreiben sollten.</p>
<p class="bodytext">Eine der Initiativen, die dieser Politik zivilgesellschaftlichen Widerstand und Alternativen entgegensetzten, war der 3. Alternativgipfel 'Enlazando Alternativas 3”, der vom 13. bis 16. Mai 2008 in Lima stattfand. Auf diesem Gipfeltreffen verschiedener sozialer Bewegungen und zivilgesellschaftlicher Organisationen aus Peru selbst, aber auch aus Europa, Lateinamerika und der Karibik, diente eine Veranstaltung über 'Tourismuspoli¬tik, Gemeinschaften und nationales Kulturerbe' als Plattform, Sorgen um die Touris¬muspolitik zu artikulieren und ein gemeinsames Vorgehen auf nationaler Ebene abzustimmen.<br />Die Veranstaltung bot Gelegenheit, von den Erfahrungen verschiedener zivilge¬sellschaftlicher Akteure zu lernen. Es ging um die Verteidigung der kulturellen und natürlichen Ressourcen im Zusammenhang mit der neuen Tourismuspolitik. Wichtig war, angesichts der gegenwärtigen Situation, die Aktivitäten und innovativen Vorschläge engagierter Organisationen und Institutionen kennen zu lernen. Dabei sind die Aktivitäten der 'Rondas Campesinas', der Bauerwachen im nördlichen Hochland Perus, besonders hervorzuheben. An heiligen archäologischen Stätten organisieren sie eigenständige dörfliche Museen und vermitteln Wissen um das kulturelle Erbe und seinen Schutz. Die Bauerngemeinschaften in Huayhuash, einer Gebirgskette der Anden in der Region Ancash, haben ein kommunales Schutzgebiet geschaffen, um ihr Territorium vor dem Bergbau und vor ausbeuterischem Tourismus zu schützen. Die dörflichen Gemeinschaften selbst wirtschaften nachhaltig und zum Nutzen der regionalen Bevölkerung. Die Unternehmer des regionalen Wirtschaftsverbandes CARETUR-Cusco ('Cámara de Turismo y Exportación de la Región Cusco') und ähnlicher Verbände im Süden Perus streben mit solidarischen Aktionen und Initiativen ebenfalls eine bessere Verteilung des Einkommens aus dem Tourismus an, damit ein großer Teil der Gewinne auch tatsächlich der Bevölkerung zugute kommt.</p>
<p class="bodytext">Eines der wichtigsten Ergebnisse des Alternativgipfels war, dass das Thema auf nationaler Ebene debattiert werden konnte und Initiativen entwickelt wurden. Um das Tourismusthema auf die Tagesordnung regionaler Bewegungen zu setzen, werden nun in den einzelnen Regionen Treffen geplant. Schließlich ist im Vorfeld der offiziellen Feiern zum Welttourismustag, der in diesem Jahr schwerpunktmäßig in Peru begangen werden soll, eine nationale Großveranstaltung geplant. Die zivilgesellschaftlichen Gruppen wollen bei diesem Anlass ihre Sorgen und Vorschläge öffentlich vorbringen.</p>
<p class="bodytext"><em>*Rodrigo Ruiz Rubio ist Präsident der Gesellschaft zur Verteidigung und Entwicklung Kuelaps (Asociación para la Defensa y Desarrollo de Kuelap, ADDK).</em></p>
<p class="bodytext"><em>Redaktionelle Bearbeitung und deutsche Übersetzung: Christina Kamp<br />(7.171 Anschläge, 96 Zeilen, Juni 2008)<br />aus Tourism Watch Nr.51 Juni 2008, Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung</em></p>]]></content:encoded>
			<category><a href="laender/peru/in-kuerze.html" title="Peru">Peru</a></category>
			<category>Brennpunkt Tourismus</category>
			<category><a href="themen/kultur/kulturgueter-kulturerbe.html" title="Kulturgüter &amp; Kulturerbe">Kulturgüter &amp; Kulturerbe</a></category>
			<category><a href="themen/menschenrechte/indigene-voelker.html" title="Indigene Völker">Indigene Völker</a></category>
			
			<author>info@akte.ch</author>
			<pubDate>Tue, 12 Aug 2008 04:00:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Das Gegenteil von gut ist gut gemeint: Beteiligung ländlicher Gemeinschaften am Tourismus in Bolivien</title>
			<link>http://www.fairunterwegs.org/aktuell/news/article/das-gegenteil-von-gut-ist-gut-gemeint-beteiligung-laendlicher-gemeinschaften-am-tourismus-in-bolivie.html?no_cache=1</link>
			<description>*Von Antje Monshausen
Der Tourismus wird in Bolivien als Entwicklungsoption besonders für indigene...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">*Von Antje Monshausen</p>
<p class="bodytext">Der Tourismus wird in Bolivien als Entwicklungsoption besonders für indigene Gemeinschaften im ländlichen Raum verstanden. Viel zu oft werden aber allein die ländlichen Gemeinschaften finanziell gefördert. Das touristische Umfeld, in dem sich diese Gemeinschaften dann bewegen sollen, bleibt unbeachtet. Bolivien ist ein wenig erschlossener touristischer Standort. Es fehlt an Werbung für das Land und an grundlegender Infrastruktur. Bestehende privatwirtschaftliche Reiseunternehmen werden nicht ermutigt, mit den dörflichen Initiativen zusammenzuarbeiten und sie durch Beratung und Werbemaßnahmen zu unterstützen.</p>
<p class="bodytext">Auf dem Gebiet der Tourismusentwicklung tummeln sich verschiedenste staatliche und nichtstaatliche Organisationen aus den Bereichen Umweltschutz, indigene Rechte und Regionalentwicklung. Unzählige dörfliche Initiativen sind in dem touristisch noch wenig erschlossenen Land entstanden. Weniger als eine Hand voll von ihnen, nämlich die, die eine hinreichende finanzielle und sehr zeitaufwändige Unterstützung bekommen haben, sind erfolgreich und haben einen positiven Einfluss auf die wirtschaftliche Situation in den Dörfern. Der weitaus größte Teil dörflicher Unternehmen kann allerdings keine Gewinne erwirtschaften, da die touristischen Produkte von extrem geringer Qualität sind, die Unternehmen die Touristen nicht erreichen und die Verantwortlichkeiten innerhalb der Gemeinschaften nicht geklärt sind. Nicht selten kommt es zu internen Streitigkeiten und auch benachbarte Dörfer entzweien sich, da sie plötzlich in Konkurrenz zueinander stehen. Regionale Netzwerke, die gerade im ländlichen Raum so notwendig sind, werden zerstört.</p>
<p class="bodytext">Die bolivianische Regierung, die die politische Bedeutung und wirtschaftliche Situation der indigenen Bevölkerung verbessern möchte, hat sich zum Ziel gesetzt, in den nächsten Jahren etwa 2.000 gemeindebasierte Tourismusunternehmen bei ihrer Gründung zu unterstützen. Finanzielle Mittel für Infrastrukturausbau und technische Beratung stehen allerdings nur in bescheidenem Maße zur Verfügung. Aufgrund der Erfahrungen aus der bolivianischen Vergangenheit, in der ausländische Investoren auf Kosten der Urbevölkerung die natürlichen und kulturellen Schätze des Landes ausbeuteten, möchte die derzeitige Regierung die privatwirtschaftliche Reiseindustrie von dieser Entwicklung ausschließen. Auch viele Nichtregierungsorganisationen stehen den konventionellen Reiseanbietern sehr skeptisch gegenüber. Diese Skepsis auf staatlicher und nichtstaatlicher Seite ist zwar in Teilen berechtigt, sie hilft allerdings kaum, die strukturellen Defizite der kleinen Tourismusinitiativen zu beseitigen.</p>
<p class="bodytext"><strong>Kooperationen zwischen Reiseunternehmen und Gemeinschaften </strong></p>
<p class="bodytext">Gerade im Rahmen von Kooperationen können Reiseunternehmen helfen, das touristische Potenzial zu identifizieren und in Wert zu setzen. Sie können Ausbildungen anbieten und Marketing betreiben. In der bolivianischen Realität aber erfolgt eine Zusammenarbeit zumeist auf niedrigem Niveau und auf rein ökonomischer Basis; eine politische Beteiligung der Gemeinschaften findet nicht statt. In den Kooperationen sind die Reiseanbieter zumeist der dominante Partner, die ländlichen Gemeinschaften haben sich unterzuordnen und sind den Entscheidungen des Unternehmens ausgesetzt. Am weitesten verbreitet sind Kooperationsformen, bei denen Reiseunternehmen beispielsweise einheimisches Personal, wie Köche und Reiseführer beschäftigen, lokale Vorleistungen nutzen oder ein 'Eintrittsgeld' zahlen, wenn sie dörflichen Besitz betreten. Nur zwei Reiseunternehmen in Bolivien unterhalten Joint Ventures, bei denen die Reiseunternehmen und die dörflichen Gemeinschaften gemeinsam an den Entscheidungen mitwirken und die Gewinne geteilt werden. Viele Reiseunternehmen wären bereit, lokalen Tourismusunternehmen bei der Vermarktung ihrer Produkte zu helfen – auch aus rein marktwirtschaftlichen Gründen, weil sie wissen, dass eine Mehrheit der Bolivienurlauber Interesse am Besuch ländlicher Gemeinschaften hat. Dazu müssen allerdings die Gemeinschaften stärker als bisher eine hinreichende Produktqualität garantieren und verlässliche Ansprechpartner sein.</p>
<p class="bodytext"><strong>Handlungsfelder</strong></p>
<p class="bodytext">Um den Tourismus als Entwicklungsoption für den ländlichen Raum in Bolivien zu nutzen, können Kooperationen zwischen privatwirtschaftlichen Reiseunternehmen und dörflichen Tourismusinitiativen ausgeweitet werden. Allein die Schaffung touristischer Angebote auf Gemeindeebene, wie dies von vielen Nichtregierungsorganisationen und der bolivianischen Regierung betrieben wird, reicht nicht aus, da diese Gemeinschaften den touristischen Markt nicht erreichen können. Im Rahmen von Kooperationen sollten die Dörfer allerdings nicht nur ökonomisch, sondern auch politisch beteiligt werden. Dazu fehlt es jedoch zumeist an Grundlagen. Nur wenn das allgemeine Bildungsniveau und die touristische Kompetenz im ländlichen Raum steigen, können die Dörfer auf Augenhöhe mit den privatwirtschaftlichen Reiseanbietern gemeinsam Lösungen erarbeiten. Es kann helfen, wenn im Rahmen dieser Kooperationen noch weitere Akteure, wie beispielsweise Nichtregierungsorganisationen oder staatliche Instanzen beteiligt sind, die die Einhaltung ökologischer und sozialer Standards überwachen.</p>
<p class="bodytext">*<em>Antje Monshausen ist Diplomgeographin und untersuchte im Sommer 2006 im Rahmen ihrer Abschlussarbeit Kooperationsformen zwischen privatwirtschaftlichen Reiseunter-nehmen und indigenen Gemeinschaften in Bolivien. Seit 01.06.2008 ist sie in der Arbeitsstelle Unternehmensverantwortung/Tourism Watch des EED tätig.</em></p>
<p class="bodytext"><em>Quelle: Tourism Watch&nbsp;Nr. 51 (Juni 2008), Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung</em></p>]]></content:encoded>
			<category><a href="laender/bolivien/in-kuerze.html" title="Bolivien">Bolivien</a></category>
			<category>Brennpunkt Tourismus</category>
			<category><a href="themen/nachhaltige-projekte/community-based-tourism.html" title="Gemeinschaftsentwicklung – Community Based Tourism">Gemeinschaftsentwicklung – Community Based Tourism</a></category>
			
			<author>info@akte.ch</author>
			<pubDate>Mon, 11 Aug 2008 04:00:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Klimaflüchtlinge: Die Regierungschefs von Kiribati und Tuvalu suchen Asyl für ihre Völker</title>
			<link>http://www.fairunterwegs.org/aktuell/news/article/klimafluechtlinge-die-regierungschefs-von-kiribati-und-tuvalu-suchen-asyl-fuer-ihre-voelker.html?no_cache=1</link>
			<description>Basel, 10.08.2008, akte/ Im Juli reisten die Führer der Pazifikinseln Kiribati und Tuvalu nach...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Basel, 10.08.2008, akte/ Im Juli reisten die Führer der Pazifikinseln Kiribati und Tuvalu nach Neuseeland mit der Bitte, ihre Klimaflüchtlinge aufzunehmen. Es ist unglaublich aber wahr: Die Welt hat dem Klimawandel so lange untätig zugesehen, dass jetzt Regierungschefs für ihre Völker um Asyl bitten müssen.</p>
<p class="bodytext">Die Tourismusindustrie hat einen erheblichen Anteil an der Klimaerwärmung zu verantworten. Doch die Ferien-all-inklusive-Angebote auf die Pazifikinseln werden unbeeindruckt von der Katastrophe weiter offeriert. Fraglich, ob diese Reisen zur Entwicklung der Pazifikstaaten beitragen, und ob das so generierte Einkommen den Klimaflüchtlingen hilft. </p>
<p class="bodytext">Zur Unterstützung der Pazifikvölker, die am meisten vom Klimawandel betroffen und am wenigsten dafür verantwortlich sind, hat die Umweltschutzorganisation Friends of the Earth Australien einen <a href="fileadmin/ContentGlobal/PDF/Offener_Brief_an_die_Premierminister_von_Australien_und_Ne-205.pdf" class="download" >offenen Brief</a> an die Regierungen von Australien und Neuseeland formuliert, den auch der arbeitskreis tourismus &amp; entwicklung mitunterzeichnet hat. Darin fordert sie konkrete und dringliche Massnahmen. Ein guter Ort, wo diese beschlossen werden könnten, wäre das 39. Pazifikinselforum vom 19.-21. August in Suva, Fidschi. &nbsp;&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><em>Quelle: <a href="http://groups.google.com/group/tourismscan?hl=en" class="external-link-new-window" >ECOT Tourismscan, 04.08.2008</a>; <a href="http://www.foe.org.au" class="external-link-new-window" >Friends of the Earth Australia</a>; <a href="http://pidp.eastwestcenter.org/pireport/2008/July/07-21-08.htm" class="external-link-new-window" >Pacific Islands Report</a>, 21.07.2008; </em></p>
<p class="bodytext"><em>Lesen Sie auch: <a href="aktuell/news/article/sinkende-inseln-zielkonflikte-fuer-den-tourismus.html?cHash=990771b395" class="external-link-new-window" >Sinkende Inseln: Zielkonflikte für den Tourismus</a></em></p>
<p class="bodytext"><em>und: <a href="aktuell/news/article/der-fairunterwegs-koffer-freut-sich-ein-wenig-und-wartet-auf-mehr.html?cHash=1c52378451" class="external-link-new-window" >Der fairunterwegs-Koffer freut sich ein wenig- und wartet auf mehr</a></em></p>]]></content:encoded>
			<category><a href="laender/kiribati/in-kuerze.html" title="Kiribati">Kiribati</a></category>
			<category><a href="laender/tuvalu/in-kuerze.html" title="Tuvalu">Tuvalu</a></category>
			<category><a href="laender/australien/in-kuerze.html" title="Australien">Australien</a></category>
			<category><a href="laender/neuseeland/in-kuerze.html" title="Neuseeland">Neuseeland</a></category>
			<category>Brennpunkt Tourismus</category>
			<category><a href="themen/entwicklungspolitik/armut-milleniumsziele.html" title="Armut &amp; Milleniumsziele">Armut &amp; Milleniumsziele</a></category>
			<category><a href="themen/krisen-kriege-katastrophen.html" title="Krisen – Krieg &amp; Katastrophen">Krisen – Krieg &amp; Katastrophen</a></category>
			<category><a href="themen/menschenrechte/indigene-voelker.html" title="Indigene Völker">Indigene Völker</a></category>
			<category><a href="themen/umwelt-lebensgrundlagen/klima-verkehr.html" title="Klima – Verkehr">Klima – Verkehr</a></category>
			<category><a href="themen/umwelt-lebensgrundlagen/wasser.html" title="Wasser">Wasser</a></category>
			
			<author>info@akte.ch</author>
			<pubDate>Sun, 10 Aug 2008 23:50:00 +0200</pubDate>
			<enclosure url="http://www.fairunterwegs.org/uploads/media/Offener_Brief_an_die_Premierminister_von_Australien_und_Ne-205.pdf" length ="25846" type="application/pdf" />
		</item>
		
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			<title>TV-Tipp: Der Klimaschock und seine Folgen</title>
			<link>http://www.fairunterwegs.org/aktuell/news/article/tv-tipp-der-klimaschock-und-seine-folgen.html?no_cache=1</link>
			<description>Dienstag, 12. August 2008 um 20.15 Uhr, Wiederholungen: 20.08.2008 um 09:55; Der Klimaschock und...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><strong> Die Folgen der klimatischen Veränderung machen sich in einigen Regionen der Welt schon heute bemerkbar. An Beispielen aus Ozeanien, Afrika, Asien und Nordamerika macht die Dokumentationsreihe die Auswirkungen auf das Leben der Menschen deutlich. Der erste Teil zeigt die Gründe für das Schmelzen der Pole in Tuvalu, einer kleinen Inselgruppe im Südpazifik, und was der daraus resultierende Anstieg des Meeresspiegels bewirkt.</strong></p>
<p class="bodytext"><strong>Die letzten Tage von Tuvalu</strong><br /><br />Das Schicksal von Tuvalu, einer kleinen Koralleninselgruppe im Südpazifik, deren Tage vermutlich gezählt sind, zeigt deutlich die Gefahren der Klimaveränderung, vor denen Wissenschaftler weltweit warnen. Der winzige polynesische Archipel mit seinen 11.000 Einwohnern, dessen Inseln im Durchschnitt nur knapp zwei Meter über dem Meeresspiegel liegen und eine Gesamtfläche von lediglich 26 Quadratkilometern haben, droht als erstes Land der Welt im Meer zu versinken - eine direkte Folge der globalen Erwärmung und des Treibhauseffekts.<br />Die Eismassen der Pole schmelzen und langsam, aber unaufhörlich steigen die Meeresspiegel auf unserem Planeten. Altimetrie-Satelliten wie &quot;Jason&quot;, ein Projekt des französischen Weltraumforschungszentrums CNES und der amerikanischen NASA, haben seit 1993 einen jährlichen Anstieg des Meeresniveaus um drei Millimeter gemessen - 50 Prozent mehr als der Durchschnittswert des gesamten 20. Jahrhunderts. Die Menschen von Tuvalu stehen ohnmächtig den zerstörerischen Auswirkungen der globalen Erwärmung gegenüber.<br />Ungewöhnlich hohe Flutwellen überschwemmen seit einigen Jahren immer wieder den Archipel, die Korallenriffe sterben infolge der höheren Wassertemperatur und die traditionellen Nahrungspflanzen der Inselbewohner gehen ein, weil das durch den porösen Korallenuntergrund im Boden aufsteigende Salzwasser ihre Wurzeln schädigt. Wenn nichts gegen die Erwärmung des Erdklimas unternommen wird, könnten die Bewohner von Tuvalu bald zu den ersten Klimaflüchtlingen gehören. Stellvertretend für viele kleine von der Klimaerwärmung bedrohte Inseln ist Tuvalu unermüdlich darum bemüht, Überzeugungsarbeit bei denjenigen Staaten zu leisten, die sich immer noch weigern, das Kyoto-Protokoll zur Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen zu ratifizieren - allen voran die USA.</p>
<p class="bodytext">_______________________________________________________________________________________<br /><br />Die fünfteilige Dokumentarreihe beschäftigt sich mit gravierenden Auswirkungen des Klimawandels wie dem Ansteigen der Meeresspiegel, der Ausdehnung der Wüsten, dem Rückgang der Waldflächen und dem Abschmelzen der Pole und Gletscher. Während Satelliten vom All aus weltweit die Klimaveränderungen beobachten und Wissenschaftler aus der Analyse dieser Daten Simulationsprogramme zur Klimavorhersage von morgen zu entwickeln versuchen, zwingen die Umweltveränderungen die Menschen in manchen Gebieten der Erde schon heute, ihre gewohnte Lebensweise umzustellen. &quot;Der Klimaschock und seine Folgen&quot; zeigt Beispiele aus Ozeanien, Afrika, Asien und Nordamerika.</p>
<p class="bodytext"><em>Quelle: <a href="http://www.arte.tv/de/woche/244,broadcastingNum=862790,day=4,week=33,year=2008.html" class="external-link-new-window" >www.arte.tv.de</a></em></p>]]></content:encoded>
			<category><a href="laender/tuvalu/in-kuerze.html" title="Tuvalu">Tuvalu</a></category>
			<category>Film</category>
			
			<author>info@akte.ch</author>
			<pubDate>Sun, 10 Aug 2008 23:47:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>TUCUM Das neue Netzwerk von Dorftourismus-Initiativen an der Küste von Ceará, Brasilien</title>
			<link>http://www.fairunterwegs.org/aktuell/news/article/tucum-das-neue-netzwerk-von-dorftourismus-initiativen-an-der-kueste-von-ceara-brasilien.html?no_cache=1</link>
			<description>Am Zweiten Seminar zum Nachhaltigen Tourismus (SITS II), das im Mai 2008 in Fortaleza, der...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Am Zweiten Seminar zum Nachhaltigen Tourismus (SITS II), das im Mai 2008 in Fortaleza, der Hauptstadt des Bundesstaates Ceará im Norden Brasiliens, über die Bühne ging, wurde das neue Netzwerk TUCUM lanciert. TUCUM ist der Zusammenschluss von 12 Gemeinden aus der Küstenregion von Ceará, die &quot;turismo comunitario&quot; anbieten. Es sind Fischerdörfer, die teilweise bereits seit etlichen Jahren erfolgreich Tourismus in ihren Gemeinden betreiben und dafür ihre Landrechte und neue Küstenschutzgesetze erkämpft haben. Auch das kleine Bauerndorf Coqueirinho, das einzige Angebot von TUCUM im Landesinnern, hat seine Landrechte gegen Grossgrundbesitzer verteidigt, empfängt seit 2005 Gäste in einer einfachen &quot;Pousada&quot;, betreibt neu biologische Landwirtschaft und lässt traditionelles Handwerk wieder aufblühen – zum Beispiel die Herstellung von Seifen aus Honig. Ein weiterer wichtiger Baustein des Netzwerkes ist der Fairtrade-Laden in der Ortschaft Aracti, einige Kilometer von der Küste entfernt. Er vertreibt traditionelle Produkte aus den Dörfern wie Honig und Marmelade, aber auch die feinen Stickerei- und Klöppelarbeiten in die Geschäfte der Tourismusorte entlang der Küste von Ceará und landesweit. </p>
<p class="bodytext">Weitere Informationen: <a href="http://www.tucum.org/" >www.tucum.org</a> </p>]]></content:encoded>
			<category><a href="laender/brasilien/in-kuerze.html" title="Brasilien">Brasilien</a></category>
			<category>Brennpunkt Tourismus</category>
			<category><a href="themen/nachhaltige-projekte/community-based-tourism.html" title="Gemeinschaftsentwicklung – Community Based Tourism">Gemeinschaftsentwicklung – Community Based Tourism</a></category>
			
			<author>info@akte.ch</author>
			<pubDate>Tue, 05 Aug 2008 04:00:00 +0200</pubDate>
			
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