rss
tip a friend
print
spenden

Aktionen

Die Informationen zu unseren  inhaltlichen 
Schwerpunkten und 
Kampagnen
 finden Sie auf der Plattform Aktionen.

Aktuelle Themen:

08. Februar 2012

Warten, bis der Wasserstand sinkt, und weitermachen wie gewohnt

Naturkatastrophen beeinträchtigen den Tourismus in Thailand anscheinend stärker als politischen...

[weiterlesen...]


06. Februar 2012

Galapagos: TouristInnen schleppen Resistenzen ein

Invasion gefährlicher Bakterien auf Leguanen und Schildkröten

[weiterlesen...]


02. Februar 2012

Kenia: Deutscher Reiseverband verurteilt Vertreibung der Samburu

Der Deutsche ReiseVerband (DRV) hat Kenias Regierung aufgefordert, eine Lösung zur Lage des...

[weiterlesen...]


Menschenrechte

Hinfahren oder nicht?

Reisen in Länder, wo elementarste Menschenrechte verletzt werden, werfen heikle Fragen auf. Hinfahren oder nicht? Gemäss den Berichten von Amnesty International machen sich fast alle Staaten der Welt Verletzungen der Menschenrechte ihrer BürgerInnen zu schulde. Wo kann man denn überhaupt noch mit gutem Gewissen hinfahren?

Darauf gibt es keine einfache "pfannenfertige" Antwort. Wir meinen, es gilt in jedem Fall differenzierter hinzuschauen und sorgfältig abzuklären: Was hat der Tourismus mit den Verletzungen der Menschenrechte im Reisezielland zu tun? Werden im "Interesse" des Tourismus Rechte der einheimischen Bevölkerung verletzt? Werden Einheimische vertrieben, um Luxusanlagen Paltz zu machen? Wird Bauernfamilien das Wasser abgegraben und Fischern der Zugang zum Strand verwehrt?  Sind Kinder ungeschützt der Ausbeutung im Tourismus preisgegeben? Werden Menschen im Gastland daran gehindert, ihre Rechte auf ein würdiges Auskommen wahrzunehmen und ihre Mitbestimmung und Beteiligung am Tourismus einzufordern? Zum Beispiel auch für gerechte Arbeitsbedingungen einzustehen oder gegen Vorhaben des Tourismus zu protestieren?

Dabei stellt sich weniger die Frage, ob man in ein bestimmtes Land fahren soll oder nicht, sondern ob man sich mit einer Ferienreise - mehr oder weniger unwissentlich - zu Komplizen von Menschenrechtsverletzungen macht. Da sind Reisende genau so wie die Reiseveranstalter gefordert, gezielt Anbieter in den Destinationen zu wählen, die eine Menschenrechtspolicy verfolgen und aktiv dafür sorgen, dass die Rechte der Einheimischen und ihre faire Mitbeteiligung am Tourismus gewahrt werden. Es kann wie in Tibet auch sein, dass Einheimische dank der Präsenz von ausländischen Reisenden ihre Rechte besser wahrnehmen können.

"Tourismusboykott" ist als Schlagwort jeweils schnell zur Stelle. Doch ein Boykott - ein Land mit politischen und wirtschaftlichen Sanktionen zu belegen oder zu deklarieren, dass Reisen in dieses Land nicht getätigt werden sollen - ist eine gewichtige Maßnahme, die nicht leichtfertig, aus einer Aktionslaune heraus, ergriffen werden kann.

Für den arbeitskreis tourismus & entwicklung ist klar: Ein Tourismusboykott eines bestimmten Landes bzw. einer bestimmten Region macht nur Sinn, wenn

  • Einheimische dazu aufrufen bzw. wir von demokratisch repräsentativen einheimischen Kräften klar wissen, dass ein Boykott-Aufruf an Reisende und die Reisebranche bei uns gewünscht wird

  • ein Tourismusboykott eingebettet ist in einen weitergehenden Boykott-Aufruf im wirtschaftspolitischen Bereich

Die Kontroverse zu Burma

Anfang 1996, als die gravierenden Menschenrechtsverletzungen im Zuge der Vorbereitungen auf das vom Militärregime ausgerufenen Tourismusjahr "Visit Myanmar Year 1996" ruchbar wurden, appellierten die demokratischen Kräfte des Landes – Nobelpreisträgerin und Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi, die Nationale Liga für Demokratie (NLD) sowie zahlreiche demokratisch gewählte Abgeordnete im Exil – an westliche Investoren und Reisende, erst nach Burma zu kommen, wenn sich ein echter Prozess der Demokratisierung abzeichne und die Einheimischen in Freiheit leben könnten.

Im Mai 2011 revidierte die NLD unter dem Eindruck der ersten zaghaften Schritte auf eine politische Öffnung im Lande ihre Haltung gegenüber dem Tourismus: In einem offiziellen Statement heisst sie BesucherInnen willkommen, "die auf das Wohl der breiten Bevölkerung und den Schutz der Umwelt Wert legen und Einblick in das kulturelle, politische und gesellschaftliche Leben des Landes erhalten möchten, während sie ihren Urlaub in Burma geniessen".

Lesen Sie den Aufruf der Demokratiebewegung Burmas für einen verantwortungsvollen Tourismus – NLD-Statement, Mai 2011 (pdf, 32 kb)

Der arbeitskreis tourismus & entwicklung unterstützt seit 1996 gemeinsam mit zahlreichen Menschenrechtsorganisationen die Appelle der legitimen demokratischen Kräfte Burmas und verfolgt die umstrittene Debatte zu Reisen nach Burma mit aktuellen Meldungen und Stellungnahmen.

Mehr dazu hier:
Demokratische Opposition Burmas heisst verantwortlichen Tourismus willkommen - Meldung vom 7. Juni 2011 
sowie unter Burma/Brennpunkt Tourismus

News

01. Juli 2003 Verschärfung der Lage in Burma: Kuoni zieht sich zurück, der Druck auf andere Unternehmen wächst

Anfangs Mai 2003 wurde bekannt, dass Kuoni, der sechstgrösste europäische Reisekonzern, Burma aus dem Programm nehmen wird. Die britische Burma Campaign hatte gemeinsam mit verschiedenen Menschenrechtsorganisationen das...


01. April 2003 Tourismus und Menschenrechte in Burma: Internationale Kampagne gegen Lauda Air/Austrian Airlines

Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften und Solidaritätsgruppen zu Burma aus 13 europäischen Ländern lancierten anlässlich ihrer Jahreskonferenz Ende März 2003 eine internationale Kampagne gegen Lauda Air/Austrian Airlines...


03. Januar 2003 Menschenrechte, Arbeitsrechte und Tourismus in Burma: Hotelkonzern Accor steigt aus

Die transnationale Hotelkette mit Sitz in Frankreich, Accor, hat am 30. Oktober 2002 das internationale Gewerkschaftssekretariat IUF in Genf benachrichtigt, dass sie sich aus Burma zurückziehen wird. Accor betreibt zur Zeit zwei...


30. Juni 2002 Aung San Suu Kyi ist frei: Kein Anlass, die Sanktionen gegen Burma aufzuheben

Am 6. Mai 2002 hat das burmesische Militärregime die Oppositionspolitikerin Aung San Suu Kyi nach jahrelangem Hausarrest ohne Auflagen in die Freiheit entlassen. Die Friedensnobelpreisträgerin wertete ihre Freilassung verhalten...


12. Oktober 2001 Burmesische Flüchtlinge in "ethnischen Zoos"

Immer wieder zeigen neue Recherchen, wie unmenschlich Angehörige ethnischer Minderheiten aus Burma, die vom Krieg aus ihrer Heimat vertrieben wurden, im Tourismus ausgebeutet werden (s. akte-Kuna 4/98). In der Umgebung des...


10. Oktober 2001 Europa macht weiter Druck auf die burmesischen Militärs

Die Europäische Union hat anfangs Oktober 2001 ihre gemeinsamen Sanktionen gegen das Militärregime in Burma um weitere sechs Monate verlängert. Damit bringt sie zum Ausdruck, dass die ersten Schritte der Militärs zur politischen...


10. Oktober 2001 Noch regiert das Militär in Burma mit eiserner Faust: Schweizer Bundesrat bekräftigt die Sanktionen gegenüber Burma

Mit ungewohnt deutlichen Worten verurteilte Bundesrat Pascal Couchepin am 24. September 2001 vor dem Nationalrat die burmesische Militärjunta, die er unverblümt als „clique au pou-voir“ betitelt. Doch weiterreichende Sanktionen...


Treffer 43 bis 49 von 90

Letzte Aktualisierung: 08.02.2012