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28. März 2007

Burma: Neue Verordnung zum Ausspionieren von Tourismusgruppen

Das burmesische Militärregime übertrifft sich selbst mit neuen Massnahmen, die jeder Demokratie spotten

Basel, 29.03.2007, akte/ Am 15. März 2007 gab das Internationale Rote Kreuz (ICRC) in Genf bekannt, dass es zwei seiner Büros in Burma definitiv aufgeben und die Schliessung seiner weiteren Stellen ernsthaft ins Auge fassen müsse, weil die Militärregierung trotz langwieriger Verhandlungen die ICRC-Delegierten systematisch an der Ausübung ihrer Tätigkeiten zur Betreuung von Gefangenen hindere. Ganz offensichtlich fühlen sich die machthabenden Generäle in Burma bestärkt, die elementarsten Regeln der Demokratie in voller Straffreiheit mit den Füssen zu treten, seit Mitte Januar 2007 die von den USA und Grossbritannien angestrengte Resolution vor dem UN-Sicherheitsrat mit dem Veto von Russland und China und der Schützenhilfe Südafrikas abgeschmettert wurde.

Aufhorchen lässt diesbezüglich auch die neue Verordnung des Tourismusministeriums, dass Reiseveranstalter tunlichst alle verdächtigen Aktivitäten von Gruppenreisenden an die Tourismusbehörden zu rapportieren haben. Nur so könnten Medienschaffende oder Drogenschmuggler, die sich gern in Touristengruppen einschleusten, enttarnt werden. Von wegen Persönlichkeitsschutz müsste eigentlich jedes Burmareiseangebot mit dem Vermerk für die Reisenden versehen werden: „Vorsicht! Auf Ihrer Ferienreise werden Sie ausspioniert und eng kontrolliert“.

Populärer machen solche Massnahmen die Reisen nach Burma wohl kaum. Im 2006 war der Tourismus nach Burma rückläufig: Offiziellen Angaben zufolge haben 5 Prozent weniger Reisende das Land besucht als im Vorjahr. Die Einkommen aus dem Tourismus stiegen allerdings gleichzeitig um 7 Prozent auf total 164 Millionen US Dollar, namentlich aufgrund höherer Hoteltarife. Von den insgesamt 630'000 BesucherInnen* stammten über 30'000 aus Thailand, rund 25'000 aus China und je rund 18'000 aus Japan und Korea. Gut 18'000 BesucherInnen kamen aus den USA, ebenso viele aus Deutschland, das damit die Spitze der europäischen Entsendeländer eingenommen hat, vor Frankreich mit 15'500 BesucherInnen. Wo die restlichen rund 450'000 BesucherInnen von Burma letzt Jahr herkamen – darüber schweigt sich die offizielle Tourismusstatistik von Myanmar einmal mehr dezent aus.

Quellen: Burma News des European Burma Office zu beziehen via: burma(at)euro-burma.be; International Committee of the Red Cross 15.03.07; News von Irrawaddy auf www.irrawaddy.org; SafeHolidays – Bagan Hotel Brochure 2007, www.bagan-hotel.com; eTurboNews 19.02.07 auf www.travelindustryreview.com; Agence France Press 08.02.07; Kommunikation von David Arnott 07.02.07, www.burmalibrary.org

* Diese Angabe von Agence France Press ist, wie alle Tourismuszahlen zu Burma, mit höchster Vorsicht zu geniessen. Wahrscheinlicher sind der UN Welttourismusorganisation, die von rund 250'000 internationalen Ankünften sprechen, wobei auch da Skepsis angebracht ist. Denn die Generäle blähen die Tourismusstatistik gerne auf.

AutorIn: Christine Plüss, arbeitskreis tourismus & entwicklung, Basel

Kategorie: Boykott, Brennpunkt Tourismus, Burma, Internationale Organisationen & Abkommen


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Letzte Aktualisierung: 24.05.2012