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24. Januar 2011

Der neue fairunterwegs-Newsletter zu Tourismus und Sicherheit

Basel, 24.01.2011, akte/ Wir sind erleichtert, dass in Tunesien das Ende des Ben Ali-Regimes bisher nicht zu noch schlimmeren Auseinandersetzungen geführt und die Bevölkerung Grund zur Hoffnung auf einen echten Wandel hat. Tunesien, eine der beliebtesten Fernreisedestinationen gerade auch der Schweizerinnen und Schweizer, ist exemplarisch für das Problem der Sicherheit im Tourismus: Das Reisegeschäft funktioniert wie eine Monokultur und nicht wie ein Motor, der die Gesamtentwicklung des Landes antreibt. Und es ist zu einem grossen Teil in ausländisches Hand. Die Gewinne fliessen ab, statt in die Schaffung qualifizierter Stellen und in Infrastrukturen investiert zu werden, die der gesamten Bevölkerung zu Gute kommen. So erstaunt es nicht, dass die Zurschaustellung von Opulenz mit üppig grünen Golf- und Freizeitanlagen den Volkszorn weckt. Aber was heisst das für die Reisenden? Sollen sie hinfahren oder nicht? Welche Fragen müssen sie sich vor einer Reise stellen? Wie bereiten sie sich verantwortungsvoll vor?

Im neuen fairunterwegs-Newsletter nehmen wir das Thema Sicherheit im Tourismus auf und führen damit mitten in eine kontroverse Debatte. Das zeigen auch einzelne Reaktionen unserer Leser, die unseren Aufruf zu mehr Eigenverantwortung bereits als Boykottaufruf lasen.

Im Gegenteil: Der arbeitskreises tourismus & entwicklung steht pauschalisierenden Tourismusboykottaufrufen sehr kritisch gegenüber. Ein solcher Sanktionsaufruf kann nur erfolgen, wenn demokratisch repräsentative einheimische Kräfte dies wollen und der Tourismusboykott in einen weitergehenden Boykott-Aufruf im wirtschaftspoitischen Bereich eingebettet ist (vgl. Themen/Menschenrechte/Boykott?).

Hingegen fordern wir nicht nur die Branche, sondern gerade auch die Reisenden auf, vor jedem Reiseentscheid genauer hinzuschauen und sich gezielt mit dem Ferienland zu beschäftigen. Und einen verantwortlichen Entscheid für Angebote zu treffen, die der Gastbevölkerung zugute kommen und ihre Rechte achten.

Reisende sind dort am sichersten, wo auch die Bevölkerung Sicherheit geniesst und vom Tourismus profitiert. Sicherheit lässt sich auch nicht einfach delegieren: Sie liegt in der Verantwortung aller Beteiligten. Lesen Sie dazu mehr im neuen fairunterwegs-Newsletter.

AutorIn: Nina Sahdeva, arbeitskreis tourismus & entwicklung, Basel

Kategorie: Armut & Milleniumsziele, Boykott, Brennpunkt Tourismus, Entwicklungspolitik , Ethik, Ethik im Reiseverhalten, Jung & Fair, Krisen – Krieg & Katastrophen, Menschenrechte, Politische Rahmenbedingungen


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Letzte Aktualisierung: 24.05.2012