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30. Juni 2011

Ethiktest Hotelgruppen: Wenig Sterne für Hilton & Co

Die Französische Hotelgruppe Accor ist betreffend Nachhaltigkeitsbemühungen führend, Hilton ist wenig beeindruckend: Ein britisches Expertenteam hat im Auftrag europäischer Verbraucherorganisationen sechs internationale und vier spanische Hotelgruppen unter die Lupe genommen.

Hilton-Hotel, Bild: LeedsMet

Die Reise- und Tourismusindustrie ist der bedeutendste Wirtschaftssektor überhaupt. Weltweit beschäftigt diese 220 Millionen Menschen und erwirtschaftet rund 10 Prozent des globalen Bruttoinlandsproduktes. Positive Effekte, wie etwa die Schaffung von Arbeitsplätzen, lassen negative in den Hintergrund treten. Dazu zählt etwa die Zerstörung unberührter Landschaften, die Umsiedlung der ortsansässigen Bevölkerung oder Wasser- und Energieverschwendung. Doch das Bedürfnis der Kunden, ohne schlechtes Gewissen zu urlauben, ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Das hat auch zu einem Umdenken in der Branche geführt. Wie es um die Nachhaltigkeit in der Tourismusbranche tatsächlich bestellt ist, hat ein britisches Expertenteam im Auftrag europäischer Verbraucherorganisationen – darunter der Verein für Konsumenteninformation (VKI) – geprüft. Untersucht wurden sechs  internationale sowie vier spanische Hotelgruppen bzw. deren Hotels in Südeuropa, Mexiko und Thailand. Das beste Testergebnis erzielte die Accor-Gruppe, der unter anderem die Marken Mercure, ibis und Novotel angehören. Die Hotelgruppen Hilton, Iberostar und Riu zählen dagegen zu den Schlusslichtern des Tests.

Die britische IHG InterContinental Hotels Group, die sich selbst als weltgrösste Hotelgruppe nach Anzahl der Zimmer bezeichnet, befindet sich im breiten Mittelfeld. Zu dieser zählen u.a. Holiday Inn und Crowne Plaza. Hilton konkurriert mit IHG um die Weltmarktführerschaft, landet aber im Ranking weit abgeschlagen – nicht zuletzt aufgrund des mangelhaften Umgangs mit dem Personal. Dies ist auch das Manko bei Iberostar, welche zugleich punkto Umweltmassnahmen das Schlusslicht bildet. Riu verweigerte als einzige Gruppe die Kooperation und erhielt damit die insgesamt schlechteste Bewertung.

"Die Massnahmen zur Verringerung des Energie- und Wasserverbrauches sind insgesamt am weitesten fortgeschritten. Das hat nicht zuletzt damit zu tun, dass sich das für die Hotelgruppen auch unmittelbar durch Kosteneinsparungen bezahlt macht", erläutert Konsument-Ethikexperte Peter Blazek. "Überall dort, wo das nicht der Fall ist, sinkt auch die Bereitschaft, etwas zu tun – etwa bei der Abfallvermeidung oder der Abwasserbehandlung." Bei den Umweltmassnahmen konnten insbesondere Accor und Starwood überzeugen. Der Test behandelt Destinationen in Mallorca bzw. Nizza, Mexiko und Thailand. 

Alle Details zum Ethiktest gibt es auf www.konsument.at sowie im März-Konsument (die vertiefenden Elemente der Online-Beiträge sind kostenpflichtig)

Eine Powerpoint-Präsentation zum Test wurde vom Leiter der Studie, Dr. Xavier Font, Leeds Metropolitan University, an der ITB Berlin im März vorgestellt.

AutorIn: Andrea Morawetz, Verein für Konsumenteninformation, Wien

Kategorie: Brennpunkt Tourismus, Ethik, Jung & Fair, Mexiko, Spanien, Thailand, Unternehmen


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Letzte Aktualisierung: 24.05.2012