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Thema

17. November 2009

FTTSA weitet seine Dienstleistungen auf den Freiwilligentourismus aus

Freiwilligentourismus bezeichnet Reisen, die Elemente von Freiwilligenarbeit mit Freizeit und Reisen verbinden - ein wachsender Nischenmarkt in der Tourismusbranche. Zwar stellt der Freiwilligentourismus im Post-Apartheid-Südafrika eine enorme Ressource für die sozioökonomische Entwicklung und den Naturschutz dar, doch es gibt eine Reihe von Herausforderungen zu bewältigen, um den Nutzen für die Destinationen zu optimieren. "Gutes tun wollen reicht nicht immer", meint die weltweit erste Gütesiegelorganisation Fair Trade in Tourism South Africa (FTTSA) und entwickelt deshalb ein Zertifizierungsverfahren für Freiwilligentourismus.

Die Notwendigkeit von mehr Rechenschaft und Selbstregulierung des Sektors Freiwilligentourismus wurde von einigen südafrikanischen Anbietern erkannt und in Form eines Code of Good Practice 2008 aufgenommen. Der Code of Good Practice unterstreicht unter anderem, wie wichtig es ist, dass die Bedürfnisse der Begünstigten im Zentrum stehen, der Abfluss von Finanzen auf ein Minimum begrenzt bleibt, der Know-how-Transfer nachhaltig ist und die Rechte der verletzlichen Gruppen wie Kinder oder HIV-/Aids-Betroffene geschützt werden. 

Auf der Basis dieses Code of Good Practice führte Fair Trade in Tourism South Africa (FTTSA) eine Reihe von Beratungen durch, um das Bedürfnis nach einer unabhängigen Zertifizierung auf dem Gebiet des Freiwilligentourismus abzuklären. Das Ergebnis war ein überwältigend klares Ja, worauf FTTSA sich auf die Suche nach der Finanzierung für eine breitere Studie machte, um Standards für den Sektor auszuarbeiten. Eine Teilfinanzierung wurde von der Schweizerischen Stiftung für Solidarität im Tourismus (SST) gewährt, FFTSA wird einen Teil seiner eigenen Ressourcen einbringen, um das Budget zu komplettieren.

Die FTTSA-Zertifizierung ist eine unabhängige Stärkung der Umsetzung von fairem und verantwortungsvollem Tourismus in Südafrika. Sie beruht auf der Einhaltung spezifischer Kriterien wie fairen Löhnen und Arbeitsbedingungen, fairer Verteilung von Profiten und Vorteilen, der Praxis eines ethischen Unternehmertums und dem Respekt der Menschenrechte, der Kultur und der Umwelt. Die Zertifizierung ist freiwillig und wird derzeit für Touristenunterkünfte, Aktivitäten und Attraktionen angeboten.

Es ist zu hoffen, dass FTTSA durch die Ausweitung des Zertifizierungsprogramms auf den Sektor des Freiwilligentourismus in Südafrika helfen wird, Anreize für mehr Rechenschaft in diesem Bereich zu schaffen und den Freiwilligen die grössere Sicherheit zu geben, dass ihr Beitrag nachhaltig wirkt. Jennifer Seif, CEO FTTSA, kommentierte: "Viele der Herausforderungen dieses Marktsegments gelten nicht nur für Südafrika. Daher wird FTTSA seine Informationen und Erkenntnisse mit gleichen Organisationen anderer Entwicklungsländer austauschen, damit sie ähnliche Mittel des Interessenausgleichs einführen können."

FTTSA wird die Standards für den Freiwilligentourismus über Forschung, Beratung, Feldversuche und Leistungsvergleiche mit lokalen und internationalen Best Practice-Unternehmen entwickeln. Verschiedene Veranstalter von Freiwilligentourismus haben bereits ihr Interesse bekundet, das Zertifizierungsverfahren zu durchlaufen, sobald die Standards gesetzt sind. FTTSA hofft, bis April 2010 mindestens vier Produkte des Freiwilligentourismus mit dem FTTSA-Gütesiegel auszeichnen zu können.

Übersetzung: Nina Sahdeva, arbeitskreis tourismus & entwicklung; Bild: allmalaysia.info

AutorIn: Katarina Mancama, Projektverantwortliche FTTSA, Medienmitteilung

Kategorie: Brennpunkt Tourismus, Ethik im Reiseverhalten, Fairer Handel, Jung & Fair, Nachhaltige Projekte, Praxisbeispiele, Standards & Labels, Südafrika, Unternehmen


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Letzte Aktualisierung: 24.05.2012