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10. April 2008

Kerala/Indien: Tsunami-Gelder für künstliches Riff?

Pläne der Regierung des südindischen Bundesstaates Kerala, vor der Küste des Strandortes Kovalam ein 500 Meter langes künstliches Riff errichten zu lassen, stoßen bei den Fischern der Region auf Protest. Es sollen dafür Gelder aus dem von der indischen Zentralregierung finanzierten “Tsunami Rehabilitation Project“ eingesetzt werden. “Dies ist ein klarer Fall von Zweckentfremdung von Tsunami-Geldern, die der Tourismuswirtschaft nutzen sollen“, sagt T. Peter, Präsident der Fischereigewerkschaft Kerala Swathantra Matsya Thozhilali Federation (KSMTF). “Die Beamten der Tourismusbehörde behaupten, der Hauptzweck des künstlichen Riffs bestünde darin, die Wellen zu brechen, um die potenziellen Auswirkungen eines weiteren Tsunami abzuschwächen.“ Kovalam war jedoch vom Tsunami 2004 gar nicht betroffen. Gleichzeitig werden jedoch die neuen Wassersportpotenziale wie Wasserski und Surfen gepriesen und auch das Schwimmen würde im Schutz eines künstlichen Riffs sicherer werden. Insgesamt sollen nach einem Bericht in der Online-Ausgabe der Zeitung “Kaumudi“ 22 Strände in Kerala “verschönert“ werden – zum Teil mit Tsunami-Geldern. Wenn in Kovalam nach dem Bau des Riffs die küstennahe Fischerei eingeschränkt wird, werden mindestens 500 Menschen ihre Lebensgrundlage verlieren, befürchten die Fischereigewerkschaftler.

Quelle: Tourism Watch, März 2008; www.tourism-watch.de

AutorIn: Christina Kamp, Tourism Watch, Bonn

Kategorie: Brennpunkt Tourismus, Förderung & Megaprojekte, Indien, Sport, Tsunami, Wasser, Widerstandsbewegungen


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Letzte Aktualisierung: 24.05.2012