rss
tip a friend
print
spenden

Aktionen

Die Informationen zu unseren  inhaltlichen 
Schwerpunkten und 
Kampagnen
 finden Sie auf der Plattform Aktionen.

Aktuelle Themen:

09. Februar 2012

Burmas Schätze

China investiert im Nachbarland und kooperiert dabei auch mit den Separatisten

[weiterlesen...]


08. Februar 2012

Rosen für das Recht auf Nahrung

Am 17. März 2012 findet in der ganzen Schweiz der traditionelle Rosenverkauf der ökumenischen...

[weiterlesen...]


08. Februar 2012

Gerechtigkeit schmeckt!

Galadiner mit Tanja Grandits in der Offenen Kirche Elisabethen, Basel

[weiterlesen...]


Thema

25. Juni 2008

Neues Staudammprojekt gefährdet Regenwaldkulturen

Ein neues Staudammprojekt im ostmalaysischen Bundesstaat Sarawak auf Borneo bedroht die Lebensgrundlage mehrerer indigener Regenwaldgemeinden am Flusssystem des Limbang. Gemäss Recherchen des Bruno Manser Fonds begannen Vermessungsarbeiten für das geplante Wasserkraftwerk im April 2008 ohne hinreichende Information der betroffenen Bevölkerung.

Gegenwärtig laufen Studien zur Geologie und Hydrologie des Gebiets sowie zur Umsiedlung von mehreren Hundert Kelabit und Penan, die am Limbang leben. Die Kelabit sind traditionelle Reisbauern der Gegend; die Penan lebten bis vor kurzem als nomadisierende Sammler und Jäger und wurden erst in den letzten Jahren wegen der zunehmenden Abholzung ihrer Regenwälder sesshaft. In den 1980er-Jahren lebte der Schweizer Regenwaldschützer Bruno Manser während sechs Jahren mit einer Gruppe von Penan im Oberlauf des Limbang.

Zur Zeit sind das Ausmass und die Realisierungszeiten des Wasserkraftprojekts noch unklar; die publizierten Angaben zur geplanten Leistung des von der staatlichen Gesellschaft Sarawak Energy geplanten Projekts reichen von 150 Megawatt bis 1000 Megawatt. Offenbar werden drei verschiedene Staudamm-Standorte ins Auge gefasst. Gerüchten zufolge soll der oberste der drei Dämme rund 150 Meter hoch werden, was zur Überflutung des Kelabit-Dorfs Long Napir sowie mehrerer Penan-Siedlungen führen würde.

Mutang Urud, ein aus Long Napir gebürtiger Umweltschützer und Freund von Bruno Manser, zeigte sich über das geplante Projekt schockiert: „Dieses Projekt ist ein frontaler Angriff auf unsere Rechte als Ureinwohner des Gebiets. Bei einer Realisierung würde es unserer Kelabit-Kultur am Limbang den Todesstoss versetzen. Es würde nicht nur unsere Kulturlandschaft auslöschen, sondern auch den künftigen Generationen unser kulturelles Gedächtnis rauben.“

Der Oberlauf des Limbang war in den 1980er und frühern 1990er-Jahren Schauplatz einer Reihe von Blockaden von Holzfällerstrassen. Penan und Kelabit versuchten damals, das Eindringen der Holzfäller in ihre Regenwälder zu verhindern, was nur kurzzeitig gelang. In der Folge wurde ein grosser Teil der Urwälder abgeholzt; nach wie vor finden sich im Limbang-Flusstal aber ausgedehnte Sekundärwälder mit einer sehr hohen Biodiversität. Borneo ist eines der weltweiten Biodiversitätszentren für zahlreiche Pflanzen- und Tierfamilien; dazu gehören auch Kulturpflanzen wie Bananen, Ingwergewächse und Medizinalpflanzen.

Quelle: Bruno Manser Fonds, 30.05.2008, www.bmf.ch
Karte Limbang-Staudamm

AutorIn: Pressemitteilung Bruno Manser Fonds

Kategorie: Brennpunkt Tourismus, Indigene Völker, Malaysia, Parks – Schutzgebiete


Noch kein Kommentar
Die Kommentarfunktion ist ausgeschaltet

Letzte Aktualisierung: 08.02.2012