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Thema
Petition gegen die Ausweisung zweier hier geborener Teenager in den Kongo
"Von Touristen- und anderen nicht dringenden Reisen in die Demokratische Republik Kongo wird abgeraten", schreibt das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten EDA in seinen Reiseinformationen. Das vom Krieg zerrüttete Kongo/Kinshasa ist eindeutig kein Reiseland. Trotzdem drohte den beiden hier geborenen Schwestern Anouchka und Ornella Enzinga anfangs April die Ausschaffung in den Kongo – ein Land, in dem sie noch nie waren. Dank einer Protestaktion an ihrem Wohnort Laufen konnte die Ausschaffung in letzter Minute gestoppt werden. Am Mittwoch überreichten die Geschwister eine Petition an den Regierungsrat des Kantons Baselland.
Nach der Protestaktion in Laufen hat sich ein Unterstützungskomitee für das Bleiberecht von Anouchka und Ornella gebildetet. Bekannte Politikerinnen aus dem Kanton, Freunde und Bekannte der Familie sowie die Lehrer der beiden Mädchen entschlossen sich, gemeinsam gegen Anouchka und Ornellas Wegweisung zu kämpfen. Auch die EVP-Landrätin Elisabeth Augstburger ist eine der UnterstützerInnen: "Zwei in der Schweiz geborene Teenager auszweisen finde ich unmenschlich! Man sollte ihnen eine Chance geben für eine gute Ausbildung." - "Ihre Ausweisung stünde meines Erachtens im Widerspruch zur Kinderrechtskonvention", sagt Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer.
Es entstand eine grosse Welle der Solidarität mit den Geschwistern Enzinga. Der Präsident der Vormundschaftsbehörde Laufen, Luca Giacobini, begründete in einem ausführlichen Brief an den Regierungsrat aus juristischer Sicht die Rechtmässigkeit einer Aufenthaltsbewilligung für die Mädchen und deren Eltern. Die Anlaufstelle Sans-Papier und die lokale Menschenrechtsorganisation augenauf Basel begleiteten die Familie mit Rat und Tat. Dank dem Engagement vieler wurde innert knapp fünf Wochen die beeindruckende Anzahl von 2'455 Unterschriften für das sofortige Bleiberecht der Geschwister gesammelt. Die Behörden ignorieren mit ihrem Entscheid das Kindeswohl und das Recht auf Privat- und Familienleben. Dies verurteilen die Unterzeichnenden. Am Mittwoch Nachmittag um 17 Uhr überreichten Anouchka und Ornella die Unterschriften der Landeskanzlei in Liestal. Anouchka meinte dabei: "So unglaublich viele Leute setzen sich für uns ein. Richten sie dem Regierungsrat aus, sie sollen uns doch bitte eine Bewilligung erteilen." Der Gospelchor von Vater Timbisia Enzinga begleitete die Petitionsübergabe musikalisch. Die rund 40 anwesenden UnterstützerInnen waren sich einig: Sie geben erst auf, wenn Ornella und Anouchka eine Aufenthaltsbewilligung haben.
Weitere Informationen:
Petition an die Regierung des Kantons Baselland:
Bleiberecht für Anouchka und Ornella Enzinga (pdf)
Anlaufstelle Sans-Papiers, www.sans-papiers.ch ; augenauf www.augenauf.ch ;
Update 09.05.2011/akte
Petition und Solidarisierungswelle haben Wirkung gezeigt
Anouchka und Ornella erhalten eine humanitäre Aufenthaltsbewilligung, die Familie Enzinga darf vorderhand in der Schweiz bleiben. Lesen Sie dazu die Pressemitteilung von Hanspeter Spaar, Leiter Amt für Migration
Von Ausschaffung bedrohte kongolesische Mädchen in Laufen: Regierungsrätin Pegoraro für Bleiberecht aus humanitären Gründen
Kategorie: Brennpunkt Tourismus, Jung & Fair, Kinder, Kongo,Demokratische Republik, Krisen – Krieg & Katastrophen, Menschenrechte


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