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13. März 2009

Umstrittenes Hotelprojekt in Malaysia: ACCOR reagiert auf Kritik des Bruno Manser Fonds

ACCOR verlangt vom malaysischen Partner die Einhaltung von Sozialstandards - Hochrangige Delegation des Hotlekonzerns trifft kommenden Montag zu Verhandlungen in Basel ein. Medienmitteilung des Bruno Manser Fonds vom 13.03.2009

Petitionsbogen, der an die Mitglieder des Bruno Manser Fonds verschickt wurde

Drei Wochen nach Start einer Kampagne gegen ein umstrittenes Hotelprojekt im malaysischen Bundesstaat Sarawak auf Borneo hat der Bruno Manser Fonds einen wichtigen Kampagnenerfolg erzielt. Die französische ACCOR-Gruppe verlangt von ihrem malaysischen Partner die Einhaltung griffiger Sozialstandards und deutet an, dass sie sich andernfalls aus dem Projekt zurückziehen werde.

In seiner Kampagne griff der Bruno Manser Fonds die ACCOR-Gruppe wegen ihrer Kooperation mit dem malaysischen Tropenholzkonzern Interhill an. ACCOR, mit weltweit 150'000 Mitarbeitern Europas führender Hotelkonzern, realisiert zur Zeit mit Interhill das 4,5-Sterne-Hotel Novotel Interhill (388 Zimmer) in Sarawaks Hauptstadt Kuching.

Die Holzgesellschaft Interhill ist massgeblich für die Zerstörung der Lebensgrundlagen des indigenen Volks der Penan im tropischen Regenwald von Borneo verantwortlich. Wegen der Abholzung durch Interhill kämpfen verschiedene Penandörfer in Sarawaks mittlerer Baram-Region ums Überleben. Interhill bewirtschaftet dort eine Holzkonzession von 55'000 Hektaren Tropenwald. Wie der Bruno Manser Fonds im vergangenen September publik machte, haben Holzarbeiter von Interhill in einer Reihe von Fällen Penan-Frauen und Mädchen sexuell missbraucht.

Der französische Hotelkonzern verlangt jetzt von Interhill die Formulierung und Umsetzung von Sozialstandards innerhalb von sechs Monaten: "Wir haben von Interhill verlangt, sich schriftlich auf Sozialstandards zu verpflichten und diese sukzessive umzusetzen. (...) Die Aufrechterhaltung unserer Geschäftspartnerschaft erfordert die Festsetzung von realistischen, aber bedeutenden Zielen sowie die Festlegung eines Zeitplans, namentlich für die kommenden sechs Monate vor Eröffnung des Hotels", legte ACCOR dem Bruno Manser Fonds in einem Schreiben dar.

ACCOR hät weiter fest, die Hotelgruppe und der Bruno Manser Fonds würden ähnliche Zielsetzungen verfolgen, "besonders auf dem Gebiet der dörflichen Entwicklung und des Kampfs gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern."

Für kommenden Montag, den 16. März, wird eine ACCOR-Delegation unter Leitung von Hélène Roques, Direktorin für nachhaltige Entwicklung, zu Gesprächen beim Bruno Manser Fonds in Basel erwartet.

Für weitere Informationen: Lukas Straumann, Geschäftsleiter Bruno Manser Fonds, Tel. +41 (0)61 261 94 74, Mobil +41 (0)78 741 59 31; Bruno Manser Fonds, Socinstrasse 37, CH-4051 Basel, www.bmf.chwww.stop-interhill.com
Im Anschluss an das Treffen besteht am frühen Nachmittag die Möglichkeit zu Interviews mit den Medien.

AutorIn: Lukas Straumann, Bruno Manser Fonds, Basel

Kategorie: Artenvielfalt/Biodiversität, Brennpunkt Tourismus, Indigene Völker, Jung & Fair, Malaysia, Menschenrechte, Parks – Schutzgebiete, Umwelt & Lebensgrundlagen, Unternehmen


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Letzte Aktualisierung: 09.02.2012