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08. Juni 2011

Zum heutigen Weltozeantag: Einmal ist keinmal? Wie Touristen in Island den Walfang fördern.

Seit Organisationen wie OceanCare nachweisen, wie stark Walfleisch mit Giftstoffen belastet ist, ist die Nachfrage nach dieser "Delikatesse" in den Walfangländern eingebrochen. Den Konsumenten ist der Appetit vergangen. In Island sollen es nun die Touristen richten. Sie werden dazu animiert, Walfleisch zu probieren.

Einmal ist nicht keinmal! Bild: naturschutz.ch

Mehr als hunderttausend Personen nehmen in Island jedes Jahr an Walbeobachtungstouren teil und generieren dem wirtschaftlich angeschlagenen Staat Einnahmen in Millionenhöhe. Trotz der finanziellen Relevanz der Walbeobachtung hält die isländische Regierung auch am Walfang fest.

Wieso aber werden die Wale gejagt, wenn sich ihr unverkäufliches Fleisch in Lagerhäusern stapelt? Diese Frage brachte die Walfänger bislang in Erklärungsnotstand – und das wollen sie ändern. Touristen werden dazu animiert, das Walfleisch "nur einmal zu probieren“. Einmal ist keinmal, wird sich denn auch so mancher sagen, der der kulinarischen Versuchung erliegt. Doch das ist ein Trugschluss. 40% des angelandeten Walfleischs werden inzwischen von Touristen verzehrt. Mehr als 100 Restaurants und Lebensmittelgeschäfte bieten in Island das verseuchte Fleisch in gebratener, marinierter oder geräucherter Form wieder an.  

"Jeder, der Walfleisch auch nur einmal isst“, so Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare, “sitzt einer tückischen Strategie auf: Nur wenn das Fleisch verkauft werden kann, lässt sich die Jagd auf Wale auf Dauer rechtfertigen. Der Konsum von Walfleisch, egal in welcher Menge, fördert den Walfang also gezielt.“   

OceanCare appelliert an alle Island-Reisenden, auf Walfleisch zu verzichten und so konkret zum Schutz der Wale beizutragen.  

Informationen: www.oceancare.org;

AutorIn: Sigrid Lüber, Ocean Care, Wädenswil, Medieninformation

Kategorie: Artenvielfalt/Biodiversität, Brennpunkt Tourismus, Dänemark, Ethik im Reiseverhalten, Jung & Fair, Kultur, Umwelt & Lebensgrundlagen, Wasser


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Letzte Aktualisierung: 24.05.2012